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Steep Vorschau #2

Nachdem sich meine Kollegen Steep immer nur wenige Minuten inmitten des Messestresses angeschaut hatten, durfte ich gestern satte 3 Stunden damit verbringen. Während des Events in Düsseldorf spielte ich dabei von Beginn an. Keine speziell gewählten Bereiche, die besonders gut sind. Ich hatte freie Wahl. Und das nutzte ich natürlich aus! Wie oft sich mein Charakter mindestens das Genick brach, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Ich persönlich vermisse schon seit Jahren echte Extremsport-Spiele. Selbst wenn ich nur Solo-Sport-Titel wie SSX oder Shaun White Snowboarding betrachte – all das ist schon eine Ewigkeit her. Umso gespannter war ich also auf Steep, weil es neben Snowboards auch Paraglider, Wingsuits und Ski miteinander kombiniert. Und darüber hinaus eine verdammt große, offene Spielwelt bietet. Nach einer kurzen Einführung ins Spiel, die rund 20 Minuten dauert, darf ich auch schon nach Lust und Laune die Berge erkunden. Geradezu entzückt war ich, als mir bewusstwurde, dass Ubisoft auch hier Abschied von Aussichtspunkten zur Erkundung der Map/Missionen genommen hat. Stattdessen schalten sich mehr und mehr Herausforderungen on the fly frei, weil ich sie während anderer Aktivitäten zufällig entdecke oder sie vom Spiel automatisch promoted werden.

Steep

Steep – Share it

Die Entwickler von Steep kommen aus dem französischen Annecy, einer bergigen Landschaft in Frankreich. Und so verwundert es kaum, dass sie sie Berge lieben. Das wird auch schnell deutlich, denn ihr Action-Sportspiel punktet ihr allen vier Disziplinen und bei der Atmosphäre. Es dauert keine einzige Minute, da fühle ich mich schon wie Shaun White auf meinem Snowboard. Die ersten Tricks gehen locker von der Hand, wenngleich extrem gutes Timing gefragt ist. Meine ersten Bruchlandungen ließen natürlich nicht lange auf sich warten.

SteepEgal, aufstehen, erneut versuchen. Den richtigen Adrenalinkick gibt es ohnehin beim Wingsuit. Wenn ich aus einem Heißluft-Ballon mit Affenzahn gen Boden donnere und dabei versuche Ringe zu passieren, um meinen Punktezähler zu erhöhen, dann erfordert das ganz schön viel Aufmerksamkeit. Etwas gemütlicher sieht es beim Paraglider aus, wo ich lediglich in der Nähe eines Berges sein muss, um an Aufwind zu erhalten. Das Ski-Equipment fühlen sich recht ähnlich zum Snowboard an, bieten aber trotzdem genug Eigenheiten, um sich wohltuend abzuheben.

Dennoch legt Steep einen großen Fokus auf das Gemeinsamkeits-Gefühl. Das kam in der gespielten Fassung natürlich sehr kurz, schließlich waren wir zu acht auf einem 250m² großen Spielplatz. Als wir uns aber alle an einem Ort trafen, wurde es schnell chaotisch und die Herausforderungen waren umso amüsanter. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das mit hunderten von Spielern macht. Und vor allem wie prominent Trolle sein werden. Zudem steht es mir frei, meine Leistungen auf Video festzuhalten und mit anderen Spielern zu teilen. „Sharing is key“, hieß es in einer kurzen Präsentation vor der Spielsession. Und tatsächlich sind die Möglichkeiten bei der Bearbeitung des Videos recht groß. Leider aber waren die meisten Funktionen noch nicht freigegeben.

Steep – Steil bergab

Während ich also die verschiedenen Herausforderungen absolviere, die Berge erkunde und mich der durchaus schicken Optik ergötze, sammle ich Erfahrungspunkte. Einige Aufgaben sowie legendäre Örtlichkeiten lassen sich erst dann freischalten, wenn ein bestimmtes Level erreicht wurde. Als ich beispielsweise Ortler (3905 Meter hoher Berg in Italien) freischaltete, galt es sechs charismatische Punkte wie das Dammhauss zu besuchen. An Abwechslung mangelt es Steep ohnehin nicht, denn die Challenges sind dank der vier Sportarten sehr unterschiedlich. Außerdem gewinnt der Titel eine Menge an Reiz aus dem kompetitiven Gedanken. Als wir in einer Gruppe aus acht Spielern an einer Wingsuit Challenge saßen, stieg der Rekord quasi im Minutentakt. Nach ersten Proberunden mit 2000 oder 5000 Punkten folgten Abschlüsse im hohen fünfstelligen Bereich. Der Ansporn kam von ganz alleine.

Für gute Leistungen während der Herausforderungen gibt es einmalig Belohnungen in Form von neuen Outfits, Snowboards und so weiter und so fort. Dabei bestätigten mir die Entwickler, dass diese keinerlei Einfluss auf das Spielerlebnis haben. Stattdessen dienen sie vielmehr der eigenen Persönlichkeitsentfaltung. Ubisoft Annecy versteht Steep nämlich als „ein Medium des persönlichen Ausdrucks“. Schade nur, dass ich mir keinen persönlichen Extremsportler erstellen darf, sondern nur vor vollendete Tatsachen bei den acht vorgegebenen Personen gestellt werde. Dennoch gibt es allerhand Gegenstände freizuschalten, sodass für genug Abwechslung gesorgt sein dürfte.

Gibt es Dinge, die mich gestört haben? Freilich. Dazu zählt unter anderem das extrem langsame Gehtempo und der zum Teil noch unausgegorene Schwierigkeitsgrad (bei schweren Aufgaben hatte ich häufiger die Gold-Medaille als bei leichten Herausforderungen).


Ersteindruck

Wenn der Berg in etwas weniger als einem Monat ruft, dann werde ich folgen. Nachdem ich gestern bereits drei Stunden lang zocken konnte, landete der Titel auf meiner Einkaufsliste für den Dezember. Es macht Spaß, es sieht gut aus und es ist ein cooles, neuartiges Projekt, das es in dieser Ausführung noch nie gab. Vor allem der kompetitive Gedanke und der eigene Ansporn, die bereits vorhandene Leistung zu toppen, haben mich manche Missionen einfach zig Mal wiederholen lassen. Natürlich ist Steep nicht frei von Fehlern, aber die nehme ich für das sauber umgesetzte Gameplay gerne in Kauf. Übrigens: 107 ist die korrekte Anzahl an Genickbrüchen. Ich habs nachgezählt.

Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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