4

Agony

4.0 /10

Pros

  • Schönes Leveldesign
  • Interessante Spielmechaniken (Körpertausch, Wegweiser)
  • Imposanter Einstieg

Cons

  • Verstaubte Grafik
  • Übermäßige Dunkelheit
  • Unverständliches Gegnerverhalten
  • Nerviges Trial & Error
  • Anspruchslose Rätsel

Mit Agony will euch Entwickler Madmind Studio in die Tiefen der Hölle entführen, aus der ihr natürlich schleunigst entkommen wollt. Auf eurer Flucht begegnet ihr dabei allerlei dämonischen Kreaturen und erlebt verstörende Dinge. Wir haben uns für euch schon mal in die Hölle gewagt. Ob Agony uns überzeugen konnte, lest ihr im Test.

Agony – Willkommen in der Hölle

Eure Aufgabe ist, wie schon erwähnt, die Flucht aus der Hölle. Wer ihr überhaupt seid, warum ihr in der Hölle gelandet seid und was es mit der Roten Göttin auf sich hat, erfahrt ihr im Laufe des Spiels. Dass die Story dabei zunächst sehr diffus und undurchsichtig erzählt wird, um dann später immer klarere Umrisse anzunehmen, gefällt uns gut. Gut finden wir auch, dass die aufmerksame Erkundung der Spielwelt belohnt wird, da ihr dort immer wieder Storyelemente findet. Ebenfalls positiv ist, dass es 7 verschiedene Enden gibt, ihr also je nach euren Entscheidungen im Spiel ein anderes Ende erlebt.

Agony

Agony – In den Tiefen der Hölle

Der Einstieg von Agony macht durchaus Lust auf mehr. Denn nachdem ihr gefühlt endlos in die Tiefen der Hölle gestürzt seid, findet ihr euch in einer verstörenden Umgebung wieder. Das Design der Hölle ist den Entwicklern dabei durchaus gelungen. Denn ihr fühlt euch so, als ob ihr im Inneren einer riesigen Bestie unterwegs seid. Die gesamte Spielwelt ist voller Knochen, Leichen und schrecklich verstümmelter Kreaturen, die dort ihr trostloses Dasein fristen. Als wäre das nicht schon genug, treiben natürlich noch zahlreiche Dämonen ihr Unwesen. Denen solltet ihr aber lieber aus dem Weg gehen.

So ansprechend das Leveldesign auch ist, so schwach ist leider die technische Umsetzung. Die Grafik ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Zu matschig sind die Texturen, zu grob die Charaktermodelle. Den Entwicklern gelingt es aufgrund der schwachen technischen Umsetzung nicht wirklich, die Hölle atmosphärisch in Szene zu setzen. Hinzu kommen Performance-Probleme wie Tearings, die uns immer wieder aus der Spielwelt reißen.

Außerdem müssen wir sagen, dass der Entwickler es mit der Dunkelheit definitiv übertrieben hat. Entgehen uns nämlich wichtige Levelabschnitte, weil es schlichtweg zu dunkel ist, so nervt das einfach. Wir haben fast den Eindruck, dass der Entwickler die schwache Technik durch die übermäßige Dunkelheit kaschieren wollte.
Was den Sound betrifft, kann Agony aber durchaus punkten. So vernehmt ihr auf eurem Trip durch die Hölle etwa ständig das Wehklagen gebeutelter Seelen oder die Schreie der Gequälten. Das sorgt bisweilen für eine Gänsehaut. Während Agony also grafisch schwach auf der Brust ist, kann sich die akustische Untermalung durchaus sehen lassen.

Agony – Höllenqualen für Spieler

Spielerisch orientiert sich Agony an Titeln wie Alien: Isolation. Ihr seid also unbewaffnet und müsst den Gegnern ausweichen, bzw. euch vor diesen verstecken. Damit ihr nicht vollkommen aufgeschmissen seid, gibt euch das Spiel zwei zentrale Mechaniken an die Hand, damit eure Flucht aus der Hölle gelingen kann. Zum einen verfügt ihr über eine Art Wegweiser, der aber, je nach Schwierigkeitsgrad, nur begrenzt genutzt werden kann.Agony

Allerdings könnt ihr diesen über in der Spielwelt verstreute Items wieder „aufladen“. Zum anderen bedeutet das Ableben eurer Spielfigur nicht direkt das Aus. Stattdessen schwebt ihr noch einige Zeit als Geisterwesen herum und könnt in dieser Zeit Besitz von einem neuen Körper ergreifen. Besonders cool ist hierbei, dass ihr im späteren Spielverlauf auch Besitz von Dämonen ergreifen könnt.

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Das klingt zunächst nach einer spannenden Katz-und-Maus-Jagd, wäre da nicht die unverständliche KI der Gegner. Wir können nämlich absolut nicht nachvollziehen, welche Wege Gegner nehmen. Da es zudem so gut wie unmöglich ist, nach einer Entdeckung noch zu entkommen, verkommt der eigentlich spannende Ansatz viel zu oft zu einem frustrierenden Trial & Error. Ebenso haben wir uns oft darüber geärgert, dass Gegner einfach in unserer Nähe herumlungern, statt weiter ihre Runden zu drehen. Deshalb mussten wir uns einige Male sehr lang verstecken, was dem Spielfluss erheblich geschadet hat. Agony verschenkt hier leider viel Potential, da die Grundidee des Spiels eigentlich sehr reizvoll ist.Agony

Agony – Anspruchslose Rätsel

Wir müssen uns aber nicht nur vor Dämonen verstecken, sondern auch das ein oder andere Rätsel lösen. Leider sind die Rätsel jedoch äußerst anspruchslos. So müssen wir etwa Gegenstände finden und an der passenden Stelle einsetzen oder stupide Bilderrätsel lösen. Letztere bestehen lediglich darin, Bestandteile von Siegeln in der Umgebung zu finden und dann nachzuzeichnen. Eine Herausforderung stellen diese Rätsel aber nicht dar. Viel mehr nervt das „aufmerksame“ Absuchen der Umgebung aufgrund der Dunkelheit erheblich. Abhilfe schafft man da, indem man einfach die Helligkeit hochschraubt. Dadurch fallen die hässlichen Texturen aber umso mehr ins Auge.

 


Fazit:

Agony ist ein ambitioniertes Projekt, das die Erwartungen aber keineswegs erfüllen kann. Zwar ist die Grundidee, als wehrlose Seele aus der Hölle zu fliehen, interessant, doch die technische und spielerische Umsetzung ist sehr frustrierend. Neben der altbackenen Grafik und Performance-Problemen mussten wir uns ständig mit einer sehr unausgewogenen Spielmechanik herumärgern. Das hat den Spielspaß konsequent im Keim erstickt, sobald er denn einmal aufkommen wollte.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Agony
4
TEILEN
Vorheriger ArtikelOnrush (PS4) Test
Nächster ArtikelCrash Bandicoot N. Sane Trilogy – Level „Future Tense“ angekündigt

Kommentar hinterlassen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Spamschutz *