Dark Rose Valkyrie (PS4) Test


Mit Dark Rose Valkyrie bringt das Entwicklerteam Compile Heart ihr neues JRPG auf den Markt. Ob der neue Titel überzeugen kann und wie uns das Spiel gefallen hat, erfahrt ihr im folgenden Test.

Im Laufe der letzten Jahre ist der Videospielmarkt stetig gewachsen. Jüngere Generationen wachsen mittlerweile mit ihren eigenen Konsolen oder Rechnern auf, spielen regelmäßig auf dem Smartphone oder am Tablet, oder schauen sich Videos zu den neuesten Spielen im Internet an. Kaum eine Nation ist dabei so enthusiastisch wie die Japaner. Was bei uns im Westen noch als einfaches Hobby abgetan wird, ist in Japan weit mehr als das. Von Merchandise-Artikeln bis ihn zu Cosplay-Conventions ist ihnen nichts zu schade oder zu peinlich, um ihre Helden und Idole zu feiern.

Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass der japanische Videospielmarkt wesentlich größer ist als es für uns im Westen den Anschein hat. Ein Großteil der veröffentlichten Spiele schafft es jedoch nicht, den weiten Weg über Meer zu uns zu bewältigen. Ab und an haben wir jedoch das Glück, einen solchen Titel hier bei uns in die Hände bekommen zu können. Dark Rose Valkyrie ist genau so ein Titel. Ob es sich jedoch um einen Glücksfall hält, ist fraglich.

Dark Rose Valkyrie

Dark Rose Valkyrie – Eigentlich eine spannende Story

Die Geschichte von Dark Rose Valkyrie ist eigentlich recht schnell erklärt. Nachdem ein Meteor mit einem unbekannten Virus, dem sogenannten Chimära-Virus, auf die Erde gestürzt ist, verwandeln sich die infizierten nach und nach in Chimären. Diese monsterartigen Wesen sorgen für Chaos und Zerstörung auf der Welt. Ihr schlüpft hierbei in die Rolle des jungen Soldaten Asahi. Dieser wurde, nachdem er unbewaffnet eine Chimäre besiegen konnte, zum Captain der neuen Special Task Force Valkyrie befördert. Ausgestattet mit den neuesten experimentellen Waffen soll die Einheit, bestehend aus acht Soldaten und Soldatinnen, der Monsterplage ein Ende setzen.

Dark Rose ValkyrieWas an und für sich nach einem soliden Plot für ein RPG klingt, scheitert jedoch an der Umsetzung. Die Story wird primär durch Dialogsequenzen erzählt. Anders als bei vielen JRPGs setzt man hier jedoch nicht auf eindrucksvolle Cutscenes, sondern auf Standbilder der am Gespräch teilnehmenden Charaktere vor einem ebenso regungslosen Hintergrund. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Dark Rose Valkyrie – Technisch enttäuschend

Das Spiel unterteilt sich im wesentlichen in drei spielerische Parts: Das HQ, die Außenwelt und die Dungeons. In eurem HQ könnt ihr die verschiedenen Standardfunktionen jedes RPGs nutzen. Die wichtigsten hierbei sind das Erwerben neuer Ausrüstung, das Verbessern oder Reparieren bestehender Ausrüstung, der Itemshop und das Missionsboard. Darüber hinaus könnt ihr hier eure erschöpften Charaktere ausruhen lassen, die Tageszeit ändern und Dialoge mit euren Teammitgliedern auslösen. Spielerisch erinnert das HQ dabei an eine abgespeckte Variante des Hauptquartiers aus XCOM 2.

Dark Rose ValkyrieHabt ihr eine Mission angenommen, könnt ihr in die Außenwelt. Diese wird von den als Chimären bekannten Monstern kontrolliert. Mittels Speicherpunkte in der Welt könnt ihr euch zwischen verschiedenen Standpunkten hin und her teleportieren oder ins HQ zurückkehren. Grafisch wirkt das ganze dabei jedoch recht lieblos. Matschige Texturen und detaillarme Gebäude ziehen sich durch die Spielwelt. Das hat man schon auf der PS2 schöner gesehen, wodurch man sich des öfteren die Frage stellt, ob es sich hier wirklich um einen PS4-Titel handelt. Auch die Monsterdesigns wirken wie eine schlechte Kopie von Konkurrenten wie Final Fantasy.

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Die sogenannten Dungeons bilden den dritten Spielaspekt. Ihr erreicht die Dungeons über bestimmte Zugangspunkte in der Außenwelt. Hier erwarten euch schlauchartige Level, in denen ihr euch durch eine Reihe von Gegnern kämpfen müsst. An bestimmten Punkten löst ihr dann ein Event aus. Dieses besteht in der Regel aus einer Dialogsequenz, gefolgt von einem Bosskampf. Auch wenn die Dungeons etwas detaillierter gestaltet sind, als die Außenwelt, bieten diese jedoch immer noch kein grafisches Highlight.

Dark Rose Valkyrie – Zeit zu kämpfen

Prinzipiell macht das Kampfsystem von Dark Rose Valkyrie nicht viel anders, als andere Vertreter des Genres.Vier eurer Charaktere nehmen aktiv am Kampf teil. Die anderen vier sorgen sorgen passiv für Unterstützung. Aus verschiedenen Aktionen wählt ihr für eure Charaktere eine aus. Ein Aktionsbalken zeigt dabei an, wann ein Charakter am Zug ist und die gewählte Aktion ausführt.

Dark Rose Valkyrie

Allerdings wirkt es so, als hätte man sich hier zu viel vorgenommen. Die Auswahl an Aktionen ist hier das beste Beispiel. Angriff, Skill, Item, Ignition, Overdrive, Verteidigung und so weiter. Ein bisschen weniger Auswahl hätte hier nicht geschadet. Dafür hätte ich mir lieber bessere Animationen gewünscht. Hinzu kommt, dass die unterstützenden Charaktere Kombinationsangriffe ausführen können, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Die Kämpfe können dadurch schnell mal unübersichtlich werden.

Dark Rose Valkyrie – Ich wär so gern ein Anime

Auch wenn man bei JRPGs in der Regel immer Ähnlichkeiten zu diversen Animes finden kann, scheint Dark Rose Valkyrie den Vogel abzuschießen. Das Spiel strotzt geradezu vor Anime-Elementen, sodass man den Eindruck bekommen könnte, dass die Entwickler viel lieber einen solchen produziert hätten. Das fängt bereits bei den einzelnen Charakteren an. Diese scheinen direkt aus einem Anime entsprungen zu sein. Der Protagonist, der jedes Hindernis überwindet. Das schüchterne, aber intelligente Mädchen. Das Mädchen, das sich als Junge ausgibt. Die Liste lässt sich ewig so weiterführen und erfüllt dabei nahezu jedes Klischee.

Dark Rose ValkyrieViele Aspekte des Spiels wirken dabei jedoch fehlplatziert. So viel es mir beispielsweise etwas schwer, die Charaktere im Kampf ernst zu nehmen. Das lag vor allem daran, dass die verwendeten Waffen zu Teil mehr als doppelt so groß sind, wie die Charaktere. Während der Kämpfe erleiden eure Outfits darüber hinaus Verschleiß. Je öfter ihr von euren Gegnern getroffen werdet, umso abgenutzter sehen eure Rüstungen aus. Das ganze steigert sich dabei so weit, bis eure Charaktere in Unterwäsche in den Kampf ziehen müssen. Im HQ könnt ihr dafür sogar die Unterwäsche eurer Kämpfer wechseln. Ein unnötiges Feature. Besonders wenn man bedenkt, dass die Charaktere allesamt noch sehr jung wirken.


Fazit

Mit Dark Rose Valkyrie hat sich das Entwicklerstudio Compile Heart meiner Meinung nach keinen Gefallen getan. Technisch bewegt sich das Spiel auf dem Niveau eines frühen 2000er Titels. Die Art des Storytellings lässt auch zu wünschen übrig. Alles in allem macht das Spiel den Eindruck eines generischen JRPGs, bei dem die Umsetzung eher schlecht als recht gelungen ist.

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... ist seit Februar 2017 als Redakteur für Spieletester.de tätig. Er ist ein waschechter PS4 Freak, hat 40 Platin Trophies und liebt Herausforderungen wie Dark Souls, Bloodborne oder Nioh.

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