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The Quiet Man (PS4) Test

The Quiet Man vereint Film- mit Spielsequenzen. Das Konzept gehört nicht zum Mainstream auf dem Spielemarkt und für mich klang schon die Idee hinter diesem Spiel sehr spannend. Bereits auf der Gamescom 2018 durfte ich mir in einer kurzen Präsentation einen ersten Einblick in The Quiet Man verschaffen. Zu dem Zeitpunkt sah ich in The Quiet Man das große Potenzial auch mit Kalibern, wie Detroit: Become Human ansatzweise mithalten zu können. Auch die Story rundum den gehörlosen Dane, der mit seiner schwarzen Lederjacke in zahlreiche Prügeleien verwickelt ist, versprach aus meiner Sicht viel Spannung und Emotionen. Im Test war die Ernüchterung dann ziemlich groß. In den nachfolgenden Zeilen erfahrt ihr, weshalb The Quiet Man zwar ein gutes Konzept bietet, aber in der Praxis mich nicht überzeugen konnte.

The Quiet Man – Eine Welt voller Gehörlosigkeit

The Quiet ManSchauplatz der Geschichte in The Quiet Man ist New York City. Dane bekommt zu Beginn vom Imbissverkäufer die Information, dass die „Wilden“ heute unterwegs sind und überreicht ihm einen Zettel mit einer Adresse. Wenige Szenen später befindet sich Dane auch schon im Kampf gegen eine Schlägertruppe. Zu diesem Zeitpunkt ist nicht ersichtlich, weshalb Dane gegen sie kämpft und welche Absicht Dane überhaupt verfolgt. Aus der Filmsequenz wechselt The Quiet Man in die Spielsequenz, dabei müssen wir uns im Kampf gegen die Schläger behaupten.

Der Kampf selbst ist wenig spektakulär und große Spannung sowie ein „WOW-Effekt“ kommen nicht auf. Mit Tritten und Fäusten setzt sich Duane im Kampf durch. Es gibt Spezialangriffe, die für einen kurzen Moment während des sogenannten „Fokus-Moment“ ausgeführt werden können. Die Angriffsmöglichkeiten lassen sich (leider) an der Hand zusammenzählen. Das Kampfsystem bietet somit kaum Variabilität. Zum einfallslosen Kampfsystem gesellt sich zudem eine äußerst schwache KI, die mich zu keiner Zeit vor Herausforderungen stellen konnte.

Auch die Bosskämpfe gestalten sich eintönig, obwohl sich hier die Vorgehensweise unterscheidet und man als Spieler nur bestimmte Knöpfe drücken muss. Besonders schade finde ich es vor allem, dass The Quiet Man mir zu keiner Zeit die Möglichkeit gibt mich mit diesem „Kampfsystem“ auseinandersetzen zu können. Als Spieler muss man hierbei während des Spiels selber zurechtkommen, auch wenn das aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrads nicht sonderlich schwer sein sollte.

The Quiet Man

The Quiet Man – Die Spannung nimmt ab..

In Bezug auf die Handlung von The Quiet man hätte ich mir viel mehr erhofft. Zwar teilt mir das Spiel im Verlauf der Handlung mit, was Dane überhaupt antreibt sich mit den „Wilden“ zu prügeln. Dane wird während den Kampfsequenzen beziehungsweise im Verlauf des Spiels von Erinnerungen heimgesucht. Dadurch gibt uns The Quiet Man näheres über die Vergangenheit von Duane und seiner Geliebten preis.Er kämpft um seine Geliebte, die vor seinen Augen entführt worden ist. Was aber von vorneherein fehlt ist die Motivation. Die Geschichte von Dane hat mich zu keiner Zeit in den Bann ziehen können. Eine tiefgründige Geschichte hätte The Quiet Man gut zu Gesicht gestanden.

The Quiet Man

The Quiet Man – Gutes Konzept mit schlechter Umsetzung

The Quiet Man Abgesehen von der Handlung, die man viel tiefgründiger und einfallsreicher hätte darstellen können, hätte ich mir hinsichtlich der Spielumgebung deutlich mehr gewünscht. Die Umgebung in den Spielsequenzen wirkt leer und wenig einfallsreich. Die Entwickler haben lediglich mit unterschiedlichen Orten versucht etwas Variation einzubringen. Dane trifft seine Kontrahenten zum Beispiel in Nachtclubs und dunklen Gassen. Jedoch haben alle Spielorte eines gemeinsam: Sie sind detailarm und kurioserweise ist immer derselbe Spielautomat im Hintergrund zu sehen. Selbst die Gesichter der Schlägertruppen und der Polizisten unterscheiden sich im gesamten Spielverlauf nicht. Dadurch wirkt die gesamte Handlung nicht glaubhaft.

Hinsichtlich der Handlung ist zwar die Idee eines tauben Protagonisten interessant, jedoch habe ich die Umsetzung dessen anders vorgestellt. Während des gesamt Spielverlaufs hört man als Spieler keinen Ton. Deshalb ist es unmöglich die Dialoge zwischen Dane und den Charakteren in den Filmsequenzen zu verstehen. Auf diese Weise hatte ich zunächst keinen wirklichen Bezug zum Spielgeschehen und keine Möglichkeit mich in die Rolle von Dane hineinzuversetzen. Square Enix hat kürzlich ein Update veröffentlicht mit dem ab sofort Untertitel im Spiel zu sehen sind. Dadurch bekommt man nun als Spieler mit, was die Charaktere zu Dane sagen und kann sich besser mit der Handlung auseinandersetzen.

 

The Quiet Man

Fazit
The Quiet Man verschenkt aus meiner Sicht sehr viel Potenzial. Die Idee des Spiels und auch die Geschichte eines gehörlosen Protagonisten hörte sich zunächst interessant an. In der Praxis zeigt The Quiet Man leider viele Schwachpunkte. Ich muss gestehen, dass selbst nach der Installation des Updates die Geschichte von The Quiet Man mich weder emotional berühren noch zu einer zusätzlichen Spielmotivation beitragen konnte. Der Gamescom-Trailer hatte mir das Gefühl vermittelt, dass The Quiet Man eine bewegende Geschichte, ähnlich wie aus dem Blockbustertitel „Detroit: Become Human“ ansatzweise liefern kann. Leider hat sich mein Gefühl nicht bewahrheitet. Zumindest positiv ist die Mischung von Film- und Spielsequenzen, die sich untereinander gut abwechseln. Grundsätzlich muss man jedoch anmerken, dass Titel wie The Quiet Man durchaus in der Zukunft mit einer verbesserten Umsetzung für Begeisterung sorgen könnten.
Gut
  • Interessantes Konzept
  • Guter und sinnvoller Mix bzw. Übergang von Film-und Spielsequenzen
  • Dane kann mit Spielumgebung bei Kämpfen interagieren
Weniger Gut
  • Kameraführung schwächelt
  • Spielumgebung wirkt leer
  • Keine große Spannung bzw. Spielmotivation
  • Spannung nimmt relativ schnell ab
  • Keine Informationen, HUD, Spielanzeige etc (Keine Anweisungen/Hilfestellungen für den Spieler
5
Okay
Written by
Behrang ist seit 2016 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Und seit 2018 als Chefredakteur auf unserer Plattform unterwegs. Er gehört zu unserem Sport Spezialisten Team und ist großer FIFA-Fan.

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