Timed Exclusive – Top 10 Horror-Spiele

„Es ist nur ein Spiel. Nur ein Spiel“ – kennt ihr diesen Gedanken? Dann willkommen zu unserer Top 10 der gruseligsten Spiele der letzten Jahre. Ein richtiges Horror-Spiel zu produzieren ist dabei extrem schwer, denn im Gegensatz zu Büchern oder Filmen reagiert jeder Spieler vollkommen unterschiedlich auf subtile Dinge. Unsere Liste beweist nichtsdestoweniger, dass es definitiv möglich ist, auch gestandenen Männern so richtig Angst zu machen. Manchmal reicht dazu bereits ein Hausflur aus.

Platz 10: Project Zero/Fatal Frame

Dass auch japanische Entwickler extrem gute Horror-Spiele produzieren können, zeigen die Macher von Project Zero. In den USA und Japan hört die Reihe auf den Namen Fatal Frame. Project Zero knüpft im Grunde genommen an der Stelle an, wo traditionell japanische Horror-Filme so stark sind: Es spielt regelrecht mit eurer Angst. Filme wie The Ring und Ju-on sind auf eine ganz subtile Art und Weise gruselig. Die einzige Waffe im Spiel ist dabei eine uralte Kamera, die die bösartigen Geister verbannen kann. Das bedeutet aber auch: Ihr müsst euch euren Ängsten jedes Mal aufs Neue stellen. Project Zero 2: Crimson Butterfly ist dabei unserer Meinung nach der beste Ableger.

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Warum? Weil Crimson Butterfly nicht nur die Optik gegenüber den Vorgängern merklich aufgebohrt hat und damit ein noch intensiveres Unwohlsein heraufbeschwört, sondern auch eine tatsächliche Storyline besitzt, die sich um mehr als nur den Überlebenswillen dreht.

Platz 9: Resident Evil 2

Die gute alte Zeit. Eine, in der Kamerapositionen noch an bestimmte Stellen fixiert waren und sich nicht bewegen ließen. Zeiten, in denen Hintergründe noch vorgerendert waren und die Charaktere aus wenigen Polygonen und vielen Pixeln bestanden. Während Resident Evil 1 noch einige sehr furchteinflößende Gestalten zu bieten hatte und ein beklemmendes Herrenhaus, schickte uns der zweite Teil nach Raccoon City.

Und die Stadt als solches war bereits sehr viel bedrückender als das Herrenhaus. Wer sich von euch an die Polizeistation erinnert, der wird sicherlich auch noch wissen, wie der Licker am Fenster entlang krabbelt oder Zombies aus allen Ecken und Kanten hervorkriechen. Oder auch ein Labor im Untergrund, wo ihr ständig auf B.O.W.s gestoßen seid, die Fässer verschieben konnten – etwas, was man damals für unmöglich hielt. Die musikalische Untermalung des Spiels war außerdem über jeden Zweifel erhaben und sorgte für die richtige Atmosphäre, die euch jedes Mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.

Platz 8: Dead Space

dead_space_3_27082012_2Früher, da war Resident Evil noch das Maß aller Dinge, wenn es um gruselige Korridore oder gottverdammte Städte galt. In 2008 veröffentlichten Visceral Games und Electronic Arts eine neue IP, die uns in den Jahren danach noch so richtig das Fürchten lehren sollte. Die Rede ist natürlich von Dead Space. In der Rolle von Isaac Clarke, einem ganz gewöhnlichen Ingenieur, seid ihr auf einem Raumschiff und wundert euch, warum dort kaum jemand anzutreffen ist. Schon bald findet ihr heraus, dass ein seltsames Alien-Artefakt die Menschen in furchteinflößende Kreaturen verwandelt, die nichts anderes wollen als euch zu töten.

Der Horror in Dead Space besteht nicht nur aus den extrem starken Jumpscares, sondern vor allem darin, dass euch die Entwickler nur wenig Munition geben und damit extrem gut vermitteln, dass ihr im Grunde genommen hilflos seid. Das Sound-Design ist atemberaubend, die Atmosphäre packend, greifbar und fürchterlich gut. Schade, dass sämtliche Nachfolger mehr und mehr auf den Horror-Aspekt verzichteten, um die Call-of-Duty-Generation zu begeistern.

Platz 7: F.E.A.R.

2005 veröffentlichte Monolith Productions ein absolut beklemmendes Spielerlebnis, das von Anfang eines klarstellte: Ihr werdet Angst haben. F.E.A.R. – der Name ist Programm, wenngleich die Initialen für „First Encounter Assault Recon“ stehen. Damals, als sogenannte Jump-Scares noch wirklich unfassbar erschreckend waren und euch die Bleiche ins Gesicht malten, da blühte dieser First-Person-Shooter so richtig auf.

F.E.A.R. war vielleicht mehr Shooter als Horror-Spiel, doch wenn einer dieser Momente auftrat, dann drohte so manch schwaches Herz auf zu schlagen. Nach einem spannenden und intensiven Shootout gelangt ihr in einen langen Korridor, erspäht am Ende die blutverschmierte Alma, woraufhin Objekte im Raum anfangen sich selbstständig zu machen. Die Lichter gehen nacheinander aus. Und was als nächstes passiert, müsst ihr schon selbst herausfinden. F.E.A.R. spielt mit eurer Angst. Stellenweise sogar verdammt gut.

Platz 6: Penumbra: Overture

Noch bevor Amnesia erschien, kam Penumbra: Overture. Frictional Games erstes Spiel war natürlich auch ein Horror-Titel, der zwar einige Fehler hatte – namentlich das schwache Kampfsystem sowie die mäßige Storyline – doch am Ende immer noch ein verdammt beklemmendes Gefühl auslöste.

Ihr übernehmt dabei die Rolle von Philip, einem 30 Jahre alten Typen, der kürzlich einen Brief seines Vaters erhalten hat. Seltsam dabei ist: Sein Vater ist seit mehreren Jahren tot. Natürlich will Philip herausfinden, was es mit der Sache auf sich hat und wenig später findet er sich gefangen in einer menschenverlassenen Mine voller grotesker Monster und mutierten Kreaturen. In der First-Person-Ansicht sammelt ihr dabei verschiedene Gegenstände, löst wahnwitzige Puzzles und reist immer tiefer in die Mine. Seid gewiss: Dieses Spiel könnte schwächere Gemüter zu schlaflosen Nächten führen.

Platz 5: Slender

Slender ist die Reinkarnation dessen, was wir unter einem Horror-Spiel verstehen. Es konzentriert sich auf eine Sache und die kann es verdammt gut: Euch die Furcht ins Gesicht schreiben. Slender verzichtet komplett auf eine Geschichte, auf spielerische Möglichkeiten oder Charaktere. Stattdessen will es einfach nur so gruselig und grausam wie nur irgendwie möglich sein. Und das schafft der Titel auch.

Ihr seid in einem Wald, es ist dunkel und es gilt verschiedene Notizen zu finden. Mehr als das gibt es nicht. Und je näher ihr dem Ziel kommt, desto gefährlicher wird der sogenannte Slender-Man. Mit jeder gefundenen Notiz erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ihr dem Monstrum zwangsläufig begegnet. Und wenn er euch findet bzw. erwischt, ist es vorbei. Und ihr müsst das Spiel erneut beginnen.

Platz 4: Outlast

outlast_whistleblower_dlc_02052014_3Freiberufliche Journalisten sind – mehr noch als Festangestellte – immer auf der Suche nach den heißesten Themen und Stories, die sie teuer verkaufen können. Als der Schreiber Miles Upshur von einem alten und wahnsinnigen Asyl erfährt, das unter bizarren Gründen wiedereröffnet wird, kann er natürlich nicht widerstehen und macht sich auf den Weg, eine Story daraus zu machen. Und wie uns die zahllosen Horror B-Movies gelehrt haben: Diese Anstalt ist voller fürchterlicher, blutrünstiger Kultisten.

Outlast ist ein Fist-Person-Titel, der euch in ein Setting versetzt, das nie, nie, nie, nie, nie jemand von uns, unter egal welchen Gegebenheiten auch immer, selbst erleben will. Während eurer virtuellen Reise durch die Anstalt, in der ihr häufiger auf Bewohner mit zugenähten Mündern (warum nicht?) trefft, werdet ihr ständig von abnormalen Dingen erschrocken, die euch gelegentlich in Panik versetzen werden. Und wenn ihr dann auf den einen Typen trefft, der die Haut eines anderen Menschen trägt – weil er es kann! – dann wisst ihr: Outlast macht keine Scherze.

Platz 3: Amnesia: The Dark Descent

Vielleicht habt ihr schon von diesem kleinen Spiel namens Amnesia gehört. Oder besser noch: Eines der sogenannten „reaction Videos“ dazu gehen, in denen nichtsahnende Spieler ziemlich fies erschreckt werden. Wer Amnesia spielt, stellt sich im Grunde genommen seiner tiefsten Furcht.

Als ob es nicht schon übel genug wäre in einem Schloss zu sein und nicht zu wissen, wer ihr seid und was ihr tun müsst, gilt es in Amnesia: The Dark Descent den Protagonisten Daniel nicht nur heil da raus zu bekommen, sondern auch seinen Wahnsinns-Grad niedrig zu halten. Das bedeutet: Nicht zu lange im Dunkeln bleiben (dummerweise sind Lichtquellen rat gesät) und ständig vor Monstern wegrennen, die absolut unerwartet auftauchen und euch des Öfteren einen unfassbaren Schrecken einjagen. Ihr habt keine Waffen, ihr könnt die Dinger nicht bekämpfen und jeder neue Raum könnte mit neuen Dingen versehen sein, die Daniels Zustand verschlechtern. Natürlich ist der einfachste Weg, euren eigenen Verstand zu verlieren, wenn ihr Amnesia alleine im Dunkeln und mit den richtigen Kopfhörern spielt. Und wer es schafft, durch den inzwischen berühmten „Wasser-Abschnitt“ zu kommen ohne sich in die Hosen zu machen, dann sollt ihr wissen: Ihr habt etwas geschafft, was viele andere nicht überwinden konnten.

Platz 2: Alien: Isolation

Wir waren alle so richtig gespannt auf Alien: Isolation und wurden definitiv nicht enttäuscht. The Creative Assembly hat es tatsächlich geschafft, das Alien-Franchise wieder ins Gedächtnis der Spieler zu rufen, nachdem man die Spiele nach Aliens: Colonial Marines für tot geglaubt hatte. Das Spiel setzt dabei maßgeblich auf einen Xenomorph der Original-Serie und lässt diesen mindestens genauso furchterregend wirken, wie er es früher war. Die Atmosphäre des Spiels ist so unglaublich dicht, dass sie euren Herzschlag über Stunden ans Maximum treibt. Einige unserer Kollegen trauten sich irgendwann nicht mehr, das Spiel zu spielen.

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In Alien: Isolation übernehmt ihr die Rolle von Ripley Scotts Tochter, die eine dysfunktionale Raumstation nach ihrer Mutter absucht – nur um herauszufinden, was sie bekämpft hat. Im Verlauf des Spiels werdet ihr ständig mit der verdammt cleveren Xenomorph-KI zu kämpfen haben, die alles von euch abverlangt. Und wenn euch das Biest erwischt, kommt es meist unerwartet und plötzlich. Wir erinnern uns noch zu gut an die Schreie der Kollegen als sie aus heiterem Himmel vom Alien abgestochen wurden.

Platz 1: Silent Hills/P.T.

„Wie viel Horror-Potenzial kann ein Hausflur heutzutage noch bieten?“ Diese Frage stellte sich Chefredakteur Adam vor dem ersten Anspielen von Sillent Hills – oder auch P.T. (Playable Teaser) – und er sollte feststellen, dass Kojima und sein Team das vermutlich größte Horror-Meisterwerk der letzten Jahre geschaffen haben. Bevor er anfing zu spielen, sprach er von seinen Heldentaten in Alien: Isolation und wie „problemlos er das Spiel bewältigt hatte“. „Furchtlos“ und „Passt scho“ sagte er. Welch Narr! Schon wenige Minuten später hörten wir ihn schreien wie ein kleines Kind. „Das habt ihr nicht gehört!“, sagte er. Nein, haben wir nicht, Adam.

Dieser kurze Teaser, bestehend aus einem Hausflur, knarzenden Böden, Türen und mysteriösen Nachrichten und unvorhergesehenen Momenten ist so packend und intensiv, das euer Verstand die nötige Vorstellungskraft übernimmt und ihr euch selbst unbewusst Angst macht. Was lauert um die Ecke? Ein unheilvoller Geist? Nichts? Ihr wisst es nicht. Und ihr wollt es einfach nicht wissen. Doch die Neugier treibt euch an, der Kick des blanken Horrors und Adrenalin-Schubes ist es, was euch weitermachen lässt. Zu schade, dass aus dem Spiel leider nichts mehr wird.

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