Ich hatte mich schon ein wenig auf Knights Contract gefreut, denn manchmal brauche auch ich einen Titel, bei dem das Gehirn kurzweilig ausgeschaltet werden und ich mich einer reinen Metzelorgie hingeben kann. Dieser Titel hier bietet eigentlich genau das, was ich mir vorstelle, wenn der Tag mal länger gewesen ist als angenommen. Doch bietet Knights Contract auch was für’s Auge? Und vor allem: Wie sieht es spielerisch aus?

Dass die Japaner so ein kleines Faible für Deutschland haben (außer Bier und Bratwurst versteht sich), dürfte vielen von euch sicherlich bekannt sein. Das äußerte sich in der Vergangenheit schon in mehreren Spielen, bei denen deutsche Namen oder Bezeichungen zum Tragen kamen (etwa der Name „Ehrgeiz“). In Knights Contract geht es noch ein Stückchen weiter, denn der Titel spielt im mittelalterlichen Deutschland, in der ziemlich üble Gestalten die Städte vernichten wollen. Genaue Details zur Story nannten die Entwickler leider nicht. Übrigens: Die beiden Helden des Spiels heißen Heinrich und Gretchen.

Grob und zart. Zart und grob

Heinrich ist der Mann fürs Grobe. Mit seiner Sichel-artigen Waffe schnetzelt er sich im wahrsten Sinne des Wortes durch seine Gegner und hat dabei den großen Vorteil, einfach unsterblich zu sein. Zwar nimmt der gute Herr Schaden von Gegnern, jedoch regeneriert er seine Lebenspunkte so unglaublich schnell, das er letztlich niemals sterben können wird. Ganz im Gegensatz zu seiner Partnerin Gretchen, die sterblich ist. Die Aufgabe von Heinrich besteht darin, die Hexe zu beschützen, denn stirbt sie, heißt es „Game Over“. Dass sie also hin und wieder zum Laster werden kann, liegt also in der Natur dieses Spiels, doch das lässt sich leicht vermeiden: Ihr könnt die junge Dame nämlich tragen, wodurch sie ihre Lebensenergie wiedererlangt.

Das Spiel an sich verläuft ziemlich geradlinig und vorhersehbar: Die meisten Gegner sind eigentlich eher nur „Kanonenfutter“ und keine echte Herausforderung. Heinrich bearbeitet die Dämonen, Dunkelritter und Riesenschlangen mit seiner überdimensional großen Sichel und Gretel verpasst ihnen eisige Momente, sodass Heinrich die Viecher ins Jenseits befördern kann. Die zarte Hexe wird die ganzen „Witchcraft“-Aktionen aber nicht von alleine ausführen und so ist es von Nöten, dass ihr diese über diverse Kommandos an sie weitergebt, woraufhin Gretchen die Aktion ausführt. Direkt spielbar ist sie nicht, denn das würde laut Entwicklern den Schutzinstinkt des Spielers massiv einschränken, schließlich könne ja jemand anders über sie wachen und das Spielziel, sie überleben zu lassen, würde trivial werden.

Gretchen kann bis zu vier Witchcrafts gleichzeitig als aktive Zauber nutzen, weitere stehen im Menü zur Verfügung und lassen sich offensichtlich jederzeit wechseln. Das ist auch bisweilen bitter nötig, denn jeder größere Bossgegner besitzt genau eine Schwäche, die es herauszufinden gilt und dann mit ihrer Hilfe und den ganzen Witchcrafts den Boss verwundbar zu machen. Damit der Titel aber nicht zu langweilig wird, haben die Entwickler hier und da auch etwas Abwechslung ins Spiel gebracht. Nebst der Fluchtmissionen dürft ihr bei Bosskills die üblichen QTEs (Quick-Time-Events) durchführen – zu sehen war ein Fatality im Bayonetta-Stil mit einer riesigen Guillotine.


Fazit:

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Noch bin ich skeptisch. Einerseits sieht Knights Contract nun wirklich nicht so aus als würde es wirklich modern wirken – das verhindern die teilweise doch sehr schwammigen Texturen – und auf der anderen Seite könnte es eine Nische erwischen, die es letztlich doch zum Erfolg führt. Tendenziell mag die Idee, die liebenswürdige Hexe retten zu wollen und damit den Beschützerinstinkt in uns Männern wecken, clever gewählt sein. Dennoch: Gegen Spiele wie Dante’s Inferno oder Bayonetta könnte Knights Contract ziemlich alt aussehen, wenn da spielerisch und vor allem technisch nicht noch eine ganze Ecke mehr kommt.

Ersteindruck:  Gut (Tendenz: Untere 70)

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