No More Heroes Vorschau Testbericht

Waehrend in Kill Bill ‚The Bride‘ einen Rachefeldzug sondergleichen startete und einen Feind nach dem anderen abschlachtete, um schlussendlich Bill umzulegen, geht No More Heroes einen anderen Weg. Hier geht es eher weniger um Rachegelueste, aber eines haben das Game und der Film doch irgendwie gemeinsam. Beide sind aeusserst brutal, haben einen irren Look und Schwerter gehoeren zum Repertoire eines jeden Buergers. Zwar fehlen die ‚Crazy 88‘, dafuer gibt es fette Bosse. Was Quentin Tarantino, dem Regisseur von Kill Bill, auf der Kinoleinwand gelang, will wohl Grasshopper mit No More Heroes auf dem heimischen TV auf der Wii schaffen.

Waehrend der gute Quentin mit Filmblut in Kill Bill nicht gegeizt hat, wird man in Deutschland Grasshoppers No More Heroes leider nur mit Staub geniessen koennen. Die Amis hingegen bekommen heftige Blutfontaenen vorgesetzt. Doch wie kommt das? Es liegt ausnahmsweise nicht an der aktuellen Diskussion ueber Killergamee, die zwar mit einem ‚Bingo, Volltreffer‘-Spruch auf den Titel zutreffen wuerde, da aber der Comic-Look jedwede Realitaet in Luft verpuffen laesst, waere ein Schnitt beim Blut Unfug gewesen. Nein, es liegt schlichtweg an der Edition. Wir Europaeer bekommen die Japan-Fassung, das Original, in der es eben nur Staub statt Blut gibt.

Worum geht`s?

Der Held des Games ist Travis Touchdown. Er ist ein Paradebeigame fuer einen Antihelden, weswegen der Name des Games durchaus gerechtfertigt ist, denn eigentlich sollte der Titel nur ‚Heroes‘ heissen. Nachdem Grasshopper den guten Travis fertigstellte, wurde klar, dass jener Titel nicht passte. Eines Abends im Club, in dem Travis nach Geld suchte, um seinen Videogameladen auf Trab zu halten, toetet er zufaellig einen Assassinen. Er war die Nummer 11 der Top-Killer im Lande und dadurch, dass jener Auftraegsmoeder tot ist, nimmt Travis den elften Platz ein. Dass er sich damit natuerlich nicht zufrieden gibt und das Business als Killer durchaus lukrativ ist, weiss er natuerlich und will die Nummer 1 in der ganzen Welt werden. In der Stadt ‚Santa Destroy‘ – der Name ist Programm – haust die UAA, die fuer Kaempfe der Besten gegen die Besten eine Menge Kohle verlangt, die Travis selbstverstaendlich nicht macht.

Um an Geld zu kommen, gibt es viele Moeglichkeiten. Da ihr im Stile eines GTA frei durch die zerstoererische Stadt laufen oder auch mit eurem fetten Bike fahren koennt, koennt ihr im Stile des Shooters freie Missionen annehmen, in denen Geld verdient werden kann. Eine Geschichte haben jene Aufgaben allerdings nicht, sie dienen stetig nur der reinen Geldbeschaffung. Hierbei gilt es meistens einfache bis mittelschwere Kaempfe zu ueberstehen. So manche Bossfighte sind dann schon schwer, dafuer zeigen die Entwickler hier ihre wahre Genialitaet. Es gab bisher keinen Charakter, keinen Kampf, der mir nicht gefallen hat. Es sind die skurrilsten und zugleich coolsten Leute, die man jemals in einem Videogame sehen wird. Da waere zum Beigame ein Maedchen, das Travis toeten will, weil Travis ihren Vater auf dem Gewissen hat oder ein Killer mit fetten silbernen Pistolen, der alles in kuerzester Zeit zu Kleinholz verarbeitet.

Wie gamet es sich?

Das ist wohl mit Sicherheit die wichtigste Frage, denn auch wenn der Stil total cool und abgefahren ist, die Gespraeche zumeist auf einem Niveau von Kill Bill gehalten werden – also 80% Nonsens mit Klischees ohne Ende – und die Grafik in den Staedten total leer daherkommt, muss es beim Gameplay stetighin fuer viel Spass reichen. Sagen wir es so: Die bewegungssensitiven Controller werden durchaus gut genutzt. Das Game erkennt drei verschiedene Hoehen der Wiimote, mit der ihr das Laserschwert (hat schon Ae;hnlichkeit mit Star Wars, den Unterschied erkennt man jedoch auf Anhieb), fuehrt. Oben, Mitte und Unten stehen zur Auswahl, um die Schlaege mit dem A-Button zu verbinden. Bei den gewoehnlichen Gegnern braucht es nicht viele Treffer bis der Bildschirm verdunkelt wird und ihr zum ueblen Finish ansetzen koennt, bei dem ihr einige Bewegungen mit der Mote und dem Nunchuck sowie manche Buttons druecken muesst. Gelingt es, kriegt ihr fetzige Szenen wie in Kill Bill Vol. 1 zu sehen, beigamesweise am Ende im Kampf gegen die ‚Crazy 88‘ – autsch! Auch sonst weiss das extrem schnelle Kampfsystem zu gefallen und geht foermlich in Massenfighten im Stile 8 vs. 1 auf, denn hier surrt das Laserschwert im Sekundentakt von links nach rechts oder oben nach unten.  Wie die Steuerung der Bikes funktioniert und in wie fern sie umgesetzt wurde, kann ich leider noch nicht sagen, weil ich es selbst nicht weiss.

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Der Kommentar
Kommentator

Einzigartig – eigenartig – cool

Ganz abseits der Tarantino-Vergleiche muss man No More Heroes eigentlich mit Killer 7 vergleichen, dem – sagen wir mal sehr, sehr vagen – inoffiziellen Teil-Vorgaenger des Games. Gestochen scharfe Texturen, HDR, Bloom, bla und so sucht man vergebens, dafuer legt der Titel auch viel mehr Wert auf Kunst, Gewalt und einen gewissen Coolnessfaktor, den es jederzeit erreicht. Schade nur, dass die Strassen von Santa Destroy menschenleer sind und die Weitsicht maechtig eingeschraenkt ist, aber im Grunde stoert mich das nicht, denn der Stil macht`s wieder wett. Andersherum: Wer Killer 7 mochte, wird No More Heroes stilistisch lieben![]

No More Heroes ist definitiv kein Game fuer unter 18 jaehrige. Wenn es ein Game gaebe, das Tarantino leiten wuerde, dann waere es jenes Game von Grasshopper. Die Art des Games ist aesthetisch, es fliesst Blut bzw. Staub in Massen, die Gliedmassen der Koerper fliegen hier teilweise durch die Gegend, die Charaktere wirken so dermassen genial und abgedreht, das jenes Cell-Shading-Werk keinen Anspruch auf die beste Grafik oder das ausgefeilteste Gameplay hat – das braucht es nicht, denn alles, was es nicht hat, macht es durch seine Art wieder wett. No More Heroes wird der virtuell wahrwerdende Traum fuer Animefans mit dem Drang zur ueberzogenen, aber kunstvoll dargestellten, Gewaltdarstellung.

Ersteindruck

gut  (Wertung zwischen 70 und 85% moeglich)

Kommentar hinterlassen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Spamschutz *