Nachdem die deutsche Spieleschmiede Crytek im Jahre 2007 die grafische Messlatte mit dem futuristischen Shooter Crysis ganz weit nach oben setzte und der Titel noch heute als Benchmark für einen guten PC gilt, erscheint nun im März 2011 der zweite Teil – diesmal auch für Konsolen! Wir haben uns auf der gamescom in ein Multiplayer-Duell zwischen Journalisten und QA-Mitarbeitern (Quality Assurance) begeben und auf zwei verschiedenen Karten Entwickler-Ärsche versohlt. Vielleicht haben sie uns auch einfach gewinnen lassen, damit wir das Spiel besser finden, aber das wäre vermutlich gar nicht nötig gewesen, denn im Mehrspieler-Modus macht auch der zweite Teil so richtig Laune!

New York, New York!

Spätestens seit dem ersten richtigen Trailer zu Crysis 2 dürfte nicht nur Frank Sinatra dank seines ikonischen Songs wieder absolut In sein, auch der neue Einsatzort des zweiten Teils wurde damit endlich bestätigt: Es geht in die Stadt, die angeblich niemals schläft! Kein Wunder, denn während sich die Aliens im ersten Teil noch auf einer pazifischen Insel eingenistet hatten, haben sie nun die wahrscheinlich bedeutenste und berühmteste Stadt der USA überrannt und sorgen dort für Chaos, Schrecken und Zerstörung.

Geschichtlich spielt Crysis 2 dabei rund drei Jahre nach dem Erstling und statt erneut „Nomad“ zu steuern, schlüpft ihr nun mit „Alcatraz“ in den rundum verbesserten – und gestohlenen – Nanosuit 2.0 und versucht nicht nur die Alien-Invasion im Big Apple aufzuhalten, sondern müsst euch auch gegen die Fußsoldaten von Crynet Systems zur Wehr setzen, die ihren Anzug wieder haben wollen.

Auf der gamescom wurde uns aber leider nichts von der Einzelspieler-Kampagne gezeigt, stattdessen ging es direkt in den Mehrspieler-Modus, der von Crytek UK (unter dem Namen Free Radical Design mit der TimeSplitters-Reihe bekannt geworden) entwickelt wird und vor allem durch den neuen Nanosuit 2.0 extrem dynamisch und actionreich ausfallen soll. Bevor ihr auf der nächsten Seite unsere Impressionen lest, gibt es hier erstmal ein paar Fakten zum Multiplayer.

Multiplayer-Schlachten auf dem Broadway

Der Mehrspieler-Modus von Crysis 2 wirft euch auf 12 unterschiedliche Karten in Matches mit bis zu 12 Spielern (6 gegen 6). Unterteilt wird das ganze noch in sechs verschiedene Spielmodi, von denen wir zwei anspielen konnten. Dazu jedoch gleich mehr. Zu Beginn könnt ihr euch für eine von fünf fixen und fünf frei konfigurieren Klassen entscheiden, die mit verschiedenen Waffen ausgerüstet und entsprechend in bestimmten Situationen von Vorteil sind – im Nahkampf ist so eine Shotgun halt besser als ein Scharfschützengewehr und vica versa.

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Wer gerne fleissig XP sammelt und unbedingt zahlreiche Dinge freischalten will, darf sich auch freuen, denn in Crysis 2 wird es nicht nur ganze 80 Ränge geben, sondern auch über 20 verschiedene Upgrades für den Nanosuit – etwa eine Stomp-Fähigkeit, die Gegner in der näheren Umgebung betäubt– mehr als 20 freischaltbare Waffen, über 140 verschiedene Herausforderungen und über 250 Dogtags. Wie genau diese Dogtags sowie die Herausforderungen aussehen sollen, wurde aber leider nicht verraten – vermutlich werdet ihr einfach irgendwelche coolen Aktionen oder Killstreaks ausführen müssen, um sie freizuschalten.

Doch nun genug der harten Fakten, lassen wir Tatsachen sprechen und konzentrieren uns auf die beiden Runden, die wir gegen Crytek UK bestritten haben.[]
Impact

Zu Beginn eines jeden Matches wählt ihr zunächst eure Fraktion – die Marines oder C.E.L.L. – und entscheidet euch dann für die Klassen Assault, Scout, Sniper, Demolition und Ghost oder eure eigene Klasse. Unsere erste Runde fand im normalen Team Deathmatch-Modus auf der Karte Impact statt. Hier sind ein moderner Wolkenkratzer sowie ein eher älteres Gebäude ineinander gestürzt, wodurch eine zauberhafte Symphonie aus Alt und Neu entstand. Auf der einen Seite hatten wir eine schöne alte und klassische Architektur, während gegenüber moderne Stahlträger und weiter Fensterfronten das Bild zierten. In der Mitte gab es natürlich nur Chaos, nicht nur durch die Level-Architektur, sondern auch, weil hier der Großteil der Kämpfe ausgetragen wird.

[VIDEO:1726]Einige Gameplay-Szenen aus dem Mehrspieler-Modus

Im Rüstungs-Modus laufen wir also zunächst ein wenig herum, schauen uns die Umgebung an und prüfen, was man alles zerstören und anschießen kann: Glas-Scheiben wurden in Einzelteile zerlegt und Feuerlöscher zerstört (einen wirklichen Effekt konnten wir aber leider nicht feststellen), doch mitten bei unserer kleinen Zerstörungstour macht es plötzlich ‚BAM!‘. In der Killcam müssen wir mit ansehen, wie unser Charakter zu Boden geht, und kurz darauf sogar, wie die Kugel des Schützen in Zeitlupe ihr Ziel in unserem Kopf findet – Sniper: Ghost Warrior lässt grüßen. Ok, genug mit der kleinen Sightseeing-Tour, auch wenn man draußen das imposante, wenn auch verwüstete New York erblicken konnte. Insgesamt will man rund 12 ikonische Orte der Stadt im Spiel umsetzen – etwa den Central Park oder die Wall Street.

Ausgerüstet mit einer Shotgun gehen wir nun endlich in den Kampf. Der Entwickler zu unserer Seite empfiehlt uns, doch mal die linke Schultertaste zu drücken. Gesagt, getan und schon sind wir im Stealth-Modus. Behutsam schleichen wir uns in die Mitte und beobachten für wenige Augenblicke ein Feuergefecht. Direkt vor uns befindet sich ein Gegner, also schleichen wir uns vorsichtig heran und schon dürfen wir einen der coolen Stealth-Kills sehen. Hier gibt es ein wenig Variation und so rammt ihr dem Gegner mal das Messer in den Rücken, mal brecht ihr aber auch sein Genick. Ein paar klassische Shotgun-Kills später ist die Runde leider schon zu Ende – verdammt, so wenig ausprobiert!

Rooftop Gardens

Dafür haben wir zum Glück nun in der zweiten Runde reichlich Gelegenheit, denn diese spielt in einem etwas offeneren Gelände auf den Dächern der Stadt. Hier wird der Modus „Crash Site“ gespielt, bei dem immer wieder eine Rettungskapsel im Level abstürzt, die es zu sichern und zu halten gilt, bis die nächste auftaucht. Recht schnell und simpel kann man übrigens zwischen den beiden Haupt-Modi „Armor“ und „Stealth“ hin und herwechseln, wobei natürlich Energie verbraucht wird, wenn ihr z.B. wild im Stealth-Modus umherrennt. Zudem gibt es noch einige Sonderfähigkeiten, etwa den „Stomp“-Angriff, mit dem ihr aus großer Höhe gen Boden rast und für Verwüstung sorgt. Darüber hinaus kann man auch cool auf dem Boden entlangrutschen und – im fertigen Spiel – so Gegner mit einem geschickten Tritt, vermutlich in die Weichteile, betäuben.

Über das Steuerkreuz lassen sich weitere Fähigkeiten anwählen, etwa der Thermal-Modus, mit dem wir durch Wände sehen können, das Speed-Perk, mit dem wir natürlich schneller unterwegs sind, und viele weitere Gimmicks. Die Limited Edition bekommt zum Beispiel ein Hologramm spendiert, das man in der Welt platzieren und so Gegner verwirren kann – sehr cool! Interessant ist auch – gerade auf dieser Map –, dass man sich viele Gedanken zur Vertikalität der Level gemacht hat. Hier gibt es mehrere Ebenen, von denen ihr beschossen werden könnt und die ihr entweder mit hohen Sprüngen, oder aber mit der neuen Kletterfähigkeit erklimmen könnt. Dazu müsst ihr einfach eine Stange oder einen Vorsprung anspringen und schon zieht ihr euch daran hoch. So könnt ihr euch nicht nur einen Höhen-Vorteil über eure Gegner verschaffen, sondern diese auch umgehen und – es macht einfach immer wieder Spaß –sie im Nahkampf fertigmachen.


Fazit:

Der Mehrspieler-Modus von Crysis 2 rockt! Schnelle Action, gepaart mit den taktischen Überlegungen, die die verschiedenen Modi und Perks des Nanosuits mit sich bringen, sowie nette Gameplay-Mechaniken sorgen für ein extrem dynamisches Multiplayer-Erlebnis, das man sehr gut mal für ein paar Minuten – oder Stunden – zocken kann. Hinzu kommen die vielen freischaltbaren Dinge, die fünf zusätzlichen, frei konfigurierbaren Klassen und natürlich die wunderschöne CryEngine 3, die wirklich bezaubernde Level und Umgebungen daherzaubert. Crysis 2 ist mit Sicherheit eines der schönsten und beeindruckendsten Spiele der aktuellen Konsolengeneration und der Mehrspieler-Modus kann durch den vielseitig einsetzbaren Nanosuit 2.0 richtig punkten! Ich kann die Veröffentlichung im März kaum erwarten und bin vor allem auch auf den Einzelspieler-Modus gespannt! Oder um es mit den Worten von Sinatra abzuschließen: I want to be a part of it, New York, New York!

Ersteindruck (zum Multiplayer-Modus): Sehr gut

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