Overwatch

Overwatch
9

Overwatch

9.0 /10

Pros

  • Tolles Helden-Ensemble
  • Sehr coole und abwechslungsreiche Maps
  • Brawl-Modus sorgt jede Woche für verrückte Erlebnisse
  • Alle 21 Helden spielen sich sehr unterschiedlich
  • Wechsel der Charaktere innerhalb der Partie sorgt für stets dynamische Matches
  • Zahlreiche Skins und Collectibles
  • Sehr schicke Optik
  • Superbe (englische) Sprecher
  • Shooter-Mechanik tadellos umgesetzt

Cons

  • Bastion/Torbjörn für Neulinge sehr frustrierend
  • Spielvarianten noch etwas zu wenig
  • Zum Launch ohne Matchmaking

Endlich ist es verfügbar. Ich gehörte zu den Wenigen, die vom ersten Tag an in der Beta des Spiels waren. Und seitdem hat sich so viel getan! Drei neue Helden, neue Maps, neues Gameplay, Ranked Play, Brawl und so weiter und so fort. Overwatch wirkte schon vor über einem Jahr extrem sauber – und jetzt zum Release wischt der Blizzard-Titel den Boden mit der Konkurrenz auf.

Worum geht es in Overwatch? Ganz simpel: Es ist ein Arena/Hero-Shooter mit einer sehr gründlich aufbereiteten Hintergrundgeschichte. Diese wird aber leider nicht im Spiel selbst erzählt, sondern außerhalb in verschiedenen Videos. So erfahrt ihr, wie Winston sprechen lernte, wer eigentlich McCree ist, welche Motivation die Sniperbraut Widowmaker antreibt und so weiter und so fort. Das ist auch schon der einzig große Kritikpunkt am Spiel von meiner Seite, denn ohne all diese Kenntnisse sind viele Insider-Witze im Spiel selbst – etwa die zwischen Hanzo und seinem Bruder Genji – gar nicht nachvollziehbar.

Overwatch

Overwatch – Flott, taktisch, teambasiert

Overwatch bietet insgesamt 21 grundverschiedene Helden, die sich in die die vier Rollen Angriff, Verteidigung, Support und Heiler unterteilen. Gespielt wird im 6vvs6-Format in vier Spielmodi, worunter sich Eskorte, Angriff, Angriff/Eskorte und Kontrolle befinden. Bei der Eskorte gilt es dabei eine „Payload“ (Fracht) von A nach B zu bewegen, wobei sich diese schneller bewegt, je mehr Spieler in der Nähe sind. An verschiedenen Checkpoints wird die dafür verfügbare Zeit verlängert, sodass die eskortierenden Spieler einen minimalen Vorteil genießen, während die Verteidiger stets auf der Hut sein müssen. Bei Angriff – bestes Beispiel ist dabei Hanamura – müssen verschiedene Punkte erobert werden. Bei Kontrolle gilt es pro Runde im Best-of-3-Format einen Ort so lange zu halten bis der Zähler 100% erreicht.

Das ist natürlich nicht viel, aber für den Anfang reicht es, denn bei den Maps übertreffen sich die Entwickler stets selbst. Egal ob das oben bereits erwähnte Hanamura oder Hollywood, Watchpoint: Gibraltar, Lijang Tower, Route 66 und so weiter und so fort – alle sind absolut einzigartig, haben ihre coolen Easter Eggs und versprühen einen ganz eigenen Charme. Ganz frei von Kritik bin ich hierbei aber nicht, denn vor allem bei den Eskort- sowie Angriffs-Maps missfallen mir die sogenannten „Chokes“, sprich Verengungen. So wird es Verteidigern oftmals leicht gemacht, verschiedene Positionen zu halten, sodass Helden wie Bastion oder Torbjörn vor allem für Neulinge extrem frustrierend sind. Koordinierte Teams planen dagegen ihren Angriff und schalten etwaige Unruhestifter vorher aus.

Dass Overwatch am meisten Spaß mit Freunden macht, dürfte niemanden wundern, denn das taktische Gameplay auf den ganzen Maps, die eben stark auf Teamplay ausgelegt sind, bedarf einiges an Koordination. Die Schere zwischen Neulingen sowie Solisten und solchen, die schon länger dabei sind und im Team spielen, klafft extrem weit auseinander. Hierbei wird es auch sehr interessant zu sehen sein, wie Blizzard das Ranked Play im späteren Verlauf balancen will. Leider ist der Modus zum Launch nicht verfügbar und wird erst im Juni mit einem Patch nachgeliefert.

Spielerisch macht Overwatch einen fabelhaften Eindruck. Alle Partien laufen wunderbar flott und spritzig ab. Sehr speziell für den Titel ist dabei, dass ihr quasi fliegende Wechsel durchführen könnt. Ist D.VA gerade nicht gut, um die Payload zu eskortieren? Kein Problem! Einfach auf Reinhardt oder einen der anderen Tank-Helden wechseln und das Feld neu aufmischen. Vor allem im Matchmaking wird es wichtig sein, das gegnerische Team mit der korrekten Wahl der Helden zu kontern. Mei beispielsweise ist wunderbar dazu geeignet, das gegnerische Team voneinander zu trennen oder Genji sowie Tracer – zwei flinke Helden – komplett lahmzulegen. Hierbei spielt die Balance natürlich eine ungemein wichtige Rolle, doch Jeff Kaplan und sein Team beweisen ein glückliches Händchen und liefern ein sehr gutes Ergebnis.

Vor allem bei den „Ultimates“ der Charaktere gab es in früheren Versionen immer wieder Probleme, weil sie zu mächtig waren. In der Launch-Fassung ist davon nichts mehr zu sehen und die unterschiedlichen Fähigkeiten können eine Partie zwar drehen, sind aber nie unfair und vor allem: Immer konterbar. Wenn Pharah also ihren Raketenregen vom Himmel prasselt, dann ist sie völlig wehrlos und kann sich nicht bewegen. Junkrats „Rip-Tire“ lässt sich problemlos zerschießen, während D.VA oder Roadhog mit simplen „Line of Sight“ (Sichtlinie)-Tricks ausgespielt werden.

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Ein pralles Paket

OverwatchBlizzard Entertainment kann inzwischen auf einen sehr großen Ideenpool zurückgreifen und nutzt vorhandene Ideen der eigenen Teams, um Overwatch zu einer noch runderen Sache zu machen. So gab es in den ersten sechs Monaten der Beta beispielsweise noch keine Skins, keine Achievements, keine Spieler-Progression und auch keine ausgefeilten Statistiken. All das ist nun enthalten und sorgt für verdammt viel Motivation, den Titel stets zu zocken.

Die Spieler-Progression ist dabei sehr simpel wie auch oberflächlich: Je nach Leistung und Spielergebnis bekommt ihr Erfahrungspunkte, die nach und nach zum Level-Aufstieg führen. Spielerische Auswirkungen hat dies aber nicht, denn pro Level gibt es eine Loot Box, in der sich mindestens ein seltener Gegenstand befindet (vergleiche Hearthstone Packs). Zu den Items zählen neue Skins, Emotes, Voice-Lines, Heroic Intros und so weiter und so fort. Die Entwickler haben vor allem bei den Skins ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und coole Ideen implementiert. Wer will, kann sich besagte Loot Boxes auch für Gold (gibt es ebenfalls aus den Boxes oder für Duplikate) oder echtes Geld im Shop kaufen.

Nachdem World of Warcraft die Erfolge eingebaut hatte, folgten so ziemlich alle anderen Spiele von Blizzard ebenso – mit Ausnahme Hearthstone und Heroes of the Storm. Auch Overwatch setzt auf sogenannte Achievements, die euch für coole Aktionen im Spiel oder simple Errungenschaften (wie etwa Level 25 oder 50) belohnen. Wie auch schon bei den Loot Boxes gibt es keinen spielerischen Vorteil, sondern rein kosmetische Spielchen freizuschalten – quasi als nettes Extra obendrauf.

OverwatchSehr viel cooler ist dagegen der Brawl-Modus, der ganz genau so funktioniert wie der aus Hearthstone. Das Regelwerk wird dabei jede Woche neu bestimmt und so gilt es mal als volles McGree-Team zu zocken oder mit Pharah durch die Luft zu fliegen. Die Matches sind stets verrückt und abstrus – machen aber auch genau deswegen so viel Spaß. Ich erwischte mich sehr oft dabei, dass mir der Sieg egal war – vielmehr stand einfach nur das Chaos im Vordergrund. Wer also gerade keine Lust auf Matchmaking oder Unranked hat, kann sich hier nach Herzenslust austoben.

Optisch macht Overwatch einen fabelhaften Eindruck. Wer einen potenten Rechner besitzt, kann sich auf einen erstklassig aussehenden Shooter freuen, der voller Details ist und coole Effekte zu bieten hat. Sehr nett ist auch, dass ihr innerhalb des Spiels das Render Scale auf 200% setzen könnt, sodass die Grafik in 4K gerendert und dann auf 1080p herunterskaliert wird, um so ein noch schärferes Bild zu gewährleisten. Auch auf Seiten des Sounds weiß der Titel vollends zu gefallen und die englischen Sprecher leisten einen fabelhaften Job.


[blockquote cite="Adam Smieja"]Adam SmiejaEs war wie Liebe auf den ersten Blick. Als ich Overwatch zum ersten Mal im Rahmen der Beta spielte, wusste ich um die Qualität des Spiels Bescheid. Es kommt nämlich verdammt selten vor, dass eine so frühe Version schon so ausgereift wirkt – und umso mehr erfreut es mich, dass die Entwickler so viele Dinge seitdem implementiert haben. Der Hero-Shooter überzeugt mit einem üppigen Umfang und der passenden Abwechslung. Im Streit um den Hero-Shooter-Thron gewinnt Overwatch meiner Meinung nach mühelos. Weder Paragon, noch Battleborn, noch Paladins können dem Blizzard-Titel das Wasser reichen. Etwas schade ist nur, dass das Matchmaking nicht zum Launch verfügbar ist.
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... ist Chefredakteur bei Spieletester.de und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

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