Ich bin mir nicht sicher, was größer war – die Freude oder die Überraschung, als Irrational Games die Hüllen seines „Project Icarus“ fallenließ, BioShock: Infinite ankündigte und klar war, dass ich den Titel auf der gamescom sehen würde. Endlich wieder BioShock, endlich wieder Rapture! Doch Moment, es geht ja gar nicht mehr in die Unterwasser-Stadt! Und Big Daddys gibt es so auch nicht mehr! Welcher Teufel hat Irrational denn da geritten?! Ok, zugegeben, diese Zweifel waren schon kurz nach dem ersten Betrachten des Debut-Trailer vollkommen beseitigt und nachdem ich dann aus der gamescom-Präsentation herauskam, war mir klar: Dieses Spiel MUSS ich haben! Warum BioShock: Infinite in meinen Augen eindeutig das beste Spiel der gamescom war und bereits jetzt ein ganz großer Kandidat für das Spiel des Jahres 2012 ist, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten!

Über den Wolken…

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, spielt BioShock: Infinite nicht mehr in Rapture, es spielt auch nicht mehr in den 60er Jahren wie noch seine beiden Vorgänger und selbst ikonische Figuren wie der Big Daddy oder die Little Sister sind Vergangenheit – oder in diesem Fall eher Zukunft, denn BioShock: Infinite spielt in den Anfängen des 20. Jahrhunderts, also einige Jahrzehnte bevor der Visionär Andrew Ryan im Geheimen die Unterwasserstadt für Künstler und Wissenschaftler errichtete.

Neuer Schauplatz ist die fliegende Stadt Columbia, die zur Jahrhundertwende ganz offiziell von der US-Regierung erbaut und in die Lüfte geschickt wurde. Getarnt als fliegender Jahrmarkt flog die Stadt über den Wolken quer über den Globus und demonstrierte die Macht und den technologischen Fortschritt der USA. Doch als sich der vermeitliche Rummel als gewaltiges Kampfschiff entpuppt – Game-Designer Ken Levine vergleicht Columbia gerne mit dem Todesstern aus Star Wars – kommt es zu einer internationalen Krise. Die US-Regierung streitet natürlich alles ab und schon bald verschwindet Columbia für lange, lange Zeit irgendwo hoch über den Wolken.

Der Spieler schlüpft Jahre später, genauer gesagt 1912, in die Rolle des Privatdetekivs Booker DeWitt, der nach seiner Entlassung bei der Pinkerton National Detective Agency den Großteil seiner Zeit an der Bar verbringt. Doch eines Tages bekommt er einen äußerst verlockenden und interessanten Auftrag: Er soll Elizabeth, die Tochter seines Clienten, aus der lang verschwundenen Wolkenstadt befreien, denn dort wird sie seit 12 Jahren gefangengehalten. Zu seiner Überraschung findet DeWitt die Wolkenstadt und auch Elizabeth äußerst schnell, nur die Flucht entpuppt sich als recht problematisch, denn die beiden geraten mitten in einen langjährigen Konflikt, der sich irgendwie um das junge und scheinbar sehr mächtige Mädchen zu drehen scheint.

Mr. Bubbles, Mr. Bubbles, are you there, are you there?

BioShock: Infinite spielt also Jahrzehnte vor der Erschaffung Raptures und statt einer Unterwasser-Stadt haben wir nun das andere Extrem – heißt das also, dass es keinen Mr. Bubbles (Bid Daddy) mehr geben wird? Jein! Bereits im Trailer war ein mechanisches Wesen zu sehen, mittlerweile wird der kräftige Kerl, dessen Herz durch eine Glaskuppel auf der Brust zu sehen war, als „Handyman“ bezeichnet. Er wird dem Spieler und Elizabeth immer wieder über den Weg laufen und sie in Kämpfe verwickeln – sein konkretes Motiv ist jedoch unklar. Auch ist bisher nicht bekannt, ob er der einzige seiner Art ist.

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Einen entfernten Verwandeten findet der Handyman jedoch in einer gigantischen Krähen-ähnlichen Konstruktion, die uns ebenfalls stets auf den Fersen ist und versucht, uns Elizabeth zu entreissen.[]

Trailer oder Gameplay?

Ich muss zugeben – ich war mir teilweise echt nicht mehr sicher, ob ich gerade einen Trailer sehe oder wirklich gespielt wird, denn BioShock: Infinite wirkte, zumindest in der Präsentation, so unglaublich cineastisch, so dynamisch, so flüssig und so großartig inszeniert, dass es genauso gut eine langw Zwischensequenz oder eben ein Trailer hätte sein können.

Die Demo begann ganz ruhig. Wir befinden uns mitten in der Story und müssen Elizabeth wiederfinden, nachdem wir sie durch irgendeinen Vorfall verloren haben. Ein kurzer Monolog macht dem Spieler klar, was zu tun ist. Die Straßen von Columbia sind gespickt mit Barrikaden und Waffen, an den Häuserfassaden prangen patriotische Propaganda-Plakate und während wir uns langsam fortbewegen, kommt uns eine leere Kutsche mit einem mechanischen Pferd entgegen. Auf einem kleinen Platz treffen wir auf einen unfreundlichen Kerl, der von einer Kiste aus Hassprädigen vom Stapel lässt und wild um sich schimpft. Als wir uns eines der herumliegenden Gewehre schnappen, bricht das Chaos aus. Der Mistkerl beschießt uns zunächst, springt dann aber mit einem Haken an eine der zahlreichen Schienenstücke, die die verschiedenen Teile von Columbia miteinander verbinden, und saust davon.

Als wir uns den Inhalt einer Krähen-förmigen Flasche zu Gemüte führen, erhalten wir plötzlich ungeahnte Kräfte und verfügen über Telekinese! Ebenfalls mit einem Haken ausgerüstet eilen wir dem Kerl hinterher und starten eine wilde Verfolungsjagd, mehrere tausend Meter über sicherem Boden.

Telekinese!

Nachdem wir uns des Prädigers entledigt haben, bekommen wir es mit einer neuen Bedrohnung zu tun: Eine gewaltige Kanone feuert auf uns und zerschießt so langsam aber sicher die Plattform, auf der wir uns befinden. Mit dem Greifhaken sausen wir also schnell zum Gegner, der jedoch schon darauf vorbereitet ist und uns die gewaltige Kanonenkugel direkt um die Ohren schießt. Zum Glück wird nur das Gebäude hinter uns getroffen, in das wir uns erstmal zurückziehen, um durchzuschnaufen. Plötzlich befinden wir uns mitten in einer vollen Bar. Zunächst ist alles ruhig, doch dann werden die Leute auf uns aufmerksam und auch hier bricht das Chaos aus. Plötzlich stehen wir locker 20 wütenden Kerlen gegenüber. Einen Gegner, der eine Shotgun in der Hand hält, erledigen wir auf besonders coole Art und Weise: Mit unseren telekinetischen Kräften entreissen wir ihm wie durch Zauberhand die Waffe, drehen sie in der Luft herum, lassen sie einige Sekunden bedrohlich vor seiner Nase schweben und drücken dann ab! Doch dieser coole Trick funktioniert nicht bei dutzenden Gegnern und so heißt unsere einzige Wahl erstmal: Flucht!

Also sprinten wir wieder aus dem Gebäude heraus, doch da wartet schon der Kanonier auf uns. Diesmal sind wir jedoch vorbereitet und fangen sein schweres Geschoss mit unseren Kräften ab, drehen es um und schleudern es in seine Richtung. In einem gewaltigen Feuerball geht das Teil in die Luft und wir können uns ein Grinsen nicht verkneifen. Doch als der laute Knall verstummt, werden wir direkt wieder an unser vorheriges Problem erinnert – die wütende Meute, die nun ebenfalls aus dem Haus stürmt und uns quer über die Plattform jagt.[]

Mehr als nur ein kleines Mädchen

Zwar konnten wir einige Verfolger erledigen, doch so langsam werden wir umzingelt und immer näher an den Rand der Plattform gedrängt. Ein paar Blitze – ebenfalls eine unserer just erworbenen Fähigkeiten – finden zwar noch ihre Ziele, doch gegen diese Übermacht haben wir keine Chance. In letzter Sekunde hören wir einen Schrei, die Kamera schwenkt nach links und zeigt Elisabeth, die uns von einem Balkon aus unterstützt und zeigt, wie mächtig sie ist. So erschafft sie über den Gegnermeute eine Gewitterwolke, die wir nur noch mit ein paar Blitzen speisen müssen, wodurch unsere Verfolger allesamt elektrifiziert werden. Zusammen mit der holden Maid kämpfen wir uns weiter durch die Stadt, als wir vor einer Barrikade beschossen werden. Schnell verschanzen wir uns hinter den Kisten und überlegen uns eine Taktik. Wieder ist es Elizabeth, die uns den entscheidenen Vorteil verschafft und mit Hilfe ihrer Kräfte alle metallischen Gegenstände in der Umgebung – Gabeln, Pfannen, Gewehrkugeln, Stangen und so weiter – zu einem großen, glühenden Ball verschmilzt, den wir dann wiederum per Telekinese auf unsere Gegner feuern können.

Solche Kombo-Attacken wird es in BioShock: Infinite öfter geben, wobei Elizabeth mit jeder genutzten Fähigkeit immer schwächer wird – man sollte sich also stark überlegen, wie sehr man das arme Mädchen ausnutzt.

The Handyman, yes the Handyman can!

Zum Schluss der Demo trafen wir dann auf einen alten Freund, den wir bereits im Trailer gesehen haben – den Handyman! Dieser überrascht uns auf einer Brücke und scheint von unseren kleinkalibrigen Waffen relativ unbeeindruckt zu sein. Trotzdem schaffen wir es irgendwie, ihn ein wenig zurückzudrängen, gerade so weit, dass wir die Tragekonstruktion der Brücke mit einer Kanonenkugel zerstören können, das gesamte Teil in sich zusammenbricht und den Handyman mit sich in die Tiefe reisstt. Zwar hält er sich noch am Rand der Plattform fest, doch ein paar Schüsse mit der Shotgun lösen auch dieses Problem. Sicher war es aber nicht das letzte Mal, dass wir diesem Burschen über den Weg laufen.

[VIDEO:1727]Der Debut-Trailer zu BioShock: Infinite

„War das das Biest, das hinter dir her war?“, fragt DeWitt seine wiedergewonnene Verbündete. „Nein, DAS DA!“

Die Kamera schweift auf eine gewaltige, mechanische Krähe, die auf dem Dach eines Gebäudes landet und sich bereit für den Angriff macht. Ende.


Fazit:

Wow! Einfach nur unglaublich! Es war teilweise wirklich schwer zu sagen, was nun gescriptet war, wo wir wirkliches Gameplay gesehen haben und wann es eine Zwischensequenz gab, denn BioShock: Infinite sah – zumindest in der Präsentation – einfach permanent großartig aus und raubte wirklich jedem im Raum den Atem. Übrigens war das auch die einzige Präsentation, die ich erlebt habe, bei der nach dem Gameplay und noch vor Ende des Vortrages geklatscht wurde – zurecht, denn was uns da vorgeführt wurde, war einfach umwerfend! Mit BioShock hat Irrational Games schon ein großartiges Spiel herausgebracht, doch BioShock: Infinite verspricht, ein wahres Meisterwerk zu werden. Hoffen wir, dass die Präsentation kein Blender war und das fertige Spiel genauso atemberaubend wird, denn dann haben wir bereits jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel des Jahres 2012 gesehen.

Ersteindruck: Sehr gut

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1 KOMMENTAR

  1. Die ersten Bilder von Bioshock Infinite sehen schonmal wirklich super aus. Die Videos, die ich auf http://www.bioshock-infinite-portal.de gesehen habe, machen auch eine sehr guten Eindruck. Und wenn das Spiel ähnlich gut wird wie Bioshock 1, dann werde ich es mir auf jeden Fall zulegen. Ich hoffe die Entwickler halten sich an den termin im nächsten Jahr.

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