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Battlefield 4 (PS4/Xbox One) Test

Vita gegen 3DS, iOS gegen Android, PS4 gegen Xbox One, Battlefield 4 gegen Call of Duty Alles Mumpitz! Am Ende hat ohnehin jeder Kontrahent seine Stärken und Schwächen und jeder Spieler seine Vorlieben. Battlefield war schon immer großartig, wenn es um gewaltige Schlachten auf großen Karten geht, Call of Duty hingegen setzt eher auf brachiale CQC-Scharmützel auf kleineren und verwinkelten Karten. Und letztendlich sind beide zu Recht sehr erfolgreiche Shooter-Reihen. Ohne also noch mehr Öl in das unnötige Fanboy-Feuer zu schütten, schauen wir uns doch in diesem Test einfach mal ganz unvoreingenommen an, was der vierte Ableger der Battlefield-Reihe in diesem Jahr so zu bieten hat – und vielleicht auch, wo er wohlmöglich scheitert.

Die Beilage: Der Singleplayer-Modus

bf4_bild1Bei Titeln wie Battlefield oder Call of Duty, die in den letzten Jahrzehnten so große Fangemeinden um sich versammelt haben und in denen die wahren Schlachten im Online-Modus passieren, wirkt der Singleplayer-Modus mittlerweile eigentlich wie eine nette Beilage – so wie es der Mehrspieler-Modus früher mal bei Spielen war. Nichtdestotrotz wollen wir natürlich nicht die Tatsache unter den Tisch schieben, dass zahlreiche Entwickler und Künstler viel Zeit in die in der Regel zwischen 6 und 8 Stunden langen Einzelspieler-Erlebnisse stecken und damit zwar keine Massen an Preisen gewinnen werden, aber dennoch durchaus unterhalten und vor allem auf den Mehrspieler-Modus einstimmen.

Die Geschichten dahinter münden daran, dass der Spieler die Welt vor dem nächsten Weltkrieg retten muss. Als Sgt. Daniel „Reck“ Recker erleben wir im SpecOps-Squad „Tombstone“ eine klassische Hollywood-Geschichte. Hier müssen wir zur Abwechslung mal auch gegen die bösen Chinesen kämpfen. Mit der Waffe im Anschlag erleben wir in den nächsten paar Stunden hitzige Gefechte gegen eine anständige KI, gepaart mit ein paar „Wow!“-Momenten, die sich immer wieder mit ruhigeren Momenten und taktischen Besprechungen abwechseln. Ja, DICE weiß, wie so eine Spannungskurve auszusehen hat.  Dennoch fühle ich mich kein bisschen in die Geschichte hineinversetzt. Ich kann mit den Charakteren nichts anfangen und trauere ihnen auch nicht hinterher, wenn sie draufgehen.

Neuerungen im Single-Player Modus

bf4_bild2Zwei kleine Neuerungen im Einzelspieler-Modus von BF4 sind dann aber doch erwähnenswert: Erstens, ihr lauft ungefähr alle 5-10 Minuten an einer Munitionskiste vorbei, an der ihr euer komplettes Waffenarsenal konfigurieren könnt. Keine Lust auf Sturmgewehr? Dann geht’s von nun an halt mit Scharfschützengewehr weiter! Eine nette Idee, da man so ständig auch selbst für zusätzliche Abwechslung sorgen kann. Die zweite Neuerung ist Story-relevant und kann nicht allzu sehr beschrieben werden. Die Kampagne von Battlefield 4 bietet drei unterschiedliche Enden. Okay, die entsprechende Entscheidung wird in der letzten von sieben Missionen getroffen. Ihr müsst lediglich den letzten Einsatz nochmal spielen, um die anderen Enden zu sehen, aber hey, trotzdem gibt es hier das typische „A for Effort!“

Only in Battlefield

Das Herzstück eines jeden Battlefields liegt aber natürlich im Mehrspieler-Modus. Hier haben DICE und EA in diesem Jahr wieder voll aufgedreht und bieten alles, wofür die Reihe seit Jahren bekannt ist. Dazu zählen nicht nur riesige Karten und eine breite Auswahl an Fahr- und Flugzeugen. Spieler können sich auch auf ein umfangreiches Waffenarsenal, viel Zerstörung und seit neuestem auch die so lächerlich klingenden „Levolution“-Momente freuen.

Was sich hinter dieser schönen Wortspielerei versteckt? Ganz einfach: Einstürzende Hochhäuser, auf deren Dachetage gerade noch ein Flaggenpunkt war. Zerstörte Dämme, die den Wasserpegel im Level plötzlich um mehrere Meter anheben. Gewaltige Tropenstürme, die eine Inselkette heimsuchen und ein Schlachtschiff stranden lassen. Kurz gesagt: Von Spielern hervorgerufene Ereignisse, die das Spielgeschehen sowie das Aussehen der Karte massiv verändern können. Das reicht von den eben erwähnten Highlights bis hin zu Kleinigkeiten wie Panzersperren, die per Knopfdruck an Brücken hochgefahren werden, Garagen, deren Dach einfach mal weggesprengt wird, oder neu erzeugte Gänge, die wir uns in einem verwinkelten Gefängniskomplex mit C4, Raketen und Granaten freigesprengt haben.

Freisprengen ist ein gutes Stichwort, denn natürlich ist auch hier wieder die Frostbite 3-Engine am Werk, die es Spielern erlaubt, Wände zu zerstören oder gleich ganze Häuser dem Erdboden gleich zu machen – genügend Sprengkraft vorausgesetzt. Vor allem dieses Zerstörungsfeature ist es, das in Kombination mit anderen Elementen immer wieder zu den tollen Momenten führt. Solche Momente kann man nur in Battlefield erleben. Oder habt ihr schon mal in einem anderen Spiel als Scharfschütze einen Kampfhubschrauber per Laser markiert und musstet dann voller Panik mit ansehen, wie die Rakete eure Teammitglieds die Rotoren des Helis ausschaltet und dieser mit vollem Karacho in euer Haus kracht, die stützenden Wände einreißt und das ganze Gebäude zum Einsturz bringt, nachdem ihr in letzter Sekunde aus dem Fenster gehechtet seid. Wir auch nicht, und deswegen kann EA mit gutem Recht seine „Only in Battlefield“-Momente anpreisen!

Verbesserungen im Multiplayer-Modus

Auch sonst hat man den Mehrspieler-Modus an allen Ecken verfeinert, ohne das gewohnte Gameplay zu sehr zu verändern. Nach wie vor gibt es vier verschiedene Klassen. Den Assault, der vor allem mit Sturmgewehren in den Kampf zieht und nebenbei seine Kameraden heilen und wiederbeleben kann. Den Engineer, der mit Raketenwerfer und Minen liebend gern auf Panzerjagd geht, den Support, der mit schweren MGs Feuerschutz gibt und Munition an seine Mitstreiter verteilt. Der Recon, der mit dem Scharfschützengewehr aus weiter Entfernung einzelne Ziele herauspickt und fleißig Gegenspieler auf der Karte markiert.

Doch schon hier gibt es an zahlreichen Stellen kleine Neuerungen. Bei Scharfschützengewehren lässt sich nun beispielsweise das Zeroing einstellen – also die Entfernungsanpassung zum Ziel. Gleichzeitig dürfen wir auf unseren Waffen nun zwei verschiedene Visiere anbringen und so zum Allrounder für Nah- und Fernkampf werden. Wird es dann mal wirklich hautnah, lässt sich natürlich auch das Messer benutzen. Aber Vorsicht: Mittlerweile können Messeangriffe gekontert werden und dann steht man schön blöd mit der eigenen Klinge im Bauch da.

Neuheiten bei der Spielmodi

Selbst bei den Spielmodi gibt es ein paar Neuheuten. Während wir uns im klassischen TDM und Squad Deathmatch auf kleineren Versionen der insgesamt 10 Karten beharken und bei Conquest, Domination und Rush die alteingesessenen Battlefield-Modi erleben, dürfen wir in den neuen Modi Obliteration und Defuse mit Bomben spielen. Eine Rückkehr macht zudem der Commander-Mode aus Battlefield 2142. Hier muss man die gesamte Partie auf einer strategischen Karte nachverfolgen und sein Team mit Versorgungspaketen und Raketenangriffen unterstützen. Zudem kann man Befehle erteilen.

bf4_bild4Getrieben wird das Ganze natürlich von Levelaufstiegen, zahlreichen Unlocks – von Aufsätzen über neue Waffen und Tools bis hin zu vielen verschiedenen Skins für Waffen und Fahrzeuge – und natürlich Bestenlisten, die zu jeder Zeit über das Battlelog einsehbar sind. Zugegeben ich bin vom neumodischen Gamebrowser noch immer kein Fan. Jedoch muss man die Verbesserungen am User Interface und die vielen kleinen Neuerungen und Komfortfunktionen trotzdem lobend anerkennen.

Weniger Lob, ja, viel mehr sogar Tadel, verdient im Moment aber die Stabilität des Spiels insgesamt. Egal ob ihr im Singleplayer unterwegs seid oder mit Freunden im Online-Modus Spaß habt, ständig gibt es Soundaussetzer. Auch komische Lags und regelmäßige Spielabstürze habe ich beobachtet. Letzte treten unvorhersehbar manchmal einzeln, manchmal mehrmals innerhalb weniger Minuten auf! Ein absolutes KO-Kriterium für ein Spiel, das so sehr von Punkten, Unlocks und Ranglisten lebt, denn mit jedem Spielabsturz gehen die Punkte der zuletzt gespielten Partie verloren. Das ist vor allem bitter, wenn man gerade eine 60-minütige Eroberungspartie hinter sich hat und das Konto bis zum Absturz nur so vor Punkten strotzte…

 

Fazit
Nicht nur Explosionen und kaputte Wände kann die Frostbite 3-Engine gut darstellen. Auch sonst macht das Technik-Gerüst hinter Battlefield 4 einen sehr guten Eindruck. Nette Partikeleffekte sorgen stets für das Gefühl, auf einem echten, dreckigen Schlachtfeld zu sein. Ebenso gefallen mir die Animationen und Texturen. Spätestens aber wenn das Hochhaus auf der Karte „Belagerung von Shanghai“ einstürzt und die gesamte Umgebung für einige Momente komplett in Asche hüllt, senkt sich die Kinnlade. Natürlich können auch die anderen Karten designtechnisch überzeugen. Dahingehend gibt es stets kleine Überraschungen, beispielsweise einen mobilen Flaggenpunkt in Form eines Zuges. Ebenfalls schön ist, dass man beim neuen Ableger etwas vorsichtiger mit dem Blau-Filter umgegangen ist. Dementsprechend ist Battlefield 4 nun etwas farbenprächtiger. Auch beim Sound gibt es wenig zu beklagen. Das klassische Battlefield-Theme ist glücklicherweise wieder mit dabei. Die Waffensounds wirken satt und wenn Helikopter wenige Meter über unseren Köpfen Täuschkörper abwerfen, während ein Panzer durch die Mauer bricht und uns mit seinem MG unter Beschuss nimmt, dann freuen sich auch die Ohren.
8
Gut
... ist freier Redakteur bei Spieletester.de seit 2013. Zuvor übernahm er die Leitung des Portals. Seine Lieblingsgenre sind Fantasy-Rollenspiele (The Elder Scrolls/The Witcher) und Action-Adventures (The Last of Us).

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