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The Bard’s Tale 4 (PC) Test

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep ist die Fortsetzung der legendären Dungeon-Crawler-Reihe aus den 80ern. Entscheidend für die Entwicklung des Spiels war die erfolgreiche Kickstarter-Kampagne, die bereits 2015 mehr als 1 Million US-Dollar einsammeln konnte. Das Spiel ist als physische und als digitale Version bei Steam erhältlich. Ob die Serie den Sprung in die Moderne schafft, erfahrt ihr in unserem Test.

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep – Wiedersehen mit Skara Brae

Der vierte Teil der Serie spielt erneut in Skara Brae, das Kennern der Spielereihe nur allzu gut bekannt ist. In der Stadt geschehen merkwürdige Dinge. So verschwinden beispielsweise Kinder oder Räuberbanden ziehen marodierend durch die Straßen. Als Spieler geht ihr diesen Geschehnissen auf den Grund und findet natürlich bald heraus, dass hinter all dem viel mehr steckt…
Der Schauplatz Skara Brae ist allerdings ein recht lebloser Ort.

Zwar trefft ihr hier und dort auf singende NPCs. Insgesamt wirkt die Stadt aber viel zu statisch, da die Möglichkeiten der Interaktion mit den Bewohnern sehr beschränkt sind und diese auch sonst nicht gerade viel zu tun haben. Hinzu kommt, dass der Schauplatz auch optisch nicht wirklich zu überzeugen weiß. Zu sehr dominieren Grautöne und matschige Texturen. In den Dungeons unterhalb der Stadt, in denen ihr übrigens den Großteil der Spielzeit verbringen werdet, sieht das glücklicherweise etwas anders aus. Denn diese vermitteln euch teilweise wirklich das Gefühl, tief unter der Erde geheimnisvolle Ruinen und Höhlen zu erforschen. Die musikalische Untermalung wird indessen keinen Innovationspreis gewinnen, passt aber im Großen und Ganzen zum Setting. Das trägt immerhin zur Atmosphäre bei.

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep – Von Barden, Magiern, Kämpfern und Gaunern

Ihr beginnt das Spiel wahlweise mit einem vorgefertigten Charakter oder erstellt euch einen eigenen. Hierbei habt ihr die Wahl zwischen den Klassen Barde, Magier, Kämpfer und Gauner sowie die Wahl aus vier Völkern. Zusätzlich könnt ihr für euren Charakter noch ein Porträtbild und eine Stimme auswählen. Die Möglichkeiten der Charaktererstellung sind somit also alles in allem ziemlich beschränkt. Ebenso ist das Skillsystem nicht besonders tiefgreifend. Dieses bietet euch aber später zumindest die Möglichkeit, eure Charaktere zu spezialisieren. Dadurch könnt ihr eure Party zumindest etwas an eure Spielweise anpassen. Die Entwicklung eurer Party dürfte allerdings durchaus vielfältiger sein.

Apropos Party: Ganz klassisch seid ihr in The Bard’s Tale 4: Barrows Deep nicht allein, sondern in einer Party von bis zu 6 Charakteren unterwegs. Zunächst besteht eure Party aus vorgefertigten Charakteren, die sich von Zeit zu Zeit mit mal mehr, mal weniger hilfreichen Bemerkungen zu Wort melden. Später könnt ihr in der Abenteurergilde, die als eine Art Basis fungiert, aber auch eure eigenen Mitstreiter erstellen.

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep – Der Reiz der Erkundung

Sowohl im recht biederen Skara Brae als auch in den interessanteren Dungeons gibt es zahlreiche Erkundungsreize und Rätsel. Dadurch entsteht in den besten Momenten eine dichte und geheimnisvolle Atmosphäre, die uns neugierig auf mehr macht. Mittels spezieller Bardenlieder könnt ihr zudem neue Wege erschließen oder gar mit Toten sprechen, so dass die Erkundung in The Bard’s Tale 4: Barrows Deep uns sehr gut unterhalten hat.
Die Rätselpalette reicht derweil von simplen Schieberätseln bis hin zu komplexeren Umgebungsrätseln. Die Rätsel sind eine der großen Stärken von The Bard’s Tale 4: Barrows Deep. Diese sind nämlich größtenteils clever in die Levelarchitektur eingewoben, so dass sie selten wie Fremdkörper im Leveldesign wirken. Somit stellen die zahlreichen Rätsel eine der großen Stärken des Spiels dar.

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep – Taktische Kämpfe

Kämpfe laufen in The Bard’s Tale 4: Barrows Deep rundenbasiert ab und sind eine weitere Stärke des Spiels. Denn die Kämpfe spielen sich angenehm flüssig und können bisweilen auch sehr fordernd sein. Besonders, wenn es gegen stärkere Gegner geht, reicht simples Draufkloppen nicht mehr aus. Dann müsst ihr viel mehr eure Party clever auf dem Schlachtfeld positionieren und überlegten Einsatz von euren Fertigkeiten machen. Gerade im späteren Spielverlauf wird es zudem immer wichtiger, eure Feinde aus dem Hinterhalt zu attackieren, um einen Vorteil zu erlangen.
Habt ihr allerdings einmal den Bogen raus und euch eine Standardvorgehensweise zurechtgelegt, so braucht ihr diese eigentlich nicht mehr wirklich zu ändern. Das Kampfsystem verschenkt hier leider etwas Potential. Wir hätten uns öfter gewünscht, dass die Kämpfe uns zwingen, unser Vorgehen anzupassen. Nichtsdestotrotz wissen die Kämpfe insgesamt recht gut zu unterhalten.

The Bard’s Tale 4: Barrows Deep – Oder: A bug’s tale

Neben teils lächerlich langen Ladezeiten, fehlenden Übersetzungen und einer sehr altbackenen Menüführung gibt es zahlreiche Bugs, die den Spielspaß teils leider empfindlich trüben. So passiert es beispielsweise manchmal, dass ein eigentlich gewonnener Kampf nicht endet, weil die KI ihren Zug nicht beendet. An einer Stelle hat dieser Bug sogar dazu geführt, dass wir die Story trotz mehrerer Versuche nicht mehr weiterspielen konnten. Das ist einfach nur ärgerlich. Der Entwickler muss hier dringend nachbessern, damit die eigentlichen Stärken des Titels nicht untergehen.

Fazit
The Bard’s Tale 4: Barrows Deep ist ein Rollenspiel alter Schule in einem mehr schlecht als recht umgesetzten neuen Gewand. Die Spielwelt lädt oft zur Erkundung ein, leider ist die Stadt Skara Brae allerdings ein recht lebloser Schauplatz. Das Kampfsystem und die zahlreichen Rätsel hingegen haben uns durchaus unterhalten, wobei wir uns aber in den Kämpfen mehr Abwechslung gewünscht hätten. Leider trüben aber zahlreiche, teils kritische Bugs den Spielspaß empfindlich und verhindern so eine bessere Wertung.
Gut
  • Teilweise dichte Atmosphäre
  • Taktisches Kampfsystem
  • Spielwelt lädt zur Erkundung ein
  • Viele Rätsel
Weniger Gut
  • Beschränkter Charakter-Editor & Charakter-Entwicklung
  • Skara Brae als Schauplatz sehr leblos
  • Kämpfe auf Dauer monoton
  • Sehr lange Ladezeiten
  • Zahlreiche Bugs
6
adäquat

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