Nachdem dem polnischen Entwicklungsstudio CD Projekt Red Ende 2007 mit dem Rollenspiel „The Witcher“ einen großen Überraschungshit veröffentlichte, der kurz darauf zum „Besten Rollenspiel des Jahres 2007“ gekührt und ein Jahr später mit der Enhanced Edition nahezu perfektioniert wurde, steht nun mit The Witcher 2: Assassins of Kings der große Nachfolger vor der Haustür. Doch kann man ein nahezu perfektes Spiel eigentlich noch übertrumpfen? Wir haben uns den Titel auf der gamescom angeschaut und können euch beruhigt sagen: Man kann!

Assassino!

Wer The Witcher durchgespielt hat, weiß, dass es am Ende einen doch ziemlich bösen Cliffhanger gab – wer nicht gespoilert werden möchte, überspringt den folgenden Absatz bitte, liest dann weiter und zockt danach sofort The Witcher durch!

Gerade als der König Foltest, Herrscher von Temeria, den Hexer Geralt von Riva für seine treuen Dienste im Kampf gegen den verräterischen Orden der Flammenrose sowie die mysteriösen Salamandra bezahlt und der Monster-Jäger von dannen zieht, schleicht sich ein lautloser Auftragsmörder in die Gemächer des Königs. Nur wenige Sekunden bevor seine Klinge Foltest’s Kehle erreicht, eilt Geralt zur Rettung und kann den Assassinen in einem harten Kampf letztendlich besiegen. Als er dessen Maske herabzieht, macht er eine überraschende und entsetzliche Entdeckung: Der Mörder hat ebenfalls vertikale Pupillen, genau wie er und alle anderen Hexer – gibt es ein Gruppe von Hexern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Monster unserer Gesellschaft zur Strecke zu bringen – skrupellose Herrscher?

Die Beantwortung dieser Frage prägt den zentralen Story-Verlauf, doch The Witcher 2 wäre kein Witcher-Spiel, wenn es nebenbei nicht noch zahlreiche andere Story-Zweige gäbe. Allein schon der Anfang verdeutlicht das, denn wenn ihr euren Charakter aus The Witcher 1 importiert, wird – abhängig von euren Entscheidungen im ersten Teil – eine von drei möglichen Anfangssequenzen abgespielt. Ausgehend davon könnt ihr euch dann durch die große Story von The Witcher 2 spielen und natürlich wieder dutzende von neuen Entscheidungen treffen, mit deren Konsequenzen ihr logischer Weise leben müsst. Helft ihr einem bestimmten Charakter, wird dieser sich später vielleicht bei euch revanchieren. Am Ende führt das Ganze dann auf nicht ein, nicht zwei, nicht drei Enden wie in Witcher 1, sondern SECHZEHN verschiedene Endsequenzen hinaus!

Hier nochmal ein paar interessante Randdaten:

  • Insgesamt 2,5 Stunden Zwischensequenzen (53 Minuten im Vorgänger)
  • 130.000 Dialog-Zeilen (110.000 in The Witcher 1)
  • 16 verschiedene Enden (3 im ersten Teil)
  • über 50 einzigartige Skills und Fähigkeiten
  • über 40 gewaltige, nicht-lineare Quests und Nebenmissionen

Dein ganz eigenes Abenteuer

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Die Jungs und Mädels von CD Project Red legen wirklich wahnsinnig viel Wert darauf, dass ihr Spiel den Begriff „Nicht-lineare Story“ neu definiert! Das schaffen sie nicht nur mit dutzenden von Storyzweigen, die so sehr miteinander verschlungen sind, dass man gar nicht mehr durchblickt, wenn man das ganze Konzept auf einem Blatt Papier sieht, und Entscheidungen, die den Spiel- und Story-Verlauf maßgeblich beeinflussen, sondern auch, indem sie komplett dem Spieler überlassen, wie er die Quests von The Witcher II angeht (Nebenquests sollen nun übrigens etwas abwechslungsreicher und origineller sein). Als Beispiel zeigte man uns hier eine Mission, in der Geralt aus einem Gefägnis ausbrechen musste. Wie er das angestellt hat, erfahrt ihr auf der nächsten Seite!
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Kurz bevor er angekettet wurde, gelang es ihm nämlich, den Schlüssel für seine Handschellen zu stehlen, doch trotzdem sitzt er immernoch hinter Gittern und seine Zelle wird von zwei bewaffneten Soldaten bewacht. Also provozieren wir einen der Kerle, woraufhin dieser die Zelltür öffnet, um uns seine Meinung auf die etwas härtere Art und Weise einzutrichtern. Zu seiner Überraschung können wir uns von unseren Fesseln trennen und erledigen den Kerl im Nahkampf. Sein Kamerad erliegt unseren Schwertkünsten und schon sind wir zumindest aus unserer Zelle raus.

An zwei verschiedenen Rechnern zeigte man uns nun genau die selben Stellen, nur eben mit einer anderen Methode. So war es möglich, dank dem neuen Stealth-System quer durch das Gefängnis zu schleichen, Fackeln auszupusten und Wachen lautlos auszuschalten. In einem anderen Zellblock treffen wir auf einen Kerl, dem wir zuvor einmal geholfen hatten und der nun wiederum uns dabei hilft, zu fliehen.

PC-Wechseln – böse Methode. Dem Kerl von eben haben wir damals nicht geholfen und ihm seinen Schicksal überlassen, hier müssen wir also alleine durch. Mit dem Schwert in der Hand laufen wir durch die Korridore und erledigen jeden, der sich uns in den Weg stellt. Das Kampfsystem wurde übrigens überarbeitet und soll nun wesentlich dynamischer und intuitiver ablaufen. Ein behutsames Klicken, sobald der Cursor anfängt zu brennen, ist nicht mehr nötig. Tief unten im Verlies finden wir eine holde Maid in Not, die gerade gefoltert wird. Natürlich befreien wir sie und lassen ihr Zeit, sich anzuziehen (ja, Erotik und Sex werden auch im zweiten Teil wieder eine große Rolle spielen). Wie sich allerdings herausstellt, ist sie die Mutter des armen Burschen, den wir zurückgelassen haben. Natürlich ist sie nicht gerade begeistert darüber, das sein Blut quasi an unseren Händen klebt und uns entsprechend nicht gerade freundlich gestimmt. Hätten wir uns vorher anders entschieden, hätte sie sich vielleicht nun bei uns erkenntlich gezeigt…

„Das schönste Rollenspiel des kommenden Jahres“

Gleich zu Beginn der Präsentation lehnten sich die Macher weit aus dem Fenster. The Witcher 2: Assassins of Kings soll das schönste Rollenspiel im Jahre 2011 werden! Oder wie CD Projekt Red es formuliert:

The Witcher 2 > Fallout: New Vegas > Dragon Age 2

Ob sie das wirklich erreichen, ist im Moment schwer zu sagen, hat man doch gerade von Dragon Age 2 noch sehr wenig gesehen. Nichtsdestotrotz sah The Witcher 2 in der Präsentation schon sehr schön aus und die neue TSOOD-Engine leistet besonders in der Darstellung von Charakteren und Umgebungen ganze Arbeit! Besonders letztere sollen im neuen Teil wesentlich imposanter aussehen und größer ausfallen. Hinzu kommen mindestens drei gewaltige Schlachten bzw. Belagerungen mit hunderten von Charakteren auf dem Bildschirm. Außerdem soll die Spielwelt wesentlich interaktiver werden – als kleines Beispiel kann Geralt nun zum Beispiel kleine Hindernisse oder Zäune überspringen.


Fazit:

Herrlich, schon auf der Games Convention 2008 habe ich die Präsentation zur Enhanced Edition von The Witcher sehr genossen – nicht zuletzt auch wegen der lockeren Atmosphäre, den Keksen und dem leckeren polnischen Bier. All das war nun auch wieder auf der diesjährigen gamescom vorhanden und das gezeigte Spiel hat tatsächlich das Potenzial, seinen Vorgänger nochmal zu übertrumpfen! Zwar soll The Witcher 2: Assassins of Kings etwas kürzer ausfallen als Teil 1, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass CD Projekt Red dies durch ein besseres Gameplay und eine packendere Story perfekt ausgleichen wird! The Witcher 2 war eindeutig eines meiner Highlights auf der Messe und ich kann die nahende Veröffentlichung kaum erwarten – das wird ein großartiges Jahr für RPG-Fans! Die Frage ist nur, wie man den Titel bewerben will, wenn es schon vor 2 Jahren hieß „The Best Reaches Perfection“… Vielleicht so: „The Best Reached Perfection And Became Even Better!“

Ersteindruck: Sehr gut

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