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Steep Vorschau

Wenn jemand über Wintersport bei Videospielen redet, denke ich immer noch an Winter Challenge für Windows 3.11 oder 1080° Snowboarding für N64. Heutzutage ist das Untergenre der Sportspiele sehr wenig bedient und daher ist die Hoffnung natürlich groß wenn ein renommiertes Studio wie Ubisoft einen so großen Titel wie Steep ankündigt. Extremsport, Weißer Pulverschnee, Ubisoft, Red Bull, eine Kombination die man sich nur zu gut vorstellen kann. Wenn man sich dann noch das bisher veröffentlichte Material zum Spiel ansieht, kann man direkt vor Vorfreude den Glühwein aufsetzen und die Skiklamotten heraussuchen. Ich habe den Titel auf der gamescom anspielen können, wenn auch in kurzer Hose und ohne Glühwein, und berichte, ob die Hoffnung sich zu erfüllen scheint.

Steep – Die Qual der Wahl

SteepIn Steep seid ihr nicht nur auf Skiern oder dem Board unterwegs, auch mit dem Wingsuit und dem Paraglider geht es hoch hinaus. Zusätzlich zu diesen vier Fortbewegungsmethoden habt ihr auch noch die Möglichkeit zu Fuß zu laufen und könnt so möglichst flexibel die Bergwelt erkunden. Erkunden ist dabei auch das Stichwort, denn Steep wird ein Open World Multiplayer-Titel. Das heißt zum einen, dass euch konstant durch Matchmaking andere Spieler in die Welt gebracht werden. Und zum anderen, dass ihr die riesige Spielwelt selber erkunden müsst. Dabei helfen euch neben euren Fortbewegungsmitteln vor allem eurer Fernglas. Damit erspäht und analysiert ihr nämlich potentielle Spots, die dann angefahren werden können und in Zukunft per Schnellreise verfügbar sind. So deckt ihr Stück für Stück alle Spots auf dem Berg auf und könnt später über die interaktive Bergkarte schnell zu euren Lieblings-Abfahrten springen.

Spielerisch gibt es eine Fülle von Challenges zu erledigen, von Abfahrten über Trick-Challenges bis hin zu waghalsigen Wingsuit-Erfahrungen nahe der Felswände. Punkte sammelt ihr dabei auf verschiedenste Arten, die sich je nach Fortbewegungsmittel unterscheiden. Seid ihr auf dem Snowboard unterwegs, gibt es beispielsweise Punkte für Sauberes Fahren, für Risiken (Nah am Baum vorbei) und für Tricks. Einen besonderen Bonus gibt es dann noch wenn ihr das Ganze in der Nähe von anderen Spielern vollführt. Solche Spieler könnt ihr übrigens immer anwählen und versuchen euch mit ihnen zu verpartnern. So kann man sich neue Spots zeigen oder sich im sportlichen Wettkampf messen.

Steep – Der Kern der Sache

SteepSoviel zur Theorie, kommen wir zur Praxis! Wie fühlt sich Steep an? Hier muss ich damit anfangen, dass Steep deutlich schlechter aussieht und deutlich ruckeliger läuft als es alle Trailer vermuten lassen. Es ist nicht hässlich oder unspielbar, aber es ist nicht das Elite-Spiel, das die Trailer versprechen. Doch viel Zeit, die Umgebung zu begutachten, hatte ich eigentlich nicht, da ich mit der Steuerung schon zu kämpfen hatte. Insbesondere steile Abfahren oder enge Wingsuit-Strecken sind noch sehr schwierig zu meistern und der Controller gab mir nur bedingt Kontrolle über meine Bewegungen. Auch das Tricking-System ist noch etwas gewöhungsbedürftig und nicht sehr intuitiv.


Ersteindruck:

Ich habe (noch) große Hoffnungen in Steep, einfach weil mir ein solches Spiel seit langem gefehlt hat. Aber nachdem ich selber Hand angelegt habe, kommen auch Zweifel auf, was den Titel angeht. Die Steuerung ist noch keineswegs intuitiv und wird wohl einiges an Einspielzeit erfordern. Aber auch wenn ich das in Kauf nehme habe ich Sorge vor dem „Seamless permanent Matchmaking“. Damit ist schon Need for Speed auf die Nase geflogen und ich verstehe nicht, warum ein Spiel, das sich super als Singleplayer-Erfahrung eignet, so zwanghaft in den „Immer Online, immer mit Mitspielern“-Modus gedrängt werden muss. Warum nicht einfach eine nette Kampagne (Gerne mit offen erkundbaren Berg) und dazu Versus-Modi? Ich bleibe gespannt und behalte den Titel im Auge. Aber die gamescom-Demo hat mich etwas auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht.

Written by
...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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