In der Regel ist der Morgen eines Redakteurs weniger erquickend: Die Tasse Kaffee, etwas Gestöhne über das frühe Aufstehen und der alltägliche Wahnsinn im Büro. Doch wenn Sony ruft und schon um Punkt 9 Uhr zur Killzone-3-Präsentation bittet, wird aus einem anstrengenden Morgen ein gleich viel angenehmerer. Ungefähr eine halbe Stunde konnte ich mit Kollegen der Presse den Mehrspieler-Modus von Killzone 3 anspielen und war durchaus begeistert von dem, was ich da zu sehen bekam.

Zunächst wurde innerhalb einer guten halben Stunde viel Tamtam um die „social features“ des Spiels gemacht – wie einfach der Einstieg doch sei durch ein neues und maßgeblich verbessertes Matchmaking, das wohl nur Spieler gleichen Skill-Levels finden will und somit ausgeglichene und im weiteren Sinne spannende Matches garantieren soll. Darüber hinaus ist die Killzone-3-Website (killzone3.com) komplett im Mehrspieler-Modus des Spiels integriert. Ihr könnt also ohne an den PC zu gehen oder das Spiel zu minimieren, um den PS3-Browser zu öffnen, alle Neuigkeiten zu Killzone 3 einsehen, checken wo eure Freunde spielen und Achievements vergleichen bzw. generell alle einsehen. Zur Frage ob es auch einen offenen Chatroom geben werde, konnte Martin Connor (Lead Multiplayer Designer) leider noch keine Auskunft geben.

Wie sich das im Endeffekt macht, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht beurteilen, da das Match der Pressekollegen gegen die Entwickler in Amsterdam stattfand – ein ungleiches Duell, bei dem wir uns dennoch ziemlich gut geschlagen haben.

Intensiver und explosiver?

Killzone 2 war – laut Guerrilla Games – nur der Anfang, denn im dritten Teil wurden vielerlei Dinge komplett geändert und vieles neu eingefügt. Aus den bisherigen Trailern kennt ihr sicherlich schon die Jetpacks oder die Maschinen, die ihr auf so ziemlich jeder Map finden werdet. Was mir Anfangs noch ziemlich übermächtig vorkam, endete ziemlich schnell in einem „ist ja doch nicht so stark“, denn ein gezielter Schuss auf euch, also den Fahrer des Geräts, reicht aus, um dem wütenden Berserker ein Ende zu bereiten. Das Balancing schien durchaus gelungen zum Zeitpunkt der Preview (welche im Übrigen noch als Alpha tituliert wurde).

Das mitunter auffälligste Feature von Killzone 3 sind definitiv die sogenannten „Carreers“, denn hiermit entscheidet ihr, welche Spielweise euch am ehesten liegt. Möchtet ihr der Medic sein, der verwundete Kollegen wiederbelebt? Oder eher der „Tactican“, welcher mit seiner Shotgun die Feinde im Nahkampf bezwingt? Oder soll es vielleicht doch der Marksman sein, der mit seiner Assault-Rifle die gegnerischen Reihen ein klein wenig aufmischt? Die Wahl liegt bei euch und das Beste: Jede der Klassen hat verschiedene Zusatzskills, die einen kleinen Vorteil verschaffen und so zu viel Teamplay animieren. Der Marksman etwa kann sich eine erweitere taktische Ansicht zuschalten, mit der Gegner auf der Minimap im Vorfeld markiert und auf dem HUD per se durch blaue Kreise dargestellt werden. Somit sollten Überraschungen hinter diversen Wänden nicht vorkommen, da ihr sie im Vorfeld schon sehen könnt. Der Tactican bietet zum Beispiel als Spezialfähigkeit die Tarnung, mit der er das Aussehen und das Waffendesign seiner Gegner annimmt und erst dann aufgedeckt wird, wenn er selbst einen Schuss abgibt. Zudem ist sein Lauftempo unendlich lang während der Maskerade – ein immenser Vorteil, um sich schnell aus brenzligen Situationen zu entfernen.[]

An Modi haben die Jungs bei Guerilla Games natürlich ebenso wenig gespart, denn mit „Operations“ und „Warfare“ gibt es zum klassischen Deathmatch noch diverse Missionsziele zu erfüllen. Vor allem der Operations-Modus wusste aufgrund seiner cineastischen Einblendungen nach Erfüllen eines Zieles zu begeistern. Auch spannend: Ihr könnt auf einer eisigen Map eine dicke Gaswolke an die frische Luft lassen, die alle Gegner, welche sich in ihr bewegen, sehr schnell unschädlich macht. Generell ist das Ziel: Die ISA oder die Helghast müssen die Basis verteidigen bzw. angreifen und diverse Knotenpunkte vernichten. Die Dauer dieses „Breach“-Modus‘ kann individuell eingestellt werden. Hektisch und spannend war es allemal als die letzten Minuten des Matches angebrochen sind und nur noch wenige Punkte verblieben.

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Die zwei gespielten Maps waren von eher mittlerer Größe – keine von beiden war wirklich riesig und verirren konnte man sich auch nicht. Kein Vorteil, aber auch kein echter Nachteil für das Spiel. Klar ist aber: Das Art-Design der Karten und generell der visuelle Look waren durchaus beeindruckend und atmosphärisch. In den Katakomben einer Stadt könnten überall Feinde lauern und auf der schneebedeckten Plattform wurde die eisige Kälte durch die deutlich sichtbaren Kondensationsstreifen sichtbar.

Sichere Technik

Etwas schade war eigentlich, dass wir nur die Playstation-Controller genutzt haben und Move sowie den 3D-Support nicht testen konnten – beides soll aber letztlich im finalen Spiel auch im Mehrspieler-Modus verfügbar sein, wodurch wir uns eigentlich darauf gefreut hatten, eben jene technischen Spielereien auszuprobieren. Schade, aber laut Martin Connor gäbe es vom Balancing her keinerlei Probleme, Move und den typischen Dual-Shock-Controller einander anzugleichen, wenn es um das Spielgefühl per se ginge. Einen Vorteil werdet ihr also nicht haben, nur weil ihr mit Move spielt oder dem Dual-Shock 3. Übrigens: Aufgrund des 3D-Supports läuft das Spiel mit konstanten 30 FPS und in 720p Auflösung – ja, leider kein 1080p.

Im Allgemeinen sah die grafische Präsentation des Spiels unglaublich schick aus. Die Effekte wirkten bombastisch, die Rauchwolken voluminös und die ganzen Griesel- und Störungsfilter sowie die typischen grafischen Feinheiten von Killzone sind natürlich wieder mit dabei, um die Atmosphäre sowie das grafische Bild abzurunden. Und von den grandiosen Animationen sowie generell sehr detaillierten Models will ich gar nicht erst reden – eine Augenweide! Es ist definitiv nicht untertrieben zu sagen, dass Killzone 3 einer der mit Abstand am besten aussehenden Shooter im Konsolenbereich ist. Bleibt nur abzuwarten, was Crysis 2 liefern kann, wenn auch der Crytek-Titel eine ganz andere Kerbe einschlägt und der Vergleich ein klein wenig hinkt. Akustisch war aufgrund des Lärms in der Halle leider nicht viel zu hören.
 

 


Fazit:

Killzone 3 ist fantastisch, explosiv, bombastisch und einfach nur verdammt gut. Die halbe Stunde hat gefallen und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir und den Kollegen der Presse. Der Mehrspieler-Modus weiß mit seinen zahlreichen Features (Bots sind übrigens natürlich wieder mit von der Partie) und der ausbalancierten Dosierung von Fähigkeiten pro Klasse zu gefallen und wird bestehende Killzone-2-Clans definitiv schnell von sich überzeugen können. Ingame-Tournaments und dergleichen sind inbegriffen und sorgen definitiv für lang anhaltenden Spaß abseits der Kampagne, zu der es leider gar nichts zu sehen gab.

Wertung: Sehr gut

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