South Park: Der Stab der Wahrheit Vorschau #2

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Obsidian hat es also wieder geschafft. Die Macher von Star Wars: Knights of the Old Republic, Sungeon Siege III und Fallout: New Vegas liefern im März ihr nächstes Rollenspiel ab, das sich keineswegs vor der Konkurrenz verstecken muss. Im Gegenteil. South Park: Der Stab der Wahrheit ist so einzigartig und grandios, dass es sich ganz schnell zu meinen liebsten Rollenspielen aller Zeiten mausern könnte. In Düsseldorf konnte ich die ersten zwei Stunden des Spiels bereits spielen – und will mehr.

south_park_der_stab_der_wahrheit_14022014_11Am Anfang gilt es natürlich wie immer den eigenen Charakter zu erstellen. Die Auswahlmöglichkeiten dabei sind recht üppig und lassen sehr viel Raum zur Eigengestaltung offen, wenngleich ihr nicht immer pingelig genau werden dürft. Egal. Was mir hierbei aber schon aufgefallen ist: Ich kann dem namenlosen Jungen keinen Namen geben. Das hat einen Grund, doch dazu später mehr. Kurz darauf geht es auch schon los und zusammen mit seinen Eltern zieht der Schüler in die neue Stadt, South Park, ein. Er redet nicht viel und ist stumm – seinen Eltern missfällt das natürlich ebenso. Schon nach den ersten gesprochenen Sätzen (englisches Original mit deutschen Untertiteln) wird klar: Die Macher der TV-Serie sind hier am Werk. Und in der Tat zeichnen sich Matt Stone und Trey Parker für die gesamte Storyline des Spiels aus. Deren Federführung ist jederzeit spürbar.

Und dass die Jungs bei Obsidian für ihre authentische Umsetzung bekannt sind, ist ebenso kein großes Geheimnis. Das Tüpfelchen auf dem i ist prinzipiell die grafische Darstellung, denn ihr spielt quasi eine (zugegeben sehr lange!) Episode. Wie umfangreich South Park: Der Stab der Wahrheit ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Nichtsdestoweniger fühlt ihr euch von Anfang an wie in der TV-Show mit allen ihren Ecken und Kanten, den schroffen Sprüchen und dem bitterbösen Humor. Außerdem gibt es allerhand bekannter Figuren zu sehen – unter anderem Mr. Hankey und auch Al Gore.

Das etwas andere Rollenspiel

South Park: Der Stab der Wahrheit hebt sich dabei recht wohltuend von anderen Rollenspielen ab, wenngleich natürlich viele Mechaniken durchaus schnell wiederzuerkennen sind. Es steht übrigens von Anfang an die gesamte Kleinstadt zur Verfügung und ihr könnt anstatt zu Cartman auch gerne erst einmal die Stadt besichtigen und die vielen verschiedenen Leute ansprechen, Freunde auf Facebook gewinnen und so weiter und so fort. Ja, richtig gelesen – in South Park gibt es ein Facebook-Pendant, auf dem ihr allerhand Informationen erhaltet. Um einige Bewohner zu adden, müsst ihr zum Teil eine gewisse Summe an Freunden haben. Absurd!

Kaum sind wir bei Cartman angekommen, begrüßt er uns als Herrscher des Hinterhofs (mit Kenny als holden Maid…) und fragt nach unserem Namen. Wenn ihr euch jetzt denkt, dass ihr hier eine Wahl hättet, irrt ihr euch! Da der neue Junge nicht spricht, wird er ab sofort „Douchebag“ (Saftsack) genannt. Daraufhin dürft ihr euch für eine von vier verschiedenen Klassen entscheiden: Fighter, Mage, Thief und … ähm. Jew. Zu jeder dieser Klassen gibt es natürlich auch einen bitterbösen Kommentar von Cartman – vor allem der zur Juden-Klasse ist (natürlich) fies.

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Danach bekommt ihr auch schon die erste „Waffe“ in die Hand gedrückt. Im Falle des Magiers, wofür ich mich entschieden habe, was das ein … Ast. Der erste Trainingskampf gegen Butters war natürlich kein Problem und doch zeigte South Park hier, dass der Stil der Serie auch hier kein Abbruch getan wird. Die Angriffe sind sehr amüsant (oder geschmacklos – je nachdem, wie man es gerade sieht) in Szene gesetzt und lassen mich ständig schmunzeln. Die mächtige Furzattacke ist dabei nicht einmal der Höhepunkt des Humors.

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Das Kampfsystem funktioniert übrigens wie klassische Rollenspiele – nur ohne den aus Final Fantasy bekannten ATB-Balken. Ein Initiativwert entscheidet, wer zuerst angreift, woraufhin ihr die Möglichkeit habt, „Heiltränke“ (lest: Tüte Chips) zu nutzen oder anzugreifen. Hierbei ist zu beachten, dass das Schlucken eines „Heiltranks“ nicht zum Ende einer Runde führt, sondern erst der tatsächliche Angriff/Zauberspruch. Bei den Attacken gilt es gutes Timing zu beweisen. Wenn Douchebags Ast beim Angriff leuchtet, gilt es schnell A zu drücken, um gleich mehrere Attacken auszuführen. Wenn er mit Pfeil und Bogen angreift, wird aus einem Schuss gleich ein ganzes Triple. Dasselbe gilt auch für die Defensive. Zwar lassen sich gegnerische Angriffe nicht – wie etwa in Lightning Returns: Final Fantasy XIII – vollständig blocken, der Schaden wird jedoch um rund 90 Prozent gesenkt.

south_park_der_stab_der_wahrheit_14022014_4Da es sich hierbei um ein vollwertiges Rollenspiel handelt, werdet ihr natürlich allerhand Quests erhalten, bei denen ihr manchmal etwas beschaffen und manchmal irgendwas erledigen müsst. Je mehr Kämpfe ihr gewinnt, desto mehr Erfahrungspunkte bekommt ihr – und mit dem Levelaufstieg könnt ihr zudem eure Fähigkeiten verbessern, wobei das nur für den Hauptcharakter gilt. Die Nebencharaktere, darunter Kenny, Butters, Craig und so weiter und so fort, lassen sich leider nicht aufwerten. Auch Rüstung ist und bleibt nur für den eigenen Charakter vorbehalten. Macht nichts, denn die Rüstungen sehen urkomisch aus. Die Missionsstruktur ist dabei durchweg gelungen. Um etwa an einer Wache vorbeizukommen, organisieren wir uns aus dem naheliegenden Gunshop eine Gasmaske, damit uns der Wachmann mit seinem Pfefferspray nichts anrichten kann. Ein Tritt in die Eier später dürfen wir auch endlich vorbei. Achja! Lange Wege müsst ihr nicht befürchten, denn durch das Schnellreise-System (mit Timmy) gelangt ihr problemlos von A nach B ohne ewig laufen zu müssen.


Ersteindruck:

Da hat mich Obsidian Entertainment aber ganz schön erwischt! South Park: Der Stab der Wahrheit ist ein durch und durch geniales Spiel, das den Charme und die Absurditäten der TV-Serie bestens einfängt. Natürlich ist es ein Titel, der sich primär an Fans der kultigen Reihe richtet, doch die qualitativ hochwertige Umsetzung dürfte zweifelsfrei auch Nicht-Kenner überzeugen. Die rund zwei Stunden Spielzeit haben mich extrem positiv überrascht – so sehr, dass ich den Release im März kaum noch abwarten kann. South Park: Der Stab der Wahrheit ist das perfekte Spiel für alle Fans! Selbst Rollenspielmuffel dürften hier schwach werden.

Einschätzung: oder




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