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Blue Reflection (PS4) Test

Blue Reflection

7

Blue Reflection

7.0/10

Pros

  • Authentische Charaktere
  • Tagesplanung ohne Zeitdruck
  • Ordentlicher Soundtrack
  • Gute japanische Sprecherinnen
  • Storyline für Japan-Fans empfehlenswert
  • Kampfsystem mit guten Ideen …

Cons

  • … aber viel zu simpel
  • Quests nach wenigen Spieltagen bereits arg repetitiv
  • Keine deutschen Bildschirmtexte
  • Nur für Japan-affine Zocker geeignet

Im Test zeigt Blue Reflection, dass die Entwickler deutlich mehr auf dem Kasten haben als immer nur gleiche Atelier-Spiele! Diesmal geht es um ein Spiel, das sich in erster Linie wie eine moderne Rekreation von Sailor Moon anfühlt. Ihr übernehmt die Rolle einer magischen Schulmädchen-Truppe, die einer großen Gefahr in einer Scheinwelt entgegentreten müssen. Wie das Japan-RPG mit Charme und netten Ideen punktet, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Die Protagonistin des Spiels hört auf den Namen Hinako Shirai. Sie ist eine Studentin erster Klasse in der Hoshinmiya Mädchenschule und liebt Ballet. Leider aber verletzte sie sich stark am Knie und kann seitdem ihre Leidenschaft nicht mehr ausleben. Eines Tages aber wird sie Teil eines magischen Clubs, der ihr verspricht: Wenn sie bis zum Ende durchhält und sie die Bedrohung auslöschen, dann bekommt sie einen Wunsch erfüllt. Und welcher das ist, dürfte ziemlich schnell klar sein.

Die gute Hinako ist nämlich ein „Reflector“. Diese Gabe erhält sie mithilfe eines Ringes, den sie trägt. Dadurch kann sie sich gegen die vielen Feinde in der ebenfalls magischen Welt behaupten, wobei sie – ganz im Stile von Sailor Moon – eine Verwandlung durchmacht. Auf ihrer Reise durch diese mysteriöse Welt ist sie aber nicht alleine, denn zwei Freundinnen aus der Schule – Lime Shijou und Yuzuki – helfen ihr.

Blue Reflection

Blue Reflection – Schulmädchen-Drama

Die oben erwähnte Parallelwelt betritt Hinako zumeist dann, wenn sie einer Mitschülerin aus einem Dilemma helfen will. Sobald sich die Gefühle der Mitmenschen materialisieren, wobei das nur für die Reflector sichtbar ist, können die Mädels in diese Welt eintauchen, um ihrer Freundin zu helfen. Darin warten dann Dämonen, die die Trauer, Wut und Zerstörung des Charakters hervorrufen oder gar verstärken wollen.

Blue ReflectionUnd so wundert es nicht, dass Blue Reflection in erster Linie ein Drama rund um die Schulmädchen ist. Ihr erlebt dabei, wie Hinako sich mehr und mehr zu einer selbstbewussten, starken Frau entwickelt und ihrem Wunsch immer näherkommt. In den zahlreichen Nebenquests lernt ihr viele emotionale Geschichten und Personen kennen, die das Abenteuer durchaus authentisch wirken lassen. Generell haben es die Entwickler geschafft eine ernste Story mit gut ausgearbeiteten Charakteren zu proträtieren.

Spielerisch könnt ihr euch auf allerhand Parallelen zur Persona-Reihe gefasst machen. Denn ähnlich wie in Atlus‘ Spiel gibt es einen starken Unterschied zwischen „The Common“ (so der Name der Parallelwelt) und dem Schulalltag, den ihr stets durchmacht. In der Schule könnt ihr die Beziehungen mit euren Freundinnen vertiefen oder diese ignorieren, wenn ihr deren Boni nicht unbedingt haben wollt. Zu letzterem gleich mehr. Kleine Ausflüge mit euren Freundinnen dürfen nicht fehlen – all das organisiert ihr über die „Free Space!“-App im Spiel. Quasi ein WhatsApp-Äquivalent. Ohnehin gestaltet sich das soziale Feature als Ankerpunkt für die Charakterprogression.

Blue Reflection – Keine XP für Kämpfe

Blue ReflectionDer Clue des Spiels ist: Die eigentlichen Kämpfe geben euch keinerlei Erfahrungspunkte. Stattdessen braucht ihr soziale Ereignisse, die euch im Level aufsteigen lassen, denn nur dadurch bekommt ihr XP. Wenn ihr also nach dem Unterricht nach Hause geht und ein entspannendes Bad nehmt, bekommt ihr XP. Dabei reflektiert die gute Hinako den Tag und überlegt, was sie besser machen kann. Oder aber ihr lernt. Wenn euch das zu langweilig ist, könnt ihr nach dem Unterricht diverse Quests absolvieren, deren Belohnungen oftmals deren schnöde Art und Weise entschuldigen. Immerhin: Dadurch entfällt das ansonsten lästige Grinden anderer, typischer JRPGs. Natürlich könnt ihr weiterhin zahlreiche Gegenstände in den Dungeons finden, um so mächtige Gegenstände herzustellen. Aufgrund des absurd leichten Schwierigkeitsgrades ist das aber keineswegs notwendig.

Wenn ihr einen Fähigkeitenpunkt (gleichbedeutend mit Levelaufstieg) habt, könnt ihr euch für einen von vier Werten entscheiden. Je nachdem welchen Wert ihr optimiert, so bekommt ihr einen unterschiedlichen neuen Angriff. Praktisch: Ihr könnt schon vorher sehen, was ihr erhaltet – und ihr müsst nicht einmal final bestätigen. Ohnehin ist Blue Reflection recht gemächlich, denn ein Zeitlimit gibt es nie. Ganz im Gegensatz zu Persona seid ihr auch nicht durch Aktionen am Tag limitiert. Wenn ihr in Persona 5 beispielsweise mit Ann ausgegangen seid, so ist ein Drittel des Tages rum. In Blue Reflection könnt ihr problemlos alle verfügbaren Quests an einem Tag absolvieren.

Nichtsdestoweniger beeinflussen eure Aktionen am Tag vorher die Ereignisse danach. Diverse Events triggern nämlich ein Folge-Event, welches wiederum neue Möglichkeiten zur Charakterentwicklung eröffnet.

Blue Reflection

Blue Reflection – Simples Kampfsystem

Das Kampfsystem baut auf einem klassischen Active-Time-System auf. Am oberen Rand läuft die Zeitleiste ab, sodass ihr die Angriffsreihenfolge im Vorhinein kennt. Es ist jedoch durch einige Angriffe möglich, den gegnerischen Zug zu verzögern. Außerdem kommen eure sozialen Kontakte zum Einsatz – als Support-Charaktere. So könnt ihr mächtige Kombo-Ketten freischalten, die eure Feinde schwächen oder eigene Party-Mitglieder stärken. Die ultimative Fähigkeit nennt sich „Reflect“ und macht genau das, was es heißt: Massiven Schaden auf den Gegner zurückwerfen.

Blue ReflectionKomplex ist das System nicht und nach nicht einmal einer Spielstunde wisst ihr über alle Kniffe Bescheid. Auch etwaige Bossgegner sind keinerlei Problem und hinterlassen den Eindruck eines etwas größeren Boxsackes. Eine echte Taktik habe ich nie gebraucht, stattdessen nutzte ich nur meine stärksten Attacken und heilte meine Freundinnen, wenn es nötig erschien.

Optisch macht Blue Reflection einen sauberen Eindruck auf der PlayStation 4 Pro. Wirklich überragend sieht es nicht aus, doch die vielen bunten Farben und ordentlichen Charaktermodelle machen es zu einem recht lebhaften Anime-Verschnitt. Am Ende aber überwiegt der Eindruck, eine Visual Novel zu spielen. Dazu passen auch die eher hölzernen Charakter-Animationen. Die japanischen Sprecherinnen (englische Untertitel, keinerlei deutsche Texte!) liefern einen fabelhaften Job ab. Die Musik des Spiels treibt das Geschehen gut voran.


Fazit:

Blue Reflection ist mehr Visual Novel als Vollblut-JRPG. Die Kämpfe sind mir viel zu leicht und generell mangelt es einfach an Herausforderung. Stattdessen bekommt ihr allerhand Lesestoff geboten und lernt viele Geschichten rund um die Schülerinnen der Hoshinmiya Mädchenschule kennen. Und genau hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen: Wenn euch der japanische Alltag oder typisch japanische Dinge wirklich nicht interessieren, dann werdet ihr keinen Spaß mit dem Spiel haben. Trotz aller Authentizität und Glaubwürdigkeit könnte man den Eindruck gewinnen, dass GUST einfach nur Klischees abarbeitet. Dass dem nicht so ist, wissen allerdings nur jene, die sich mit der japanischen Kultur auskennen. Kurzum: Japan-affine JRPG-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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