Shooter werden immer langweiliger, behandeln immer und immer wieder dieselben Themen (Zweiter Weltkrieg oder alternativ irgendwas mit Zombies) und versuchen, die Schwelle zur Geschmacklosigkeit durch bodenlose Brutalität immer dünner zu halten. Da tat es doch recht gut, dass THQ uns zu einer Präsentation von Homefront eingeladen hat – ein Spiel, deren Story sehr viel besser und kreativer ausgefallen ist und die hoffentlich im Spiel viel Bedeutung findet, denn sonst wäre der wirklich sehr gute Ansatz total für die Katz.

In Homefront geht es um die neue Supermacht, der „Greater Korean Republic“. Nachdem Kim Jong-Il im Jahre 2012 verstorben und sein Sohn die Macht übernahm, wurden Süd- und Nord-Korea zunächst vereinigt, hernach Japan unter die Fittiche genommen und schließlich findet ganz Südostasien Gefallen an den neuen Koreanern und schließt sich diesen an. Mit einer Militärstärke von 25 Mio. Einheiten, davon 5 Millionen Spezialsoldaten waren die Koreaner die neue Supermacht. Die USA hingegen kränkten – die Wirtschaft geht den Bach runter, ein Rückzug aus Asien wurde fällig aufgrund schwindender Finanzen fürs Militär und als 2025 dann auch noch ein verheerender EMP-Angriff die gesamte Kommunikation und Elektrik der USA außer Gefecht setzte und die Koreaner mit Hilfe eines geschickten Tarnfeldzuges (respektive trojanisches Pferd) an die Westküste der USA eindringen konnten, war die Niederlage perfekt. Zudem setzt ein radioaktiv verseuchter Mississippi der Bevölkerung übel zu.

Ruhe vor dem Sturm

Wir steigen 2027 ins Spiel ein und sehen eine idyllische Kleinstadt inmitten der USA. Wir verkörpern den Hubschrauberpiloten Robert Jacobs und schlossen uns zuvor dem Widerstand gegen die Koreaner an. Der Clou des Spiels ist, dass nahezu alle Widerstandskämpfe ganz normale Zivilisten sind und damit vor allem Angst, Schrecken, Furcht und Verzweiflung sehr gut rüberkommen – gerade in den durchaus intensiv gestalteten Guerilla-Attacken gegen die Koreaner. Der gezeigte Einsatz umfasste einen Fünfer-Trupp rund um Rianna, Hopper, Connor, Anführer Boone und Jacobs selbst an einem kleinen Supermarkt.

 

Wichtig bei Homefront sind die ganzen Event-Scripts, denn gerade die sollen für epische Momente sorgen, die nicht nur den Charakteren im Spiel selbst Sorgen bereiten sollen, sondern auch den Spielern die Intensität eines solchen Krieges deutlich machen. Wir hocken also mit Rianna an einem durchaus sicheren Ort und beobachten den Einsatz aus guter Entfernung. Über Funk kommen die Anweisungen vom Chef, der explosive Truck werde gleich eintreffen. Die Kiste geht hoch, alles scheint nach Plan zu verlaufen, die erste Phosphorbombe schlägt ein und setzt nahezu alles in Brand. Schreckliche Szenen ereignen sich, bei denen die Koreaner bei lebendigen Leib verbrennen. Rianna bittet uns, dem Szenario ein Ende zu setzen. Dies ist ein gutes Beispiel für die stark ausgeprägten Emotionen in Homefront. Rianna ist absolut geschockt ob der krassen Bilder, die sich vor ihren Augen abspielen. Und es wird noch schlimmer! Eine Phosphorbombe geht genau über uns hoch, wir springen verzweifelt vom Gebäude, bahnen uns den Weg durch die Feuerwände und plötzlich geht auch noch so eine dumme Karre vor uns in die Luft, Jacobs wird zurückgeschleudert, beinahe vom fliegenden Objekt getötet. Rianna, zu dem Zeitpunkt schon total verzweifelt, weint, will raus hier und muss dann auch noch in vermeintlicher Sicherheit erleben, wie ein Raketenwerfer den Turm vernichtet, auf dem sie gerade stationiert ist. []

 

Doch wir haben nochmal Glück gehabt, einige Kollegen retten uns und übergeben die Kontrolle über den Goliath, ein ferngesteuertes Panzerfahrzeug, das wir auch bitter nötig haben werden gegen die Übermacht der Koreaner. Das gute Ding besitzt nebst des Maschinengewehrs auch einen Raketenwerfer am Rumpf, damit nicht nur Fußsoldaten, sondern auch Helis und dergleichen zum leichten Spiel werden. Dadurch wird der Einsatz aber nicht leichter, denn EMP-Schützen auf dem Dach des Supermarkts lauern dem Goliath auf, weswegen wir sie umschießen müssen. Nachdem der feindliche Heli abgeschossen wurde, war die Präsentation vorbei und hinterließ viele, viele unbeantwortete Fragen.

Kleinere und größere Sorgen

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Wenn es ein Hauptfeature in Homefront gibt, dann ist es zweifelsohne die Story hinter dem Spiel, denn die ist verdammt gut. Wie die Geschichte letztlich erzählt wird, ist derzeit nicht bekannt. Ob es in der idyllischen Kleinstadt passiert, während der Missionen – was irgendwie suboptimal wäre, da sie definitiv in der Hitze des Gefechts unterginge – oder über Zwischensequenzen, ließ der anwesende Entwickler leider nicht durchblicken. Was er jedoch offenbarte, waren die drei Hauptstadtorte des Spiels: Die Stadt, ein „Niemandsland“ und das finale in San Francisco. Zudem seid ihr nicht nur per pedes unterwegs, sondern auch gerne mal in einem Fahrzeug und dürft aus diesem heraus auf Koreaner ballern.

Homefront basiert auf einer stark modifizierten Unreal-Engine, die aber Gott sei Dank die typischen Macken der Engine missen lässt – etwa die sehr unrealistisch plastisch wirkenden Figuren und Objekte oder den schwachen Wassereffekt. In der kleinen Ortschaft gab es wundervolle Licht- und Schattenspielereien und während der Schlacht vor dem Supermarkt brillierten vor allem die Effekte mit ihrer Dichte. Die Sprachausgabe (englisch) wirkte professionell und sorgte zusätzlich für intensive Atmosphäre.


Fazit:

Noch bin ich skeptisch. Auf der einen Seite habe ich dieses ganz miese Gefühl, dass die Entwickler das große Potenzial der Story nicht wirklich ausreizen, auf der anderen Seite bin ich mir jedoch ganz sicher, ob sie genug fulminante Szenen bieten werden, die Homefront zu einem guten bis vielleicht sehr guten Shooter machen. Und nach gut 20 Minuten ist das schwer zu entscheiden, obwohl es ein Shooter ist, die man sonst schon nach wenigen Minuten beurteilen kann. Zudem hoffe ich, dass die Kaos Studios nicht zu viel US-Patriotismus reinbringen, denn genau das würde jegliches Feeling vernichten.

Eindruck:  Nicht möglich

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