Gleich zu Beginn des Presse-Tages konnte ich mir ein richtiges Highlight für alle Fans der Lionhead Studios anschauen – Fable 3! In einer netten Präsentation zeigte uns Designer-Legende Peter Molyneux einige Neuheiten im dritten Teil der Reihe und erklärte uns, warum es gar nicht so leicht sein wird, ein König zu sein.

Viva la revolution!

Rund 50% des Spiels werdet ihr damit verbringen, den amtierenden König mit einer Revolution zu stürzen. Dieser terrorisiert nämlich das Volk und kümmert sich nicht im Geringsten um dessen Bedürfnisse. Aus einem kleinen Gedanken wird nun durch euch also eine große Revolution, nachdem ihr Verbündete gesucht und Pläne geschmiedet habt. Wer nach dem Sturz die Nachffolge antreten soll, ist auch klar: Ihr! Daher gebt ihr euren zukünftigen Untertanen bereits vor dem sprichwörtlichen Sturm auf die Bastille Versprechen, was ihr denn alles besser machen werdet, als der aktuelle Satan auf dem Königsthron.

Ist die Revolution geglückt, dürft ihr euch die Krone aufsetzen, übernehmt damit aber auch viele, viel Pflichten. Lionhead will hier wirklich möglichst genau zeigen, wie es ist (bzw. war), ein König zu sein. Die Bauern wollen das, die Arbeiter warten auf die Erfüllung eurer Versprechen und so weiter und so fort. Natürlich könnt ihr auch wie euer Vorgänger auf alles pfeifen und den Tyrann raushängen lassen – moralische Entscheidungen und deren Konsequenzen waren schließlich schon immer ein wichtiger Teil der Fable-Reihe. Und natürlich trefft ihr auch auf ein paar alte Bekannte – welche, wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten.

Mein Schwert, dein Schwert

Hat sich in Fable 2 noch besonders der Charakter verändert, wenn ihr gute oder böse Taten vollbracht hat, werden nun auch eure Waffen "morphen". Hier kommen Faktoren wie ‚Wie viele Zivilisten habe ich mit diesem Schwert getötet?‘, ‚Wie oft habe ich mit diesem Schwert verloren‘, ‚Wie häufig benutze ich dieses Schwert‘ und so weiter ins Spiel und dementsprechend wird sich eben euer Schwert verändern – von der strahlenden Klinge zum bluttriefenden Mordinstrument. Besonders im Koop-Modus soll das richtig cool sein, nicht zuletzt, weil ihr eure Waffen untereinander tauschen und so rasch euren Spielstil ändern könnt. Das Kampfsystem soll übrigens nochmal ordentlich überarbeitet werden und schön dynamisch ausfallen.

Ebenfalls sehr gelungen wirkte schon jetzt die Interaktion mit den NPCs. Jeder NPC lässt irgendetwas mit sich machen – vom einfachen Schupsen oder Anpupsen bis hin zum Töten, wodurch natürlich mit etwas Pech auch potentielle Questgeber sterben können. Ein weiteres sehr wichtiges Feature ist, dass euer Held nun endlich eine Stimme hat. Ein großes Problem von Fable 2 war, dass die Emotionen des Charakters nicht sonderlich gut rübergebracht werden konnten, weil dieser eben stumm war. Das soll sich nun ändern und die neue Stimme soll dem Helden eine gewisse Note verpassen und natürlich für mehr Glaubwürdigkeit sorgen.[]

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Kleider machen Leute

Interfaces und Menüs sind doof! Das zumindest finden die Jungs und Mädels von Lionhead und so wird es eben jene nicht direkt in Fable 3 geben. Statt einem umständlichen Listen-Menü für Kleidung und Waffen habt ihr nun die Möglichkeit, euch jeder Zeit (auch mitten im Kampf) per Knopfdruck in das sogenannte "Sanctuary" zu teleportieren, wo nicht nur ein Buttler auf euch wartet, der immer einen flotten Spruch über eure aktuellen Taten auf den Lippen hat, sondern auch ein begehbarer Kleiderschrank und ein eigener Raum für eure Waffen und Zauber-Handschuhe.

Hier könnt ihr nun frei herumlaufen und euch die Klamotten und Waffen aussuchen, die ihr gerade benötigt. Außerdem soll das Sanctuary im Laufe des Spiels mit diversen story-relevanten und Achievement-relevanten Gegenständen gefüllt werden, damit ihr euren Werdegang und eure Erfolge auch schön betrachten könnt. Laut Peter Molyneux habe man mehrere Tests durchgeführt und sei immer wieder zum gleichen Ergebnis gekommen: Diese Art von "Menü" ist nicht nur intuitiver und übersichtlicher, sondern auch schneller als irgendwelche Listen.

Interessant ist auch die Möglichkeit, sich zu verkleiden und so diverse Lager zu infiltrieren und Gegner zu umgehen. Hier muss man zwar noch abwarten, wie umfangreich diese Funktion im tatsächlichen Spiel eingesetzt wird, in der Präsentation konnten wir aber problemlos in ein Rebellenlager laufen, bis wir dann letztendlich von einem etwas höheren Tier der Bande entlarvt wurden.

Kinect?

Auch zu Kinect konnten wir Peter Molyneux einige Aussagen entlocken. Als Privatperson und keinesfalls MS-Typ (natürlich, Augenzwinker) empfindet er Kinect als eine der revolutionärsten Erfindungen in der Gaming-Welt und ist begeistert von den Möglichkeiten. Schließlich war es ursprünglich auch geplant, Kinect direkt zum Launch von Fable 3 zu supporten. Mittlerweile ist dieser Plan aber verflogen, denn laut Molyneux sei es unglaublich schwierig und zeitaufwändig, die Controller-lose Steuerung in solch einem Spiel umzusetzen. Wann Kinect nun kommt? Das weiß wohl noch nicht einmal er selbst – hoffen wir, dass Xbox 360-Besitzer nicht allzu lange warten müssen…


Fazit:

Ich muss ja zugeben: Ich habe bisher kein Fable-Spiel gespielt, deswegen ging ich auch ohne große Erwartungen in die Präsentation zu Fable 3. Letztendlich muss ich sagen: Nett! Es ist zwar nichts umwerfendes, was Molyneux da auffährt und viele Features hat man irgendwo anders schonmal gesehen, doch gerade das interaktive Sanctuary ist eine coole Neuerung, die den meisten Spieler sicher zusagen wird. Ansonsten: Fable 3 wird groß, keine Frage und da der Titel auch für PC erscheint, werd ich mir die Vollversion vielleicht sogar anschauen, denn das, was ich gesehen habe, wusste schon sehr zu gefallen. Außerdem hat das Spiel wieder einen Hund als Begleiter, das ist natürlich ein Riesen-Pluspunkt!

Ersteindruck: Sehr gut

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