Assassin’s Creed Origins (Xbox One) Vorschau #2

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Während eines Preview-Events zu Assassin’s Creed Origins konnte ich gleich drei Stunden ungehindert spielen. Dabei machte das Spiel einen fantastischen Eindruck und zeigt, dass die Pause im vergangenen Jahr die richtige Entscheidung war. Wie frisch wirkt das sandige Abenteuer im virtuellen Ägypten? Erfahrt es in den nachfolgenden Zeilen!

Bevor ich auf das Gameplay des Spiels zu sprechen komme, will ich euch eine kurze Geschichtsstunde geben. Wie der Name des Spiels bereits durchblicken lässt, handelt es sich bei Assassin’s Creed Origins um den Ursprung der Assassinen und Templar. So finden wir heraus, dass die beiden großen Fraktionen, Templar und Assassine, ihren Ursprung im Zwist zwischen den Medjay und dem Orden der Ältesten entstanden sind. Bayek gehört zu den Medjay und kämpft zusammen mit seiner Frau Aya gegen den besagten Orden.

Ich bin gespannt, ob die Schreiber der Story den Strang aus Assassin’s Creed Syndicate fortführen, wo Juno eine durchaus große Enthüllung machte (aus Spoilergründen nenne ich diese nicht). Wir wissen bereits, dass uns Syndicate näher und näher an die Wahrheit in der Realität führte und ich kann mir gut vorstellen, dass wir dieser nun verflucht nahekommen, wenn wir die Ursprünge des Ganzen erforschen. Wie sich die Realitäts-Sequenzen spielen ist leider nicht bekannt. Ich für meinen Teil hoffe, dass sich Ubisoft hierfür etwas mehr als nur lahme Abschnitte wie im Vorgänger ausgedacht hat. Wenn ich darauf tippen müsste: Wir erleben die Story von Desmonds Sohn, der in Syndicate in „Reconstructed Data#010“ (via Encyclopedia – Present Day – Assassins Intel auffindbar) erstmals erwähnt wird. Er befindet sich nämlich bereits in den Händen von Abstergo.

Aber genug der Spekulation – machen wir uns an das Gameplay!

Assassin's Creed Origins

Assassin’s Creed Origins meets Breath of the Wild meets Rollenspiel

Ich startete meine Session bereits auf Level 15, sodass allerhand Fähigkeiten im Skilltree verfügbar waren. Und wenn ihr bis heute nicht wusstet, dass es sowohl Level-Ups als auch Skills gibt – nun wisst ihr Bescheid! Dabei kann ich aus drei Spezialisierungen wählen: Krieger, Seher und Fernkampf. Während der Krieger und Fernkämpfer noch einleuchtende Marschrouten für den Spielstil sind, so handelt es sich beim Seher um eine Art Trickster, der heimlich mordet und seinen Gegnern den Kopf verdreht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Loot-Systeme gab es bereits in den Vorgängern, doch in Assassin’s Creed Origins machen es die Entwickler endlich richtig. So könnt ihr fallengelassene Waffen eurer Feinde aufnehmen und seht verschiedene Seltenheitstypen. Von grau über blau und lila bis hin zu orange für superbe Waffen ist alles dabei. Je seltener, desto besser, schließlich haben die lila und orangenen Waffen mächtige Attribute und Zusatzfähigkeiten wie eine erhöhte kritische Trefferchance oder einen zusätzlichen Blutungseffekt. Bayek kann zwei Nah- und Fernkampfwaffen mit sich tragen und ihr dürft im Kampf nahtlos zwischen diesen wechseln. In den verschiedenen Städten des Spiels befinden sich zudem Schmiede, die euer Eisen upgraden – wenn ihr die nötigen Materialien dafür habt.

Assassin's Creed OriginsIch persönlich hatte einen Heidenspaß mit Bayeks Bogen, denn es fühlt sich unglaublich befriedigend an, wenn man einen Gegner aus großer Entfernung sofort ausschalten kann. Generell ist die Handhabung auch unterhalb der verschiedenen Waffen sehr unterschiedlich. Mein exotischer Bogen (orange) beispielsweise hatte sehr wenig Munition, dafür aber hat er selbst Gegner mit zwei Stufen über der meinen locker erledigt. Im Gegensatz zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild müsst ihr euch hier aber keine Sorgen bezüglich der Abnutzung machen. Lediglich die Munition des Bogens kann ausgehen. Und selbst dann könnt ihr verschossene Pfeile an den Leichen der Gegner wieder aufsammeln.

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Assassin’s Creed Origins – Keine Ein-Mann-Armee

Wenn ihr euch noch an die Kämpfe in Syndicate, Unity und Konsorten erinnert, dann denkt ihr vermutlich zuerst an die Ein-Mann-Armee. Egal ob Altair, Ezio oder Evie. Alle konnten sie problemlos fünf oder sechs Gegner gleichzeitig plattmachen, weil sie liebevoll nach der Reihe angriffen und sich noch viel einfacher haben kontern lassen. Das Kampfsystem in Assassin’s Creed Origins hat eine komplette Überarbeitung erfahren. Nichts ist mehr von den Ursprüngen übrig. Und das ist auch verdammt gut so.

Bayek kämpft mit Pfeil und Bogen oder Schwert und Schild. Oder aber mit einer Zweihandwaffe. Blocken, leichter und starker Angriff – diese Trinity hört sich zunächst sehr einfach an, ist aber ungemein taktisch bedingt. Natürlich können feindliche Angriffe pariert werden, doch im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es diesmal keinen Hinweis auf das richtige Timing. Ihr müsst das also schon selbst herausfinden. Normale Gegner auf demselben Level wie ihr sind dennoch kein Problem, doch sobald sie in Massen auftauchen, können auch sie mächtig Stunk machen, schließlich greifen sie nun alle gleichzeitig an und nicht mehr nur der Reihe nach. Hier ist es also ungemein wichtig, auszuweichen und sein Momentum auszunutzen.

Assassin's Creed OriginsIn dem von mir gespielten Gebiet ist mir darüber hinaus aufgefallen, dass es keine wirklich hohen Gebäude mehr gibt, die mir einfache Kills ermöglichen. Stattdessen muss ich also die unmittelbare Umgebung wie Büsche oder das Wasser nutzen, um meine Feinde aus dem Nichts zu überraschen. Und ohnehin gibt sich die KI etwas cleverer als zuvor, denn sie suchen frenetischer und laufen seltener in eure Fallen.

Übrigens: Mit dem Adler Senu könnt ihr Gegner bereits aus der Luft erspähen und markieren. Die „Eagle Vision“ der Vorgänger hat also endlich eine gute und sinnvolle Änderung erhalten.

Assassin’s Creed Origins – Das The Witcher 3 Syndrom

Die meiste Zeit der drei Stunden habe ich damit verbracht, die Spielwelt zu erforschen und die zahlreichen Nebenquests zu absolvieren. Ein Blick auf die Mainquest, die irgendwo zwischen Anfang und Mitte des Spiels spielt, wird mir keinen echten Informationsgewinn liefern. Das virtuelle Ägypten ist voll mit irgendwelchen Bespaßungen. Ganz oben auf eurer To-Do-Liste dürften die komplett überarbeiteten Nebenquests sein, bei denen sich Ubisoft ganz stark am polnischen Vorbild The Witcher 3 orientiert. Anstatt einfach nur irgendwen abzumurksen oder zu verfolgen, erlebt ihr hier nun ganze Quest-Reihen, die Geschichten abseits der Main-Story erzählen und das Spielerlebnis greifbarer und vor allem glaubwürdiger machen.

Denn auf diese Weise füllt Ubisoft das Spiel auch mit Leben. Natürlich findet ihr an jeder Ecke irgendwelche Tiere, Menschen, die ihrem Leben (das sogar mit der internen Spieluhr gut abgestimmt ist) und so weiter und so fort. Doch eben die Nebenquests verleihen diesen scheinbaren Nonames einen Sinn. Ich für meinen Teil kann es kaum abwarten die Tragödien und Dramen rund um die virtuellen Bewohner Ägyptens herauszufinden.

Assassin's Creed Origins

Auch die Map haben die Entwickler ganz nach dem Witcher’schen Vorbild gestaltet. Wenn es Nebenquests gibt, so sind diese mit einem Fragezeichen markiert, sobald ihr den Aussichtsturm (ja, die gibt es noch immer) erklommen und den Abschnitt synchronisiert habt. Dass Ubisoft aber einige alte Tugenden mitnimmt, ist gar nicht verkehrt, denn Assassin’s Creed Origins ist so anders, dass es sich fast schon wie ein neues Spiel anfühlt. Diese wiederkehrenden Elemente sind also sehr wichtig, um den Geist der Reihe beizubehalten.

Es macht einfach richtig Spaß durch die Welt zu reiten (auch auf einem Kamel!) und das Treiben der Bewohner zu beobachten. Oder eben Camps einzunehmen. Dieses Feature gab es aber auch schon in Syndicate.


Ersteindruck:

Assassin’s Creed hat seine wohlverdiente Pause bekommen und die Entwickler haben die zusätzliche Zeit verdammt gut genutzt. Die Reihe brauchte dringend ein komplettes Redesign und das ist passiert. Assassin’s Creed Origins ist in seinen Kernelementen neu gemacht und behält nur das, was es behalten muss. Das bedeutet ganz konkret: Türme erklimmen zum Synchronisieren, akrobatisches Parkours – mit vielen ultracoolen neuen Moves übrigens – und natürlich die Abstergo-Geschichte. Ansonsten aber haben die Entwickler alles über den Haufen geworfen. Wenn ich Origins beschreiben müsste, dann träfe die Formulierung „Zelda: Breath of the Wild meets The Witcher 3 meets Far Cry“ die Sache sehr treffend.

Doch Assassin’s Creed Origins ist vielmehr als nur die Summe seiner Teile. Der neue Ableger spielt sich einfach von der ersten Minute an wie ein völlig neues Spiel mit alten, bekannten Gesichtern. Allen voran das Kampfsystem gefällt mir verdammt gut, weil es mich jetzt belohnt, wenn ich riskante Manöver wage. Das Parry-Gespamme ist weg und ebenso die dämliche KI der Gegner. Und die Grafik erst! Auf der Xbox One X sah das Spiel bereits fantastisch aus. Ich bin gespannt, wie viel besser die PC-Fassung ist. Und vor allem wird es spannend zu sehen sein, wie sich die Basis-Konsolen schlagen. Zwischen der XBX und PS4 Pro dürfte aber tatsächlich nur die native Auflösung als Unterschied bestehen, denn beide sind nicht nativ in 4K, sondern checkerboarden sie hoch.

Mark my words: Assassin’s Creed Origins wird der beste Teil der gesamten Reihe. Sofern Ubisoft die Abstergo-Story nicht vergeigt hat (Bitte nicht schon wieder…).

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