Startseite » Testberichte » ARMS (Switch) Test

ARMS (Switch) Test

ARMS

8

ARMS

8.0/10

Pros

  • Tolle Charaktere
  • Ausgezeichnetes Trefferfeedback
  • Coole Minispiele
  • Motion Control Steuerung sehr präzise und …
  • … ein hervorragendes Workout
  • Zahlreiche Unlockables
  • 4-Spieler Splitscreen-Modus
  • Schicke Arenen mit unterschiedlichen Gegebenheiten
  • 2vs2 Modus cool umgesetzt
  • Taktisch gutes Kampfsystem

Cons

  • Merkliche Performance-Einbußen im Splitscreen-Modus
  • Überladene Steuerung auf JoyCons
  • Zu wenige Charaktere & Arenen
  • Zwischensequenzen lassen sich nicht überspringen
  • Min Min ist overpowered

Im Test überzeugt ARMS mit einer hervorragenden Spielbarkeit, einem ausgetüfelten Kampfsystem und extrem viel Charme. Ist die neue IP von Nintendo das nächste große Ding nach Splatoon? Erfahrt es in den nachfolgenden Zeilen des Artikels!

Wenn ein Spiel keine eigene Story innerhalb des Spiels erzählt – bzw. nur indirekt – dann müssen die Charaktere selbst das Hauptaugenmerk sein. Blizzard hat dies mit Overwatch bewiesen, wo jeder der inzwischen 26 Helden/innen ein eigenes Spiel bekommen könnte. Und auch Nintendo gelingt dieses Kunststück mit ARMS. Egal ob Twintelle, Kid Cobra oder Riboon Girl – sie alle ungemein ansprechend und klasse umgesetzt. Twintelle als Beispiel ist ein französisches Filmsternchen, die mit ihren Haaren anstatt Fäusten kämpft. Kid Cobra dagegen bewegt sich sehr flink, ja Schlangenartig, durch die Arenen und kann mit seinen schwer vorhersehbare Moves ausführen. Insgesamt stehen euch 10 Kämpferinnen und Kämpfer zur Auswahl. Moderat, vielleicht auch etwas wenig. Für genug Abwechslung ist aber trotzdem gesorgt.

ARMS bietet insgesamt sechs Modi an, wobei Späße wie „Versus, Standardkampf, Freunde und Lokal“ auch gerne als einer gesehen werden können. Sie unterscheiden sich nicht voneinander außer in der Anzahl an Spielern, die darin teilnehmen können. Zudem dürft ihr beim Versus-Modus aus unterschiedlichen Spielvarianten (dazu gleich mehr) wählen.

ARMS

ARMS – Auch für Solisten geeignet?

Grand Prix ist der Modus, den ihr zu Beginn am häufigsten frequentiert. Dabei gilt es zehn aufeinanderfolgende Kämpfe zu absolvieren, um Münzen zu sammeln. Mit 30 davon dürft ihr im ARMS-Depot ein kleines Minispiel absolvieren, mit dem sich Lootkisten erwirtschaften. Diese wiederum enthalten neue Waffen für eure 10 Kämpfer. Wenn ihr 100 oder 200 Münzen sammelt, dürft ihr noch viel länger diese Minispiele zocken und so noch mehr Loot abgreifen.

Nintendo Switch ARMSJeder Fighter verfügt über 30 verschiedene „ARMS“ mit sehr unterschiedlichen Effekten. Manche Fäuste beherbergen verschiedene Elemente, die beim Aufladen einen Feind kurzzeitig in Brand setzen oder elektrisieren. Andere wiederum werden immer größer und lassen sich nur schwer dodgen. Der springende Punkt: Auch der Grand Prix lässt sich zu zweit im Splitscreen absolvieren. Doch Solisten haben auch hier ihren Spaß – oder spätestens im Online-Modus, wo ihr um die Rangliste zockt. Der Netzcode bei den Online-Matches war stets stabil, allerdings zockten wir auf eigenen Servern für Redakteure, sodass die Spielerfahrung eventuell nicht den Launch-Zuständen entspricht. Etwas ärgerlich im Grand Prix Modus: Die Zwischensequenzen lassen sich nicht überspringen. Wenn ihr das Intro zum gefühlt hundertsten Mal seht, nervt es schon.

Übrigens: Um Ranglistenspiele zu absolvieren, müsst ihr den Grand Prix mindestens auf Stufe 4 absolviert haben. Vier von zehn – allzu schwer ist das mit ein wenig Übung also nicht. Beim Versus-Modus erfreut ihr euch verschiedener Varianten. Bereits im Grand Prix tauchen gelegentlich Minispiele auf. Dazu zählen etwa eine eigene Art von Volleyball oder Basketball. Auch ein Skillshot-Minispiel darf nicht fehlen. Die gespielten Intermezzos machen Spaß, aber sind in ihrer Menge mit vier Stück (plus Survival-Variante) einfach zu wenig.

ARMS – Und so spielt es sich

ARMSNintendo hat für sein Fighting Spiel alle möglichen Steuerungsvarianten implementiert. So könnt ihr mit dem Pro Controller zocken, im Handheld-Modus und angedockten JoyCons oder beide JoyCon entfernen und via Motion Control spielen oder auch mit nur einem JoyCon in horizontaler Position. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich am Ende auf die Motion Control Steuerung verlassen habe.

Und das hat einen guten Grund: Die Padsteuerung ist völlig überladen und lässt sich überdies nicht personalisieren. Buttons sind doppelt und teilweise dreifach belegt. Als ich irgendwann ein Ranglistenspiel verloren habe, weil ich schon wieder meinen Spezialangriff benutzt habe anstatt zu werfen, stieg ich für immer um. Nutzt ihr hingegen die Motion Control, so übernimmt das Spiel eure Bewegungen punktgenau. Selbst angewinkelte Schläge, die ja ohnehin essentiell zum Gameplay gehören, erkennen die JoyCon tadellos.

Springen, Ausfallschritte, Würfe, kurze und aufgeladene Schläger – das volle Repertoire macht mit Motion Steuerung einfach am meisten Spaß. Zudem ist es ein ganz nettes Workout, wenn ihr gerade eine Stunde am Stück zockt. Unterschätzt den Kalorienverbrauch nicht, schließlich kommt euer ganzer Körper zum Einsatz. Clever, Nintendo, sehr clever. Das Kampfsystem mag zwar simpel aussehen, hat aber einen besonderen Kniff: Ihr könnt vor jeder Runde (best-of 3) eure Faustkombination wechseln. Daher ist es ratsam, sehr unterschiedliche Typen mitzuführen, denn so könnt ihr auf Gegner-Kombos bestens reagieren. Taktik spielt bei ARMS schließlich eine große Rolle. Und Geduld.

Um die Gefechte noch brisanter zu machen, lässt das Spiel Bomben ins Spielfeld fallen, erschafft HP/Spezialenergie-Felder oder verändert kurzerhand die Gegebenheiten der Arena. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich durch zufällige Elemente ausgetrickst. ARMS ist ein skillbasiertes Spiel – der Bessere gewinnt. Daher bin ich auch sehr gespannt, ob Nintendo im eSport-Segment tätig wird. Es bietet sich nämlich an.

ARMS

ARMS – Splitscreen mit coolem Kniff

Ich hatte es bereits an anderer Stelle erwähnt, nun will ich gesondert darauf eingehen. ARMS ist vor allem im Mehrspieler-Modus ein Partyknüller. Der 2vs2-Modus des Spiels, sei es gegen 2 Computer oder gegen zwei echte Spieler, ist grandios. Anstatt ein simples Battle Royal zu sein, ist es ein Teamkampf der Extreme. Und all das befeuern die Entwickler mit dem Twist, die Teamkameraden mit einem unzertrennlichen Band miteinander zu verbinden. Damit ist es nicht möglich, dass der eine vorne aufräumt und der andere auf der anderen Seite der Arena fröhlich ein Kaffee trinkt. Dass Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg ist, ist sogar noch ein Understatement.

ARMSWährend der Testzeit haben wir allerhand coole Teamkombos gefunden. So kann Twintelle etwa die Gegner deutlich verlangsamen. Ich habe mich also hinter den Kollegen gestellt, der sich dann um die Angriffe kümmert. Denn: Trifft mich ein Gegner während meiner Spezialfähigkeit, bricht diese sofort ab.

Wenn ihr zu viert spielt, bricht die Performance des Spiels aber deutlich ein. Zwar haben wir leider nicht die technischen Möglichkeiten, die Auflösung zu kontrollieren, aber diese fiel definitiv deutlich unter 900p, wenn vier Spieler auf einem Bildschirm zockten. Auch die Framerate sank von stabilen 60 FPS auf recht instabile 30 FPS. Auch optisch lässt das Spiel dann Federn – allen voran bei der Texturqualität. Alleine oder zu zweit auf dem TV/Handheldmodul sieht ARMS hingegen fantastisch aus. Akustisch macht der Titel eine hervorragende Figur und brilliert mit fetzigen Songs.


Fazit:

ARMS ist das nächste große Ding für Nintendo, davon bin überzeugt. Zwar hat das Spiel nur recht wenige Inhalte zu bieten, doch diese machen dafür umso mehr Spaß. Und hey: Splatoon 1 war auch nicht der Knaller, wenn es um reine Zahlen ging. Wo das Spiel heute steht, dürfte allseits bekannt sein. ARMS profitiert in dieser Hinsicht ebenfalls von tollen Charakteren, einer starken Langzeitmotivation durch die zahllosen Waffen für alle Charaktere sowie vom starken Gameplay. Und ganz nebenbei könnt ihr so Kalorien verbrennen, wenn ihr euch für die Motion Control Variante entscheidet. Ein „best of both worlds“ also.

Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

Was sagst Du?

0 0

Kommentar hinterlassen

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

x
Gibst Du uns ein Like?:Schon geliked? Dann kannst Du es schließen.