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Black Desert Online Vorschau

Im Rahmen der geschlossenen Alpha hatte ich die Möglichkeit, Black Desert Online zu spielen und meinen Ranger auf Stufe 30 zu bringen. Wie schlägt sich das koreanische MMORPG und wie viel asiatischer Einfluss ist für die erste westliche Version noch übrig? Das und ein wenig mehr erfahrt ihr in meiner Vorschau!

Wie alle anderen MMORPGs fängt auch Black Desert Online mit der Charaktererstellung an. Dabei standen mir bereits einige Klassen zur Verfügung, wobei es für den westlichen Launch lediglich sieben von zwölf geben wird. Warum man die fehlenden fünf, unter anderem den Blader (Nahkämpfer mit zwei Klingen), nicht mitliefert, ist mir etwas schleierhaft. Aber sei’s drum, denn die bisher gespielten Klassen spielen sich angenehm unterschiedlich und sehen ziemlich cool aus. Übrigens: In der geschlossenen Alpha herrschte ein strikter Gender-Lock, sprich: Nur weibliche Charaktere können den Ranger spielen, während nur männliche den Warrior zocken dürfen.

Der Charakter-Editor hingegen ist der Beste in der gesamten Branche. Ihr könnt wirklich alles, und ich meine sprichwörtlich alles, verändern. Das reicht von Pupillen, deren Form, Größe, Winkel bis hin zum Hintern, den Ober- und Unterschenkeln, Händen, Armen und sogar Fingern und deren jeweiligen Unterbereiche. Kein Wunder also, dass sich mit dem Editor auch Promis spielend leicht nachbilden lassen. Lee Ji-Eun (meine Lieblingssängerin)? Kein Problem. Gandalf als mächtigen Wizard? Läuft. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und theoretisch ist es nahezu unmöglich, zwei gleichartige Charaktere zu finden. Sofern ihr es nicht beim Preset belasst, versteht sich.

Black Desert Online – Entschlackter Grind

Diejenigen unter euch, die sich mit der koreanischen Version von Black Desert Online befasst haben, werden vielleicht wissen, dass das Original extrem Grind-lastig ist. Für die westliche Version haben die Entwickler genau das etwas zurückgefahren. Das Gameplay an sich wurde aber nicht verändert und so ist es ein natürlicher Ablauf, dass ihr gelegentlich grinden werdet. Das aber ist gar nicht mal so schlecht gemacht, denn die Monsterdichte ist oftmals sehr hoch und die Art des Spiels beruht auf sehr viel Flächenschaden. Ihr nehmt es also des Öfteren mit sechs, sieben oder gar zwölf Feinden gleichzeitig auf.

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Ähnlich wie TERA werdet ihr aber nicht stur am Mob stehen, sondern aktiv das Kampfgeschehen dirigieren. Als Ranger etwa halte ich meine Feinde auf Abstand und kann durch einige mächtige Wind-Attacken alle Widersacher zu Boden werfen mit starken 3-Sekunden-Stun oder schleudere sie mehrere Meter zurück. Falls sie doch an mich herankommen, gibt es sogenannte „Evasive Shots“, mit denen ich geschwind ausweiche und nebenbei meine Pfeile verschieße. Die Animationen des Spiels laufen dabei butterweich ab und sehen richtig stark aus.

Und ohnehin: Das Kampfsystem des Spiels ist unglaublich schnell und effektgeladen. Auf Level 30 standen mir bereits einige der stärkeren Fähigkeiten zur Verfügung, die meinen Bildschirm regelrecht haben beben lassen. Ein spektakulär inszenierter Effekt jagt den nächsten, wobei die Übersicht dank eines recht schlanken und völlig individualisierbaren UI gewahrt bleibt. Neue Skills lernt ihr übrigens nicht bei Level-Aufstieg, sondern entweder beim Trainer oder über Skill-Punkte. Diese werden für verschiedene Aktionen verteilt – eine davon über das Grinden von Feinden. Ein besonderer Clou des Spiels: Zu Beginn werdet ihr die HP-Balken eurer Widersacher nicht schrumpfen sehen. Es wirkte etwas befremdlich auf mich, doch es hat einen Grund: Ihr müsst zunächst Kampferfahrung sammeln und nach einigen Kills lernt euer Charakter seinen Gegenüber besser kennen und kann schlussendlich seine HP analysieren.

Das Quest-Design des Spiels wirkt dabei ziemlich rückschrittlich. In den vielen Städten werdet ihr stets von A nach B zu C über D und wieder zurück zu A geschickt. In den meisten Fällen müsst ihr dabei nur mit irgendeiner Person sprechen, irgendwelche Gegenstände schleppen (das ist aber ganz cool gemacht) oder den Botenjungen spielen. Kreativ sieht anders aus. Außerhalb der Städte müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnern töten, Gebiete erkunden oder eigenartige uralte Verteidigungsanlagen abchecken. Ich war nicht sonderlich beeindruckt. Da hilft auch der Kaonashi nicht, den ihr jederzeit herbeirufen könnt. Der schwarze Geist ist an euren Charakter durch mysteriöse Umstände gebunden und will nicht nur seine finale Form erlangen, sondern hasst auch die Menschen. Die Storyline des Spiels hat durchaus einige interessante Nuancen, allerdings habe ich bislang zu wenig davon gesehen, um konkret darüber zu sprechen.

Black Desert Online – Das Sandbox-MMO mit Crafting-Fokus

Black Desert Online ist vielmehr ein Sandbox-MMO als ein klassisches World of Warcraft. Es legt im Lategame einen deutlichen Fokus auf PvP und Crafting, wobei ich ersteres leider noch nicht ausprobieren konnte, da dies erst mit Level 31 zur Verfügung stand. Aus der koreanischen Version kann ich euch aber bereits berichten, dass ihr euch zu Gilden zusammenschließen könnt, um Festungen zu bauen. Privates Housing ist ebenfalls möglich und erlaubt es euch darüber hinaus diverse Mineralien und Materialien abzubauen. Ihr könnt Festungen anderer Spieler besetzen, auf die Jagd nach anderen Spielern gehen und euer Karma ausbauen.

Ein sehr interessanter Aspekt des Spiels ist die Interaktion mit den NPCs. Im koreanischen als „Chit-Chat-System“ (freie Übersetzung meinerseits) benannt, könnt ihr durch dieses Minispiel verschiedene Beziehungen mit den NPCs erarbeiten, um so Rabatte bei Händlern zu bekommen oder neue Quests freischalten. Ihr müsst dabei die verschiedenen Figuren in eine soziale Matrix einbinden, damit sie Infos bekommen, die sie interessieren – welche das sind, werden euch am linken Bildschirmrand angezeigt. In der geschlossenen Alpha funktionierten manche Texte noch nicht ganz. Sei’s drum.

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Das Crafting-System von Black Desert Online ist ziemlich komplex. Es ähnelt dabei dem von ArcheAge ein wenig, bietet aber sehr viele eigene Aspekte. Eine angenehme Änderung gegenüber der Konkurrenz: Die Traderuns müsst ihr nicht selbst übernehmen, sondern könnt NPCs anheuern, die das für euch erledigen. Sie übernehmen übrigens auch den Rohstoff-Abbau, sobald ihr euch ein Haus gekauft habt. Wer nun an die Garnisonen aus World of Warcraft denkt: Falsch! Daum Games macht nämlich keine halben Sachen und integriert diese tatsächlich in die Spielwelt, sodass auch sie ihren Tagesabläufen folgen. Das belebt den Titel ungemein und lässt die Städte nicht nur lebendig, sondern auch randvoll wirken.

Die Crafting-Kapazität wird übrigens mit einem Energie-System geregelt. Habt ihr keine Kraft mehr, geht für eine gewisse Zeit eben nichts mehr. Die Materialien könnt ihr natürlich auch selbst beschaffen, was dabei sehr klassisches funktioniert: Braucht ihr Holz, kauft ihr euch eine Axt und lauft zum nächstbesten Baum und hackt rund 10 Sekunden auf diesen ein bis ihr es looten könnt. Apropos Loot: Eine Massen-Loot-Funktion wäre durchaus hilfreich.

Black Desert Online – Next-Gen-Sandbox-MMO

Wenn es etwas gibt, in dem Black Desert Online zur Referenz wird, dann ist es zweifelsfrei die Grafik des Spiels. Wer die nötigen PC-Komponenten besitzt (Geforce 970 sollte es dabei schon mindestens sein), bekommt ein verdammt gutes Bild geboten. Qualitativ lässt es sämtliche Konkurrenten eiskalt im Regen stehen und macht eine dermaßen unglaublich gute Figur, dass ich für einen Augenblick dachte, ich würde ein Offline-Rollenspiel spielen. Der Detailreichtum ist unerhört und selbst der Regen verändert die Spielwelt durch aktive Pfützenbildung, nass werdende Kleidung und nasse Haare (!). Zur Akustik kann ich nicht so viel sagen: Die Hintergrundmusik des Spiels geht soweit in Ordnung, die englische Sprachausgabe war leider noch nicht implementiert.


Ersteindruck:

Ich kenne Black Desert Online bereits aus der koreanischen Beta und wusste daher ziemlich schnell, wie der Hase läuft. Nichtsdestoweniger bin ich immer noch über die extrem hohe Qualität verblüfft, die Daum Games hier abliefert. Die westliche Fassung gestaltet sich als weniger krasser Grind, bietet aber im Gegenzug eine ganze Fülle an generischen „Töte X Gegner“- und „Sammle Y Gegenstände“-Quests sowie die noch viel schlimmeren Botengänge. Doch davon abgesehen ist Black Desert Online ein waschechtes Next-Gen-Sandbox-MMO, das nicht nur viele Regeln bricht, sondern auch starke neue Akzente setzt, die das Genre bitter nötig hat, um nicht zum Einheitsbrei zu verkommen. Wenn ihr euch auf etwas Neues einlassen wollt, dann ist Black Desert Online die beste Wahl. [/blockquote]

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... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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