Colin McRae: DiRT Testbericht

Nachdem wir die Xbox 360-Edition leider nicht bekommen haben, waren wir nahezu epicht darauf, die PS3-Edition in die Finger zu kriegen. Gefragt, bekommen und nun steht auch schon der Test zum Game. Schon jetzt ein Hinweis: Aufgrund des tragischen Todesfalls der Rally-Legende verzichte ich in jenem Test auf jegliche Spaesse im Bezug auf den Namen Colin McRae, alles andere waere geschmacklos. Dennoch wuensche ich, trotz der traurigen Ereignisse, viel Spass mit dem Artikel.

Es hat ja wirklich lange gedauert bis Codemasters endlich wieder ein neues Colin McRae auf die Beine gestellt hat. ‘DiRT’ ist jedoch ein wenig anders als seine Vorgaenger, denn erstmals in der Serie seid ihr nicht nur in Rally-Fahrzeugen unterwegs, sondern schlendert mit SUVs und Buggys ueber die Pisten.

Schoen, schoen

Schon der Anfang des Games hat mir sehr gut gefallen, denn ich wurde mit einem freundlichen ‘Herzlich Willkommen’ begruesst. Durch alle Menues, die uebrigens verdammt gut aussehen und perfekt strukturiert sind, weswegen man sich stetig und ueberall zurechtfinden wird, wird euch ein Sprecher begleiten und alles erklaeren. Das ist natuerlich gerade am Anfang ein grosser Pluspunkt, wodurch der Gameer toll an das Game herangefuehrt wird – das nennt sich anders auch: Kundenfreundlichkeit. Auch insgesamt macht das Game einen richtig guten Eindruck, wenn es um Sound und Optik geht. Zwar sind die Ladezeiten unverschaemt lang, aber sie werden durch zahlreiche Statistiken (Laengster Drift, weitester Sprung, etc.) ziemlich gut kaschiert und Neulingen wird es gar nicht auffallen, in welche Falle sie da gerade getappt sind.

Die Grafik von DiRT ist einfach nur fabelhaft und uebertrifft selbst Motorstorm. Bei der PS3-Edition jedoch sieht man ein recht starkes Kantenflstetign im hinteren Bereich des Bildes. Vor allem Tribuenen flstetign heftig, an der Karosserie hingegen ist alles wunderbar. Auch Die Streckendetails vermoegen mit zahlreichen Details zu ueberzeugen, HDR ist ebenso implementiert und sieht erste Sahne aus. Genial ist die australische Strecke, in der sich Licht- und Schattengameereien die Ehre geben – wow und nochmals wow! Noch genialer ist, dass der Staub physikalisch korrekt auf das Auto fliegt und sich nicht wirr irgendwo anheftet. Auch genial ist, wie der Kies aufgewirbelt wird. Des Weiteren ist das Schadensmodell mehr als beeindruckend. Knallt ihr mit 150km/h vor eine Leitplanke, dann nehmt ihr so viel Schaden, dass ihr entweder nur mit starken Einschraenkungen fahren koennt oder es ist direkt zu Ende – Totalschaden. Die Leitplanke wird uebrigens auch ziemlich verbogen bei dem Treffer.

Der Sound ist ebenfalls erste Sahne und brachte mich dazu, meinen Fernseher etwas lauter zu stellen, nur um das fette Gebrumme meines dicken Trucks noch besser zu hoeren. Wenn mein Buggy auf den Boden aufschlaegt nach einem Sprung und man das auch noch mit einem fetten Soundeffekt quittiert kriegt, bekomme ich Freudentraenen – herrliche Klangqualitaet! Einzig und allein die Ansage des Beifahrers bei Rallye-Rennen kommen fuer meinen Geschmack deutlich verfrueht.

Dickes Paket

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Beim Umfang in Colin McRae hat man bekanntlich nie gespart und auch bei DiRT macht man keine Ausnahme. Schon alleine die Unterscheidung des Singleplayers in drei Bereiche (Karriere, Meisterschaft und die ganz normalen Rennen) ist ziemlich gut. Anfangen sollte man mit dem Karriere-Modus, weil man hier Fahrzeuge fuer die Meisterschaft freischalten kann. Die Karriere ist pyramidal aufgebaut und hat unten ganz viele Herausforderungen fuer euch parat, die noch ziemlich simpel sind und an der Spitze ist nicht nur die laengste, sondern auch schwerste Herausforderung. Fuer eine gewisse Anzahl an Punkten schaltet ihr dann die darueber liegende Ebene der Pyramide frei. Ich rate jedoch dazu, dass man alle Challenges einer Ebene abschliesst, denn man wird viel Geld brauchen. Vor jedem Rennen koennt ihr fuenf verschiedene Schwierigkeitsgrade waehlen, die mit verschieden hohen Siegespraemien (auch fuer 2. und 3. Platz) honoriert werden. Das Geld koennt ihr dann dazu benutzen, eines von den insgesamt 46 neuen Fahrzeugen oder 182 neuen Lackierungen zu erstehen. Wer also die ultimative Herausforderung sucht und besteht, hat im spaeteren Gameverlauf richtig schnelle Boliden, die das Vorkommen etwas erleichtern. Man merkt aber deutlich, dass mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad das Koennen der Gegner merklich zunimmt – sehr loeblich![]

In der Meisterschaft solltet ihr aber keine WRC-Saison erwarten – hier gibt es verschiedene Events, die ihr mit euren Fahrzeugen, welche ihr in der Karriere gekauft habt, gameen koennt. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Strecken eher Rallye als andere sind. Die Events sind beigamesweise Time-Trails, Kopf-an-Kopf-Rennen oder auch Rennen mit bis zu sieben weiteren Gegnern, wobei die Framerate der PS3-Edition dabei des Oefteren mal in die Knie geht.

Abwechslungsreicher Fuhrpark

Die Fahrzeugliste mag ueberschaubar aussehen, aber die Fahrzeuge an sich sind schon alle eine Genialitaet fuer sich. Nicht nur die tolle Umsetzung von Echt in Game ist optimal gelungen, auch die Auswahl an Boliden kann sich sehen lassen. Imprezza, EVO, Buggys, PickUps und so weiter duerfen allesamt nicht fehlen und runden das gesamte Erlebnis auf jeden Fall ab. Ein besonderes Schmankerl sind aber die Trucks der Rallye Paris-Dakar, die extra fuer DiRT lizenziert worden sind. Auch sonst hat man sich bei Codemasters keine Muehen und Kosten gespart und so gut wie alle Lizenzen geholt, die man sich holen konnte. Das faellt vor allem bei den Lackierungen auf, die zwar nur so vor Werbung strotzen, das Echtheitsgefuehl wird dadurch aber definitiv unterstrichen.

Eigenartiges Fahrverhalten

Fruehere Colin-Teile fanden stetig wieder den perfekten Mix aus Simulation und Arcade, bei DiRT jedoch sieht die Sache wieder ganz anders aus. Ich moechte sogar fast soweit gehen und sagen, dass es ein reiner Arcade-Racer ist, der mit Simulation sehr wenig am Hut hat. Das merkt man vor allem daran, dass dicke Trucks einfach so wie Gummibaelle springen koennen und andere Fahrzeuge ueber normale Streckengegebenheiten ausser Kontrolle geraten – erklaer mir das mal einer! Auch finde ich es sehr seltsam, dass nur ein Antippen der Bremstaste reicht, um mehr als 70km/h weniger auf dem Tacho zu haben. Manchmal muss ich sagen, dass ich mir damit folgeschwere Schaeden erspart habe, aber andererseits kann das kein Zustand sein, wenn man gerade mit einem ‘Drift’ (sic! Das ist fast unmoeglich bzw. mehr Glueckssache, wenn das mal hinhaut) um die Kurve fahren will. Ich will nicht sagen, dass die Rennen keinen Spass machen, aber wenn man fruehere Teile gegamet hat, wird man sich hier schon ein wenig stark wundern, warum die Fahrzeuge so unausgeglichen reagieren.

Tuning vom Feinsten

Ein weiteres Schmankerl ist definitiv der Tuning-Part des Games. Zwar koennt ihr hier keine neuen Bauteile oder Nitros wie in Need for Speed oder anderen Renngameen einbauen, aber ihr koennt Veraenderungen an Getriebe, Bremsen, Federung und so weiter unternehmen, die im Rennen bei guten Einstellungen locker vier bis fuenf Sekunden ausmachen. Zwar sind die normalen Einstellungen stetig gut, aber Profis holen natuerlich alles aus den Boliden heraus. Sehr schoen ist uebrigens, dass absolute Neulinge nicht im Stich gelassen werden, denn alles wird so gut erklaert, dass man es auf Anhieb versteht. Selbst ich konnte mich ein wenig weiterbilden, denn ich hatte beigamesweise kaum Ahnung von den doch gewaltigen Auswirkungen von Veraenderungen einzelner Teile. Man muss aber auch stetig bedenken, dass die Einstellungen geaendert werden muessen, wenn man eine Strecke mit anderen Gegebenheiten faehrt, denn ein Fahrzeug, das auf Offroad justiert ist, wird auf normalen Belaegen sicherlich nicht angenehm zu fahren sein.

Ganz nebenbei sei noch der Mehrgameer erwaehnt, wobei das Wort ‘Mehrgameer’ eigentlich ja nicht richtig ist, denn man kann sich nur die Bestenlisten anschauen und dann gegen eine jener Zeiten fahren. Euch begleiten wird entweder ein Geist oder gar nichts. Eure Ergebnisse werden nach den Rennen, sofern ihr online seid, direkt uebermittelt. Mehr gibt es nicht, schade.[]

So testen wir!

Der Kommentar
Kommentator

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Technisch ist Colin McRae: DiRT eine Referenz auf der PlayStation 3, denn Grafik sowie Sound sind erste Sahne und machen einen wunderbaren Eindruck. Auch der Fuhrpark ist umfangreich und bietet eine Menge fuers Auge. Aber: Die Fahrphysik liess mich des Oefteren im Stich und hinterliess mehrere grosse Fragezeichen ueber meinem Kopf. Auch halte ich die extrem langen Ladezeiten fuer ueberzogen und das Kantenflstetign stoert auf der PS3 ebenso. Auch sollten Framerateschwaechen bei mehr als fuenf Fahren nicht gerade Aushaengeschild als fuer die PS3 gelten und der Mehrgameer ist auch eine Frechheit. Und trotzdem: DiRT macht verdammt viel Spass und mal Hand aufs Herz – was will man als passionierter Gameer mehr?
Tops Flops
Atemberaubende Grafik
Genialer Sound
Geniale Menuefuehrung mit Sprecher
Klasse Singleplayer
Extrem realistisches Schadensmodell
Zahlreiche Gamemodi
Ordentliche Gamedauer
Coole Lackierungen und Tuning-Moeglichkeiten
Framerate bricht zu oft ein
Mehrgameer? Nicht wirklich
Fahrphysik nicht stetig nachvollziehbar
Lange Ladezeiten
Bremsen sind zu stark
Kantenflstetign
Gameetester.com Wertung
Gamespass sehr gut Auszeichnungen
Gameplay gut
Grafik sehr gut
Sound sehr gut
Umfang sehr gut
Multiplayer mangelhaft

Gesamt

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