Dragon Quest Heroes II (PS4) Vorschau

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Dragon Quest Heroes II macht in den ersten drei Stunden bereits einen sehr guten Eindruck und überzeugt vor allem mit den neuen Koop-Funktionen. Was ich während meines Aufenthalts bei Square Enix in Hamburg alles vom Spiel erlebt habe und was mir vor allem gefiel, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen!

Die Storyline des Spiels handelt vom Land der sieben Königreiche. Eigentlich besteht ein Friedensvertrag zwischen sämtlichen Reichen, doch eines davon will nicht mehr mitspielen und versucht sich in einer Art Blitzkrieg. Glücklicherweise schlägt der Versuch fehl und es liegt an den beiden Protagonisten, Resa und Rafael, die Gründe für den Verrat herauszufinden. Tatsächlich entsteht der Krieg aufgrund einer alten Prophezeiung. Zudem öffnen sich seltsame Portale, wodurch Helden aus allen möglichen Dragon Quest-Ablegern einmal mehr ihren Weg in die neue Welt finden.

Wenn euch der letzte Teil bekannt vorkommt: Ja, genau dieselbe Ausrede hatte Square Enix bereits bei Dragon Quest Heroes I genommen, um Maribel, Jessica, Terry und Co. in fremde Welten zu verfrachten. Einen Abbruch tut dies aber freilich nicht, denn wie auch schon im ersten Teil nimmt sich das Spiel gerne selbst auf die Schippe. Der (britische) Humor in der englischen Sprachausgabe weiß jederzeit zu überzeugen.

Dragon Quest Heroes II

Und an dieser Stelle will ich auch gleich kurz einhaken. Die deutsche Übersetzung des Spiels basiert offenkundig auf der japanischen Version. Dadurch entstehen sehr viele Ungereimtheiten mit der englischen Sprachausgabe. Ganze Namen sind geändert (zum Beispiel Healix im Englischen und Meditschi im Deutschen – der helfende Slime im Spiel), sodass ich es fast empfehlen würde: Spielt es am besten mit der japanischen Sprachausgabe und deutschen Untertiteln. So entsteht die geringste Verwirrung. Der Grund: die deutsche Übersetzung ist fabelhaft und die mitunter kreativen Namen ungemein humorvoll.

Dragon Quest Heroes II – Gemeinsam stark

Wie auch schon im Vorgänger startet das Spiel mit der Wahl: Spielt ihr den männlichen oder weiblichen Protagonisten? Spielerische Unterschiede gibt es nicht, zumal ihr schon recht früh im Spiel die Profession (Krieger, Magier, Dieb, Priester oder Martial Artist) frei wählen bzw. wechseln dürft. Anschließend beginnt ein ausführliches Tutorial, bei dem die beiden Cousinen näher vorgestellt und das Leitthema des Spiels enthüllt wird.

Dragon Quest Heroes IISpielerisch hält sich Dragon Quest Heroes II an seinen Vorgänger. Das heißt: Ihr trefft auf große Mengen von Monstern aus dem Dragon Quest-Universum und dürft sie effektvoll ins Jenseits befördern. Dazu stehen starke, langsame sowie schnelle, schwache Attacken nebst Spezialangriffen zur Verfügung. Zu Beginn besitzen die Charaktere nur zwei Spezialangriffe. Doch je höher ihr Level, desto mehr Fähigkeiten lernen sie. Eure Partie kann gleichzeitig aus bis zu vier Helden bestehen, die ihr aus über knapp zwei Dutzend bekannten Gesichtern der Reihe wählen dürft. Natürlich steht es euch frei, zwischen diesen im Kampf via Knopfdruck zu wechseln.

Etwas umgebastelt haben die Entwickler das Menü sowie die Übersicht des Spiels. Wenn ihr euch nun neue Ausrüstung kauft, seht ihr endlich, ob es einen Mehrwert hat oder nicht. Zuvor musstet ihr euch den Waffenschaden eurer aktuellen Ausrüstung immer merken, um den Vergleich zu machen. Eine gute Quality-of-Life-Änderung. Außerdem gibt es einige Änderungen bei der Meisterung neuer Skills, wobei ich nicht genug Zeit hatte, um hier voll durchzusteigen. Sicher ist: Benutzt ihr Attacken oder Waffen besonders oft, schaltet ihr mehr Sachen frei. Über einen ausgefuchsten Skillbaum gibt es zudem passive Boni sowie aktive, neue Fähigkeiten freizuschalten. Skillpunkte gibt es wie immer für Level-Ups oder den neuen Koop-Modus.

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Dragon Quest Heroes II – Zu Hilfe, edler Ritter!

Dragon Quest Heroes IIGrundsätzlich bietet Dragon Quest Heroes II eine offene Spielwelt (erstmals!), wobei viele Bereiche des Spiels erst sukzessive freigeschaltet werden je weiter ihr in der Story voranschreitet. Dabei hangelt ihr euch an einer Main Storyline, die praktischerweise in Missionen aufgeteilt ist. Wenn ihr eine davon alleine nicht bezwingen könnt, so steht es euch frei, einen Hilferuf auszusenden. Sofern ihr euch in der ersten Stadt des Spiels für den Online-Modus registriert habt, sucht ihr bis zu vier weitere Mitstreiter, die euch bei der Aufgabe helfen.

Dabei setzen die Entwickler vor allem auf hilfsbereite Naturen, denn die hinzustoßenden Spieler haben diese Mission bereits absolviert. Zudem können sie keine Monster-Medaillen (dazu gleich mehr) aufsammeln oder sich eigenständig heilen. Diese Privilegien besitzt nur der Host der Partie. Leichter könnte es also sein, Freunde aus der Freundesliste einzuladen, um so gemeinsam die Missionen anzugehen. An dieser Stelle möchte ich aber auch darauf hinweisen: Das Koop-Gerangel ist ausschließlich in den Missionen oder den Dungeons verfügbar.

Für letztere meldet ihr euch in der Stadt an. Es gibt verschiedene Dungeons, in denen ihr gegen Wellen von Gegnern antretet, die natürlich immer stärker werden. Auch hier könnt ihr zu viert (oder dritt oder zweit) losziehen. Im Gegensatz zu den Missionen dürfen eure Mitspieler hier aber alle Medaillen einsammeln und sich selbstständig heilen. Ich persönlich empfand die Dungeons als beste Option, um schnell an Level zu kommen. Aber keine Sorge: in der Spielwelt skalieren die Gegner dynamisch mit, sodass ihr nicht völlig übermächtig durch die Story stampft. Übrigens: Die Dungeons bieten täglich abwechselnde Boni. Am gestrigen Donnerstag gab es die doppelte Menge an Zutaten-Drops.

Dragon Quest Heroes II – Schleimkönig, ich wähle dich!

Dragon Quest Heroes IIAus dem Erstling bekannt ist das Medaillen-System. Damit könnt ihr im Kampf verschiedene Monster beschwören, die euch tatkräftig zur Seite stehen. Während es im Vorgänger nur zwei Funktionen gab (Wachposten und Helfer), dürft ihr euch in Dragon Quest Heroes II sogar selbst in allerhand Monster verwandeln. Dabei macht es den Anschein, dass es von jeder Monster-Art alle drei Typen von Medaillen gibt. Wenn ihr euch in einen Golem verwandeln möchtet, um das Feld so richtig aufzumischen: Kein Problem! Oder soll es ein Schleimkönig sein? Auch das ist möglich. Oder wie wäre es mit einer Wolke, die möchte Blitze auf seine Gegner donnert? Die Abwechslung ist groß und diese Möglichkeit erweitert das Repertoire des Spiels auf angenehme Art und Weise.

War Dragon Quest Heroes I noch zumeist ein besinnungsloses Gesmashe auf die Buttons, geht es nun etwas taktischer zu. Genau hier kommen die Monster-Medaillen und die passiven Fähigkeiten ins Spiel. Letztere belohnen euch für bestimmte Aktionen mit mächtigen, kurzfristigen Buffs. Beispiel gefällig? Weicht ihr einem Angriff aus, seid ihr für wenige Sekunden unverwundbar.

Dragon Quest Heroes II

Nicht fehlen dürfen die von mir bezeichneten „Super Saiyajin“-Formen aller Helden. Im Spiel nennt sich das natürlich etwas anders, wenngleich Akira Toriyama sowohl in Dragon Ball als auch Dragon Quest federführend für das Art-Design der Figuren ist. Während dieser Form, genauso wie im Vorgänger, seid ihr unbesiegbar, habt unendlich Mana und dürft zum Schluss einen sehr mächtigen Angriff ausführen. An Effekten spart das Entwicklerteam hier freilich nicht.

Optisch macht Dragon Quest Heroes II einen guten Eindruck. Gespielt habe ich zwar die Base PS4-Version des Spiels, doch die PS4 Pro Fassung rendert in 4K. Supersampling für Non-4K-Nutzer auf der Pro lässt das Bild ruhiger wirken. Zwar wirkt die Oberwelt manchmal etwas karg, doch das Effektgewitter macht das locker wieder wett.


Ersteindruck:

Ich hatte ja schon Dragon Quest Heroes I getestet und attestierte dem Spiel eine fabelhafte Symbiose des Musou- und RPG-Genre. Und Dragon Quest Heroes II setzt genau da an, wo der erste Teil noch seine Problemchen hatte. Zwar ist die Kamera immer noch an wenigen Stellen etwas bockig, aber alles andere wirkt schon jetzt sehr gut auf mich. Besonders der Koop-Teil des Spiels sowie die überarbeiteten Monster-Medaillen sind hervorragende Ideen der Entwickler, die dem Gameplay und der Spielerfahrung sehr gut stehen. Das beste Musou-Spiel aus 2015 bekommt also einen noch besseren Nachfolger! Ich für meinen Teil kann es kaum abwarten, am 28. April 2017 wieder meinen Controller zu penetrieren und Monster zu jagen.

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