JCB Pioneer: Mars (PC) Vorschau

Es gibt viele Gründe, ein Spiel zu entwickeln. Eine Geschichte erzählen, eine schöne Welt erschaffen, einen Wettbewerb starten, technische Maßstäbe setzen. Oder aber man möchte sich einfach mit einem utopischen Szenario beschäftigen und nutzt dazu das Medium der Videospiele. So geschehen für den Titel JCB Pioneer: Mars. Einigen von euch könnte der Name JCB bekannt vorkommen, allerdings nicht aus der Welt der Spiele. JCB ist ein Baumaschinenhersteller, der schon seit vielen Jahrzenten eine große Bandbreite an Baggern, Radladern, Aggregaten und Co herstellt und vertreibt. Warum setzt sich ein solches Unternehmen für ein Videospiel ein? Nun, weil es den Ingenieuren dort ziemlich viel Spaß macht, Maschinen für den Mars zu entwerfen und in einer Simulation auszutesten. Und ähnlich viel Spaß am Mars-Szenario haben auch hochrangige Wissenschaftler, zum Beispiel von der ESA, die ebenfalls bei der Entwicklung mitgeholfen haben. Ich habe mir das Spiel in der Early Access-Version angesehen und berichte, wie sich der Titel aus Sicht eines Spieleredakteurs anfühlt.

JCB Pioneer: Mars – Ein klares Szenario

JCB Pioneer: MarsDie Idee hinter JCB Pioneer: Mars ist klar: Ihr seid auf dem Mars angekommen und möchtet ihn kolonisieren. Das ist natürlich nicht leicht, denn der Mars ist nicht gerade menschenfreundlich. Eure ersten Aufgaben sind also recht klar: Ihr müsst eine Basis errichten und euch um die Herstellung von Sauerstoff sowie Nahrungsmitteln kümmern. Eure Basis ist dabei Dreh- und Angelpunkt des Spieles und wird von euch im Survival-Spiel-Stil immer weiter ausgebaut. Dafür benötigt ihr verschiedene Ressourcen, die auf dem Planeten verteilt sind. Kernaufgabe ist es also den Mars mit den verschiedenen Baumaschinen zu erkunden und sich als Sammler zu verdingen. Anders als in anderen Aufbauspielen liegt dabei das Fahren und Bedienen der Fahrzeuge im Vordergrund und ist nicht nur Mittel zum Zweck.

Ebenfalls Hauptelement des Spieles sind die unweigerlich auftretenden Katastrophen auf eurem Weg zu den Ressourcen. Egal wo ihr hinwollt, meist führt nur ein klar begrenzter Weg durch eine Schlucht zum Ziel. Und diese ist dann gespickt mit Giftgaswolken, Strahlung, Meteoritenschauern oder Geysiren. Was an sich ganz interessant klingt stört bereits nach kurzer Spielzeit, da die Karte denkbar frustrierend aufgebaut ist. Jede Fuhre führt uns zwangsweise durch eine Engstelle und jede Engstelle wartet mit ähnlich leicht zu umschiffenden Problemen auf. Was anfangs angemessen wirkt zeigt schnell, was es eigentlich ist: monotones und langweiliges Gameplay mit hohem Wiederholungsfaktor.

JCB Pioneer: Mars – Wo ist das Spiel?

JCB Pioneer: MarsIch verstehe, dass die Interessen von Forschern und Ingenieure nicht direkt die Unterhaltung einer potentiellen Spielerschaft sind, aber als potentieller Spieler muss ich dennoch kritisieren, dass in JCB Pioneer: Mars schlicht zu wenig Spiel und zu viel Show drinsteckt. Ich werde ohne große Einführung in einen Mars-Baumaschinen-Simulator geworfen, der mir zwischendurch vorgaukelt ein Survival-Spiel zu sein. Von den etlichen Bugs der Early Access-Version abgesehen muss hier noch einiges passieren, bevor man von einem spielbaren Spiel sprechen kann.


Ersteindruck:

Ich finde Baumaschinen faszinierend und kann mir auch ein Spiel auf dem Mars als sehr spannend vorstellen. Insbesondere die Survival/Basisbau-Idee in Verbindung mit der Erkundung des Planeten klingt wunderbar. Doch um dort hinzugelangen, muss bei JCB Pioneer: Mars noch einiges passieren. Die hohe Bug-Dichte, die lahme und repetitive Karte, die unausweichlichen und vorhersehbaren Hindernisse – all diese Probleme lassen das Spiel weniger wie ein Spiel und mehr wie ein Forscher-Sandkasten aussehen. Nett anzusehen und auszuprobieren, aber als Spiel nicht motivierend und eher ungeeignet.

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...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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