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Playlink Spiele auf der gamescom 2017

In Zeiten wo eigentlich jeder ein mehr oder weniger aktuelles Smartphone mit sich führt, stellen sich viele Entwickler die Frage: Warum sollte man sich das nicht zu Nutze machen? Und was viele Apps als Spielezusatz schon seit Jahren versuchen, soll jetzt mit Playlink endlich spruchreif werden. Während Nintendo dem ganzen Thema mit der Switch quasi eine eigene Konsole gewidmet hat, setzt man bei Sony auf die Smartphones der Kunden und möchte mit Playlink Konsole und Telefon verbinden. Ich habe mir auf der gamescom drei Titel des Playlink-Formates angesehen und angespielt. Was hinter dem Konzept steckt und ob es potential hat, verrät die Vorschau.

Playlink – Frantics

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Den Anfang machte Frantics, bei dem es um einen versoffenen und gelangweilten Fuchs geht. Dem Fuchs ist seine spießige Nachbarschaft zu langweilig und so lädt er sich ein paar Tierfreunde ein und veranstaltet ungleiche Wettkämpfe, bei denen es in erster Linie um sein Vergnügen geht. Daraus entsteht eine Art Mario Party, das uns in Minispiel nach Minispiel gegeneinander antreten lässt. Anders als im offensichtlichen Vorbild gibt es allerdings kein Spielfeld. Stattdessen gibt der Fuchs Minispiel nach Minispiel vor, so dass ja keine langen Pausen zwischen der Action entstehen. Die Spiele sind dabei teils knifflig, oft aber nur kleine Reaktionsspiele oder auch Spiele in denen ihr eure Kollegen in die Pfanne hauen könnt. Schön, denn so ist es deutlich schwerer an erster Stelle zu bleiben.

Zusätzlich zu den Minispielen ruft der Fuchs zwischendurch noch Mitspieler an, um ihnen Geheimmissionen zu erteilen. Ein typischer Fall ist beispielsweise: Hilf Spieler XY beim Gewinnen des nächsten Spieles. Das sorgt mitunter für buntes Durcheinander und Verwirrung, schließlich kennen die anderen Spieler den Inhalt der Geheimmission nicht.

Ersteindruck:

Frantics hat in der kurzen Anspielrunde viel Spaß gemacht. Die Spiele sind abwechslungsreich und sorgten bei den Redakteuren für viel Spaß und Freude. Dann wiederum ist es nicht so schwer für 15 Minuten abwechslungsreiche Minispiele zu bieten. Ob Frantics im Endeffekt auf Dauer überzeugen kann hängt demnach von der Menge und Qualität der Minispiele ab. Ebenfalls bleibt abzuwarten ob durch das Wegfallen eines Spielbretts nicht zu viel Spielmotivation genommen wird.

Playlink – Wissen ist Macht

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Als nächstes Spiel stand Wissen ist Macht an, wiederum ein Wettkampf-Spiel. Ähnlich wie im Brettspiel Trivial Pursuit geht es darum, sich in unterschiedlichsten Kategorien zu messen und herauszufinden, wessen Kopf angefüllter ist mit Trivia und verrückten Fakten. Wichtig sind hierbei aber nicht nur eure grauen Zellen, schnell sein müsst ihr auch noch. So zählen besonders schnelle Antworten eben auch mehr wenn mehrere Spieler richtig liegen. Zwischen den Runden wird immer wieder entschieden mit welcher Kategorie es weitergeht. Grundsätzlich demokratisch, allerdings könnt ihr euch mit einem Joker auch gegen die Mehrheit durchsetzen, um genau eure Lieblingskategorie zu erhalten. Um ein bisschen Pepp in die Sache zu bringen könnt ihr vor den Fragerunden euren Gegnern noch Hindernisse in den Weg legen, beispielsweise Schleim, der ihre Antwortmöglichkeiten verdeckt und erst weggewischt werden muss.

Ersteindruck:

Wissen ist Macht ist definitiv ein solider Playlink-Titel. Das Spiel nutzt es wunderbar, dass jeder bequem von seinem Handy aus Antworten auswählen kann und sorgt mit ein paar Sonderspielen auch für die nötige Abwechslung. Unterm Strich würde ich definitiv lieber Wissen ist Macht spielen als das klassische Trivial Pursuit – Mission gelungen.

Playlink – Hidden Agenda

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Last but not least gab es mit Hidden Agenda einen etwas ernsteren Titel zu spielen. Entstanden ist das Spiel der Until Dawn-Entwickler weil sie bei vielen Spielern von Until Dawn feststellten: Hey, die spielen ja eh im Team und reichen den Controller immer weiter. Schon war die Idee für Hidden Agenda geboren: Ihr verfolgt mit bis zu sechs Spielern eine Mordserie und versucht sie aufzuklären. Im Vordergrund des Spieles stehen dabei schwerwiegende Entscheidungen, die oft weitreichende Konsequenzen haben. Getroffen werden die Entscheidungen dabei per demokratischem Entschluss und wie auch bei Wissen ist Macht hat man die Möglichkeit, die anderen mit einem Joker zu übertrumpfen.

Das wird besonders interessant wenn einer der Mitspieler – wie bei Frantics – einen Geheimauftrag bekommen hat. So mischt Hidden Agenda die spannenden Geschehnisse auf dem Bildschirm mit den Spannungen zwischen den Spielern vor dem Bildschirm, was gut aufgeht.
Fazit: Hidden Agenda steht und fällt mit der Geschichte und die kann ich noch nicht beurteilen. Dennoch ist das Konzept des interaktiven Spielfilmes für einen Abend in Zeiten von Telltale-Spielen und Co durchaus machbar. Ich bin gespannt auf das fertige Spiel und werde es bestimmt ausprobieren.

Ersteindruck:

Nach drei kurzen Anspiel-Sessions kann ich überzeugt sagen: Playlink hat Potential. Klar, man darf keine überkomplizierten Core-Spiele erwarten, was man hier bekommt sind glorifizierte Minispiel-Sammlungen oder erweiterte Apps. Dennoch machen die Spiele viel Spaß, einfach weil der „Mit Freunden auf einer Couch spielen“-Faktor zieht. Anstatt sich gemeinsam einen Film anzusehen kann man ihn nun auch spielen oder man verlagert den Brettspielabend vom Küchentisch aufs Sofa und spielt digital. Playlink hat definitiv das Potential einige sehr interessante Titel hervorzubringen, insbesondere weil mittlerweile fast jeder ein geeignetes Smartphone in der Tasche hat. Sinnvolle Investition: Mehrfach-USB-Ladesstationen.

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...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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