Die Begeisterung war enorm, als ich damals auf der Games Convention 2008 in gemütlicher Atmosphäre bei Bethesda Fallout 3 zocken durfte, das Spiel, das wenige Monate später von uns zum Spiel des Jahres gekührt wurde. Nun, zwei Jahre später, stand ich erneut vor dem Bethesda-Stand, bloß rund 500 Kilometer weiter westlich in Köln statt in Leipzig und auf der gamescom statt der Games Convention. Eines jedoch hat sich kaum verändert: Fallout. Ob das gut ist, erfahrt ihr in unserer Vorschau!

War, war never changes!

Jeder, der mal Fallout gespielt hat, wird diesen Satz kennen, ist er doch quasi der Leitspruch der Reihe. Krieg bleibt immer gleich, doch sollten sich Nachfolger auch genauso wie ihre Vorgänger spielen? Genau das dachte ich mir, als ich Fallout: New Vegas anzocken durfte. Doch kommen wir erstmal zu den Fakten.

Fallout: New Vegas spielt vier Jahre nach den Ereignissen in Fallout 3. Statt im Ödland rund um Washington D.C. herumzurennen, verschlägt euch der neue Teil, der Name lässt es schon erahnen, in die Stadt der Sünde, Las Vegas, die vom Atomkrieg im Jahre 2077 größtenteils verschont blieb. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Kuriers, der ein wichtiges Paket abliefern muss – so wichtig, dass er dafür beinahe umgebracht wird. Bewusstlos wird er von einer Drohne gefunden und zu Doc Mitchell gebracht, der euch wieder auf die Beine bringt und gleichzeitig die Charakter-Erstellung einleitet. Auch hier könnt ihr wieder ganz typisch verschiedene Skills und Attribute sowie euer Aussehen, euer Alter und euren Namen bestimmen.

Fallout 3.5

Den Anfang des Spiele konnte ich leider nicht erleben, dafür befand ich mich aber bereits mitten im Spiel, hatte einige coole Waffen und eine große Stadt vor mir, die es zu erkunden galt. Die erste Auffälligkeit: Fallout: New Vegas sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich – und das meine ich dieses Mal nicht positiv, grafisch hat sich leider kaum etwas getan, lediglich die Stadt selbst kann mit ihren vielen Leuchtreklamen überzeugen. Kein Wunder, immerhin hat man den vierten Teil schon sechs Monate nach Veröffentlichung von Fallout 3 angekündigt und schon vorher daran gewerkelt.

Auch sonst gibt es leider nicht viel Neues. Das Vault-Tec Assisted Targeting System (V.A.T.S.) wurde etwas überarbeitet und lässt nun auch diverse Spezial-Attacken zu, ein paar neue Skills sind dabei, es gibt natürlich neue Waffen und Items, die ihr modifizieren könnt, und selbstverständlich dürfen auch nicht die Glücksspiele fehlen, schließlich befinden wir uns hier in Las Vegas (bzw. New Vegas). Die Stadt wird übrigens von mehreren Fraktionen – unter anderem der New California Repblic (NCR) – kontrolliert und um hier ein bisschen mehr Pepp ins Spiel zu bringen, gibt es nun auch wieder ein Ruf-System, bei dem Taten und Entscheidungen euer Verhältnis zu den verschiedenen Gruppierungen verändern.

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Fallout: New Vegas

Eine weitere coole Neuerung ist das Gefährten-System, bei dem ihr euren Mitstreitern über ein Radial-Menü Kommandos erteilen könnt. Auch Taktiken und das sonstige Verhalten im Kampf können hier festgelegt werden, tiefer in die Materie konnten wir hier jedoch noch nicht eindringen.


Fazit:

Als großer Fan des Vorgängers tut es schon fast weh, das zu sagen, aber ich war leider maßlos enttäuscht von meiner Anspielrunde in New Vegas. Der Eindruck, den mir die frühen Screenshots vermittelt hatten, wurde bestätigt: Es sieht nicht nur aus, wie ein Addon zu Fallout 3, es spielt sich auch genauso! Die wenigen Neuerungen wie das Companion Wheel oder das Ruf-System sind zwar ganz nett, hätten aber genauso gut schon in Fallout 3 enthalten sein müssen/können. Keine Bange, Fallout: New Vegas wird mit Sicherheit ein gutes Spiel, wenn nicht sogar ein sehr gutes, aber ich persönlich finde es einfach schade, dass sich in 2 Jahren kaum etwas getan hat. Ich hätte gerne noch ein paar Jährchen länger auf den nächsten Teil gewartet, dann wäre es nämlich auch wirklich ein ordentlicher Nachfolger geworden, und kein Fallout 3.5 zum Vollpreis. Krieg bleibt immer gleich, Spiele aber bitte nicht!

Ersteindruck: Gut

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