Lightning Returns: Final Fantasy XIII Vorschau

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Vor zwei Wochen hatte ich in Hamburg die Möglichkeit, den neuesten Ableger der Final-Fantasy-XIII-Reihe zu spielen. Vorgestellt wurden die Wildlande – ein entsprechendes Video des Abschnitts, den ich spielen konnte, findet ihr am Ende der Vorschau. Zudem hatte ich die Möglichkeit, mit zwei Entwicklern (Yuji Abe und Motomu Toriyama) des Spiels zu sprechen. Das entsprechende Interview findet ihr hier! Doch nun zum Spiel.

lightning_returns_final_fantasy_xiii_30082013_13Der Abschluss der XIII-Trilogie setzt dabei komplett auf die beliebte Heldin des Spiels: Lightning. Mein Lieblingscharakter ist zwar Serah, aber nach dem tragischen Ende von Final Fantasy XIII-2 (Achtung, Spoiler! hareS tbrits ma ednE) war doch recht deutlich, dass der Fokus wieder auf Lightning gesetzt wird. Euer Ausflug als Lightning wird dabei zeitlich begrenzt sein, ähnlich wie meine Zeit, den Titel anzuspielen. Insgesamt stehen euch 13 Tage zur Verfügung, in der ihr die Welt retten müsst bevor sie schlussendlich untergeht. In unserem Interview konnten wir auch in Erfahrung bringen, dass ihr in diesen 13 Spieltagen aber trotzdem alles erleben könnt. Dazu sorgen unter anderem auch spezielle Items, mit denen ihr die Zeit anhalten könnt.

Nichtsdestoweniger haben die Entwickler für genug Anreiz gesorgt, den Titel mehrmals durchzuspielen. Allen voran das New Game+ soll genug Gründe geben, das Spiel erneut zu zocken. Vor allem interessant könnte dabei die Tatsache sein, welchen Charakter Lightning vor dem Untergang rettet und wen nicht. Trotz der sehr wenigen Informationen zur Handlung verspricht das sehr brisant zu werden.

Dynamisch und blitzschnell

Das Wildland ist ein relativ großes Gebiet mit einigen verstecken Nebenmissionen. Das Hauptziel in diesem Abschnitt ist es, einen weißen Chocobo zu finden, da dieser etwas ganz Besonderes ist (normale Chocobo sind bekanntlich immer gelb). Es wird vermutet, dass ein sogenannter Chocobofresser das liebenswerte Tier angegriffen hat und bald verspeisen will. Das gilt es natürlich verhindern! Doch bevor ich mich auf die Reise gemacht habe, deckte ich mich mit einigen Potions ein, denn im Gegensatz zu bisherigen Spielen der Reihe könnt ihr nicht mehr unendlich viele davon mit euch herumschleppen. Stattdessen habt ihr fünf Slots, die ihr mit unterschiedlichen Tränken belegen könnt.

Überdies konnte ich beim lokalen Waffen- sowie Rüstungshändler diverse starke Gegenstände kaufen, die Lightning etwas stärker gemacht haben. Apropos! Im Interview mit den Entwicklern wurde uns verraten, dass die Charakterentwicklung dieses Mal deutlich mehr über Gegenstände abläuft. Im Zuge dessen werdet ihr quasi von Anfang an die starken Waffen im Spiel sehen können, allerdings werden diese vermutlich nicht allzu erschwinglich sein, denn der Gil-Preis dürfte vorerst sehr hoch liegen.

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Kaum bin ich also auf dem Feld, erscheinen auch die ersten Gegner. Da ich das neue Kampfsystem ausprobieren will, umgehe ich sie nicht und begebe mich in den Kampf! Und hier folgte gleich auch die erste Überraschung: Final Fantasy goes Action-RPG. Lightning steht nicht mehr etwa still auf einem Fleck und wartet bis ihr ATB-Balken gefüllt ist, damit sie meine Angriffskommandos ausführt, sondern lässt sich frei auf dem Feld bewegen. Sie bewegt sich dabei langsamer als in der eigentlichen Spielwelt, um so zu verhindern, dass feindlichen Angriffen allzu leicht ausgewichen wird. Cleverer Schachzug.

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Die Angriffe müssen dabei nicht mehr umständlich in Menüs angeklickt werden, sondern sind unten rechts im Bildschirm eingeblendet und verbrauchen eine bestimmte Anzahl an ATB-Balken (ganz weg kommt Square Enix dann doch nicht von diesem System). Falls ihr euch nun denkt: „Also gibt es doch ein Limit an Aktionen!“, so liegt ihr etwas daneben, denn wie bereits in den Vorgängern haben die Entwickler ein Paradigmen-ähnliches System implementiert. Dieses hört auf den Namen „Garnituren“ und versetzt Lightning in unterschiedliche Rollen, die jeweils andere Angriffe, Fähigkeiten und, am wichtigsten, ATB-Balken besitzen. So nimmt die gute Frau die Rolle einer Schwarzmagierin an oder einer Drachenritterin. Oder Artistin. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig und sollten für die schwierigeren Bosskämpfe immer perfekt abgestimmt werden, da sich einige Kombinationen sehr gut ergänzen. Ist also etwa der ATB-Balken der Schwarzmagier-Garnitur leer, kann ich ganz bequem via Knopfdruck zu einer anderen Garnitur wechseln, während der ATB-Balken des Schwarzmagier-Kostüms im Hintergrund lädt. Dadurch ist auch der Taktik-Anteil aus den bisherigen Serienablegern weiterhin gegeben und ein besinnungsloses Button-Smashing wird euch definitiv nicht zum Erfolg führen.

Timing und Taktik

lightning_returns_final_fantasy_xiii_13092013_3Ein weiteres neues Feature von Lightning Returns: Final Fantasy XIII ist das aktive Blocken im Kampf. Einige der Garnituren, aber nicht alle, besitzen unterschiedliche Blocks. So gibt es das normale Blocken und den sogenannten Starkblock. Beim ersten müsst ihr ein ausgesprochen gutes Timing für den eintreffenden Angriff beweisen, damit der Schaden nicht nur etwas gemildert wird, sondern komplett abgewendet werden kann. Beim Starkblock hingegen, der bedeutend mehr an ATB-Energie kostet, spielt Timing nur dann eine Rolle, wenn ihr wirklich mächtige Angriffe negieren wollt.

Hierzu möchte ich auch den Chocobofresse als Beispiel herannehmen, denn die Bossbegegnung war kein Klacks und es hat mich drei Anläufe gekostet, um die richtige Taktik herauszufinden. Er besitzt mehrere Angriffe und zwei Angriffsketten. Mit der Artistengarnitur ließ ich Lightning die normalen Attacken stilvoll ausweichen, während die starken Angriffe durch die Drachenrittergarnitur und damit den Starkblocks verhindert wurden. Zudem besitzt diese Garnitur den Feuga-Zauber (sehr mächtig), wodurch ich das Ungetüm in den „Stagger“-Zustand (Schock im Deutschen) brachte und so seinen Schwachpunkte bearbeiten konnte. Die Quick-Time-Events des Vorgängers scheinen dabei der Vergangenheit anzugehören. Als das Monster also im Schockzustand gewesen ist, aktivierte ich überdies die Zeitdilatation, wodurch das Geschehen angehalten wurde und ich für rund zehn Sekunden lang Feuga ohne zusätzliche ATB-Kosten auf das Vieh wirken konnte. Wenig später errang ich den Sieg und rettete das weiße Chocobo.

Grafisch gibt es mal wieder absolut nichts auszusetzen. Nachdem ich schon von Final Fantasy XIII-2 im letzten Jahr beeindruckt war, kann ich auch für den Abschluss der Trilogie sehr viele lobende Worte aussprechen. Lightning sieht fantastisch aus und ihr Standardoutfit ist dermaßen cool gestaltet und wiegt sich im Wind und reagiert korrekt auf ihre Bewegungen – das macht einiges her. Doch auch die Effekte wissen absolut zu gefallen, sodass ihr mal wieder visuell einiges geboten bekommt. Akustisch haben die Entwickler keine Experimente gewagt. Sämtliche Sprecher der bekannten Charaktere wie Hope, Lightning, Snow und so weiter und so fort wurden übernommen und liefern eine durchgehend starke Leistung. Der Soundtrack gefällt.

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Ersteindruck:
Auch wenn Lightning für mich nie so richtig der Hauptcharakter in Final Fantasy XIII gewesen ist, sondern Serah, so kann ich den Schritt durchaus nachvollziehen, sie zum Dreh- und Angelpunkt des großen Finales zu machen. Die adrette Dame hat es aber auch auf dem Kasten und ich bin sehr gespannt, wie die 13 Tage lange Storyline ausgehen wird, zumal nicht alle Charaktere gerettet werden können. Spannung pur! Abseits einer unglaublich knisternden Geschichte haben die Entwickler ein verdammt gutes Kampfsystem geschaffen, das mir als Fan der Reihe im Herzen zwar wehtut (immerhin bin ich Anhänger des guten, alten Zug-basierten ATB-Systems), aber richtig gut umgesetzt wurde. Die aktiven Blocks, die Bewegungsfreiheit im Kampf sowie die dynamischen Auseinandersetzungen machen einiges her. Nach dieser rund 30 Minuten langen Spielsession will ich unbedingt mehr sehen, zumal die Auseinandersetzungen viel Konzentration und Taktik verlangen und dabei noch so verflucht gut aussehen. Mein Respekt an die Entwickler, das gesamte System so auf den Kopf zu stellen! Und damit erledigen sich auch meine Zweifel an Final Fantasy XV, das ein ähnlich wirkendes Kampfsystem nutzen soll.

Einschätzung: Sehr gut (14 Punkte – Wertung im Bereich von 90 Prozent und mehr!)




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