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Valkyria Chronicles 4 (PS4) Test

Valkyria Chronicles 4 verspricht taktische Gefechte und eine packende Geschichte. Und das alles im niedlichen Anime-Look. Ob die Entwickler ihre Versprechen halten können und das düstere Setting sich mit dem niedlichen Look verträgt, erfahrt ihr in unserem Test.

Valkyria Chronicles 4 – Es herrscht Krieg!

Valkyria Chronicles 4 ( In Valkyria Chronicles 4 kämpft ihr aufseiten der Atlantischen Föderation im Zweiten Europäischen Krieg gegen die Östliche Imperiale Allianz. Die Föderation steht am Rand der Niederlage und setzt alle Hoffnung auf eine Karte: In einem letzten verzweifelten Kraftakt will die Atlantische Föderation die Hauptstadt der Imperialen Allianz einnehmen, um den Krieg zu beenden. Natürlich erinnert das Szenario nur „zufällig“ an den Zweiten Weltkrieg. Wer jetzt aber harte Recken mit rauen Manieren erwartet, liegt falsch. Denn Trupp E, über den ihr im Spiel die Kontrolle übernehmt, könnte ebenso gut der Schulklasse eines Animes entsprungen sein. Valkyria Chronicles erschafft nämlich schon durch seinen Anime-Look ein spezielles Flair. Dieses wirkt aber manchmal schon zu putzig für das eigentlich bitterernste Setting.

Valkyria Chronicles 4 – Tagebuch des Krieges

Valkyria Chronicles 4 Doch auch wenn die Optik nicht wirklich dem Setting entspricht, so schlägt die Handlung jedoch prinzipiell ernste Töne an. Die Geschichte von Trupp E wird in Form von Tagebucheinträgen erzählt, die ihr episodenweise spielt. Prinzipiell ist das eigentlich eine coole Idee. Leider ist den Entwicklern aber die Balance zwischen Storytelling und eigentlichem Gameplay nicht gut gelungen. So mussten wir viel zu viel Zeit damit verbringen, uns durch spröde Textfenster zu klicken, um die Handlung voranzutreiben. Die viel zu seltenen animierten Zwischensequenzen haben uns da deutlich besser gefallen. Von diesen hätte es gern mehr geben dürfen. So verschenken die Entwickler leider einiges an dramaturgischem Potential. Durch die sterile Präsentation haben wir uns nämlich sehr bald dabei ertappt, die nervigen Textfenster möglichst schnell durchzuklicken, um endlich wieder spielen zu können.

Valkyria Chronicles 4 – Die Wahrheit liegt auf dem Schlachtfeld

Valkyria Chronicles 4 Kommen wir dann endlich (mal wieder) zum Spielen, so kann Valkyria Chronicles 4 endlich seine Stärken ausspielen. Denn die taktischen Gefechte spielen sich ziemlich gut, wofür es verschiedene Gründe gibt. Zum einen vermittelt der Wechsel von taktischer Vogelperspektive und Schulterperspektive ein hautnahes Schlachtfeldfeeling, wenn Soldaten von Deckung zu Deckung hechten oder Panzer Barrikaden überrollen.

In der Schulterperspektive steuert ihr eure Einheiten nämlich direkt. Zum anderen hat jeder Soldat bestimmte Eigenschaften, die sich unter bestimmten Umständen aktivieren und euch taktische Vor- oder Nachteile im Kampf bringen. Weiterhin kann eine hohe Sympathie zwischen euren Soldaten effektive Koop-Angriffe auslösen. Daher spielt die Zusammensetzung eurer Truppe eine wichtige Rolle. Zuletzt könnt ihr auf dem Schlachtfeld auch spezielle Befehle erteilen, die euren Soldaten etwa temporäre Verteidigungsboni geben. Die Bandbreite eurer taktischen Möglichkeiten erlaubt euch also, angemessen auf jede Situation zu reagieren.

Valkyria Chronicles 4

Valkyria Chronicles 4 – Kein Soldat wird zurückgelassen!

Valkyria Chronicles 4Da jeder Charakter über eine eigene Geschichte verfügt und der Tod im Spiel endgültig ist, überlegen wir stets zweimal, ob wir einen selbstmörderischen Frontalangriff starten wollen. Ebenso spielt es eine wichtige Rolle, kampfunfähige Soldaten vom Schlachtfeld zu evakuieren (Dass diese dann trotzdem weiterhin in Zwischensequenzen Kommentare zum Geschehen ablassen, ist indessen reichlich unlogisch). Zusätzlich können wir im Hauptquartier unsere Soldaten trainieren und neue Ausrüstung erforschen.

Dadurch können wir unseren Trupp effektiv an unsere Spielweise anpassen. Etwas unglaubwürdig ist hier jedoch, dass wir für die Erforschung neuer Ausrüstung erbeutetes Geld investieren müssen. Im Kontext der Handlung macht das einfach keinen Sinn und schadet der Glaubwürdigkeit der Spielwelt.

Nichtsdestotrotz spielen sich die Kämpfe insgesamt angenehm recht taktisch und bilden das starke Kernstück des Spiels. Dennoch gibt es zwei größere Wermutstropfen. Einerseits gibt es nur zwei Schwierigkeitsgrade, die beide zu leicht geraten sind. Andererseits verhalten sich feindliche Einheiten leider zu oft wie Moorhühner und laufen uns einfach vor die Flinte. Dadurch spielt sich Valkyria Chronicles 4 auch auf dem höheren Schwierigkeitsgrad für unseren Geschmack zu einfach. Etwas mehr Herausforderung hätte es dann doch sein dürfen.

Fazit
Valkyria Chronicles 4 ist ein gutes Taktik-Rollenspiel für alle, die sich nicht vom niedlichen Anime-Look abschrecken lassen. Denn dieser kann keineswegs über den Umstand hinwegtäuschen, dass es sich hier eigentlich um ziemlich erwachsenes Spiel handelt. Leider verschenkt die Regie durch das äußerst nervige Storytelling viel dramaturgisches Potential, das die eigentlich interessante Handlung relativ schnell zum Ärgernis verkommen lässt. Die Kämpfe hingegen spielen sich trotz einer ziemlich doofen KI angenehm flüssig und der Mix aus Vogel- und Schulterperspektive ergibt eine interessante Mischung im Gameplay. Die umfangreichen Upgrademöglichkeiten für euren Trupp sowie die individuellen Eigenschaften eurer Soldaten sorgen dafür, dass ihr als Kommandeur wirklich „euren“ Trupp zusammenstellen könnt. Und kein Soldat wird zurückgelassen!
Gut
  • Story wird in einem zunächst interessanten Episodenformat erzählt…
  • Cooles Schlachtfeldfeeling
  • Umfangreiche Upgrademöglichkeiten im Hauptquartier
  • Dynamische Gefechte
Weniger Gut
  • …das leider viel dramaturgisches Potential verschenkt
  • Nur 2 Schwierigkeitsgrade
  • Dumme KI
  • Anime-Look bisweilen im Widerspruch zum düsteren Setting
7
solide

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