Die Halo-Reihe ohne Master Chief? Für viele war das eine Vorstellung, die niemals hätte passieren dürfen. Die Ikone der Serie nur ein Nebencharakter oder Phantom? Seitdem der Chief ruhig in seiner Kapsel schlummert, haben andere die Rolle übernommen. No-Names. Und genau so spielte sich auch Halo: ODST. Droht dasselbe Schicksal auch dem Reach-Kommando aus dem gleichnamigen Spiel? Eventuell.

Warum ich das nicht ausschließe? Nun, Halo: Reach macht genau dieselben Fehler wie ODST. Es verlagert krampfhaft die Story in eine Zeit, die mehr als wohl definiert ist durch die Bücher und versucht zusätzliche Geschichten hineinzuinterpretieren. Es ist durchaus wahr, dass ein Trupp Spartaner gegen die Covenant gekämpft haben, aber die Implementierung in die Story wirkt so unglaublich plump. Als Helden gefeiert, führen sich diese Leute auf, als wären sie in einem schlechten Teenie-Film. Es wirkte unglaublich aufgesetzt und einfach nicht Halo-würdig.

Das kenn ich doch!

Da Halo: Reach noch vor Teil 1 spielt, werdet ihr unglaublich viele bekannte Dinge erleben – leider auch bei den Animationen und der KI eurer Widersacher. Grundsätzlich bekommt ihr es mit denselben Kollegen zu tun wie auch Halo 1 und das nicht nur aus Design-technischer Perspektive, sondern auch spielerisch. Immer noch lassen sich die Kleineren unter ihnen durch absurd debile Aktionen austricksen und die längeren Kollegen mit dem Zusatzschild ohne weiteres abknallen. In den gezeigten Szenen wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Covenant lediglich Kanonenfutter waren und als solches auch dargestellt werden sollten. Dabei hieß es doch, sie seien zahlenmäßig überlegen und der Noble-Trupp wäre chancenlos. Irgendwie konnte das Spiel diesen Eindruck nicht wirklich vermitteln. Verbitterte Kämpfe sehen definitiv anders aus.

Als „ganz neu und aufregend“ wurden die neuen Fahrzeuge in Halo: Reach hervorgehoben. Die üblichen Buggys gibt es nun als Repaint (neuer Anstrich) mit einem Raketen-Turm hinten drauf und eine Banshee am Boden ist ebenso vorhanden. Sieht leider nur fast genauso aus wie der Covenant-Gleiter aus dem ersten Teil. Aber hey, das ist „neu und aufregend“, steuert sich auch so aufregend, denn man weiß nie, in welches Objekt man als nächstes fährt. Etwas besser gefiel mir dann schon eher das „Player Reward“-System, bei dem ihr Credits sammelt und diese nach erfolgreichem Rank-Up in neue Rüstung investiert, welche in den Zwischensequenzen auch zu sehen ist. Als kleine Spielerei ganz nett gemacht, Auswirkungen auf das Spielerlebnis haben die meisten jedoch nicht (es wird aber wohl ein paar wenige geben, die Auswirkungen haben). Zur Kategorie „nicht neu, aber Hauptsache mal erwähnt“ gab es noch Details zum Mehrspieler von Reach, der nicht nur den bereits bekannten Firefight-Modus um „Submissionen“ erweitert, sondern auch eine deutlich entschlackte „Forge“ bietet, mit der ihr Maps und dergleichen kreieren könnt. Inwiefern der Community-Manager das Wort „entschlackt“ definiert, kann es sich hierbei um ein gutes oder schlechtes Zeichen handeln.


Fazit:

Ehrlich gesagt bin ich so gar nicht beeindruckt von dem, was mir das in den gut zwanzig Minuten gezeigt wurde. Vielleicht war einfach die Wahl des Levels mies, denn mehr als das Standard 08/15 Geballer gegen die Covenant und die zu offensichtlich schlecht gespielten Noble-Team-Mitglieder sorgten bei mir für ein Gefühl von Ekel. Oftmals erwischte ich mich beim Gedanken, ob das wirklich Bungies Ernst ist oder wann Halo: Reach wirklich gezeigt werde. Neue Fahrzeuge, Waffen hin oder her – wenn da nicht zumindest etwas mehr kommt, ist auch Reach nur Mittelmaß.

Ersteindruck: Gut

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