Während der gamescom in Köln habe ich mir Namco Bandais Majin and the Forsaken Kingdom anschauen können und muss sagen, dass ich den Titel maßlos unterschätzt hatte. Nicht, dass er mir bislang gar nicht aufgefallen wäre, jedoch war ich der Qualität des Spieles gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Es sah zu bunt, zu süß aus und wirkte so verdammt einfach und casual-lastig. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Der RPG-Action-Adventure-Mix aus der Feder von Yoshiki Okamoto (eher bekannt durch Resident Evil) wartet mit einer durchaus süßen, wenngleich auch traurigen Geschichte auf euch. Die Dunkelheit kehrte ein in das einst so friedliche Königreich von verschlang alle Bewohner und Menschen, welche dann als finstere Kreaturen aus dem Boden empor stiegen. Lediglich der Steinkoloss Majin und sein menschlicher Gefährte Tepeu haben überlebt und es gilt, Majins verlorene Erinnerungen wiederzufinden.

Ein mystisches Abenteuer inspiriert von Märchen und Dunkelheit

Wenn es etwas gibt, worauf die Entwickler wirklich stolz sind, dann ist es laut Director Daisuke Uchiyama das Feeling bzw. viel mehr die Atmosphäre des Spiels. Euer Majin ist der letzte seiner Art und daher so unglaublich wertvoll, verlässt sich dabei aber vollkommen auf euch, denn ohne den Spieler, respektive den verkörperten Charakter, ist er nichts weiter als ein willenloser Sklave seiner selbst. Das per se gutmütige „Ding“ ist dabei aber sehr nützlich, denn im Kampfe gegen die Dunkelheit wird es euch oftmals sehr helfend zur Seite kommen.

Generell müsst ihr euch eine Symbiose zwischen dem Majin und dem Menschen vorstellen, denn ohne den Mensch kann der Majin nicht sein und ohne den Majin kann der Mensch die Dunkelheit nicht vertreiben. Nebst der leider etwas langweilig geratenen Kämpfe (weil stark repetitiv und eher leicht gehalten) gibt es noch zahlreiche Rätsel zu lösen, die hier und da sicherlich mal diverse Hirnzellen in Anspruch nehmen werden. Teilweise sollen sie sogar so dermaßen schwer sein, dass Director Uchiyama direkt zum Lösungsbuch des 20-30 Stunden langen Spiels rät. Apropos Umfang: Majin and the Forsaken Kingdom ist ein „open world“-Spiel, was zur Folge hat, dass ihr Anfangs nicht immer sofort überall hinkönnt, doch sobald euer Majin eine neue Fähigkeit erlernt, lohnt es sich bestimmt, an einen früheren Punkt zurückzukehren und die Lage abzuchecken. Er beschrieb dieses Beispiel mit der Feuer-Fähigkeit des Majins, mit der er Äste und Gebüsch abbrennen kann und eben jene Hindernisse versperren den Weg auf ein weiteres Areal, in dem diverse Boni auf euch warten. Hört sich gut an – die Erkundung der Spielwelt steht hierbei klar im Vordergrund. Wie schwer euch der Titel letztlich fallen wird, könnt ihr in einer Demo ausprobieren, die definitiv vor Release des Spiels erscheint.

Technisch ist der Titel ganz in Ordnung, hinkt aber Genre-Konkurrenten deutlich aufgrund der vielen matschigen Texturen und unschön wirkenden Effekten deutlich hinterher. Zwar mögen die Gebiete an sich durchaus stimmig und farbenfroh wirken, so detailarm bleiben sie im Gedächtnis wenn man sie verlässt. Vielleicht bessert sich da noch etwas, wenngleich die Chancen dafür eher schlecht stehen. Gut jedoch steht es um die Sprachausgabe, denn die wird es komplett lokalisiert nach Deutschland schaffen. Ich bin gespannt auf die deutschen Sprecher.


Fazit:

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Majin and the Forsaken Kingdom ist einfach viel zu groß und umfangreich, um nach einer 20-Minuten-Präsentation ein halbwegs ordentliches Bild vom Spiel zu bekommen und dieses auch nur im entferntesten Fair und vor allem mit gutem Gewissen zu bewerten. Nein, das kann und will ich nicht. Die Tendenz ist aber klar: Das Spiel punktet durch sein etwas anderes Szenario, bietet keine krass wirkende Brutalität und will lieber mit den fantasievollen Aspekten des noch so jungen Mediums der Videospiele punkten. Das schafft es auch, hinkt dabei aber leider Titeln wie Enslaved: Odyssey to the West (Welch Ironie, dass der Titel vom gleichen Publisher kommt) technisch deutlich hinterher. Ob sich da noch was bis zum Release am 25.11.2010 was tut? Ich hoffe doch!
 

Ersteindruck:  Nicht möglich

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