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Dead Rising 4 (PC) Test

Dead Rising 4

6

Dead Rising 4

6.0/10

Pros

  • Zahlreiche Baupläne
  • Toller Soundtrack
  • Kuriosität wird belohnt
  • Zahllose Kostüme
  • Absurde Waffen
  • B-Movie-Flair
  • Riesige Zombie-Massen

Cons

  • Schrecklich einfach
  • Open World bleibt hinter den Möglichkeiten
  • Gameplay schnell langweilig
  • Keine Neuerungen gegenüber Vorgänger
  • Lahme Story
  • Optisch und technisch veraltet
  • Kamera zickt rum

Dead Rising 4 ist endlich vom Index und nun bei uns im Test. Das Kerngameplay bleibt erhalten, die Story aber gerät stärker in den Hintergrund. Und was hat sich eigentlich seit dem Debüt von vor zehn Jahren getan? In den nachfolgenden Zeilen verraten wir euch, ob sich die besinnungslose Gewaltorgie für Action-Fans und B-Movie-Liebhaber lohnt.

Nachdem Frank West in der Mall sein Debüt feierte, zieht es ihn wieder zurück ins Shopping-Center. Der beliebte Held aus Teil 1 spielt auch in Dead Rising 4 den Protagonisten. Zudem gilt es Willamette, Colorado, zu besuchen, das seit der Zerstörung aus dem Original wieder aufgebaut wurde. Doch leider ist es einmal mehr das Epizentrum für eine neue Welle an Untoten. Gemeinsam mit Vick Chu versuchen sie, der Ursache auf den Grund zu kommen.

Dead Rising 4

Dead Rising 4 – Einfach zu einfach

Während die eigentliche Storyline eher nur Mittel zum Zweck ist, haben die Entwickler vor allem die Beziehung zwischen Vick und Frank sehr gut dargestellt. Zwar gibt sich Frank nicht immer wirklich als netter Typ ab (und sein neuer Sprecher ist grauenvoll!), doch in gewisser Weise kann man mit ihm sympathisieren. Sein schwarzer, satirischer Humor ist das, was ihn am Ende eben doch zu einem coolen Typen macht. Und es ist genau das, was Dead Rising schon immer zu etwas ganz Besonderem machte: Ein absurder Mix aus Schlachthaus und Unfug.

Dead Rising 4Beim Gameplay hingegen muss ich sehr deutlich meckern. Das Kampfsystem etwa hat sich fast gar nicht im Vergleich zum Original verändert. Und das ist an jeder Ecke und Kante zu spüren, wenn wieder irgendwas nicht richtig funktionieren will. Zwar gibt es allerhand coole Gadgets und Gegenstände der Marke Eigenbau, doch mehr als den X-Button oder die Maustaste zu smashen, tut ihr auch nicht. Ist es befriedigend besinnungslos eine Taste zu penetrieren? Für kurze Momente definitiv. Aber irgendwann ist das eben einfach zu wenig.

Tatsächlich ist Dead Rising 4 an viel zu vielen Stellen ein Witz in Punkto Schwierigkeitsgrad. Wenn ihr also zumindest ein Bisschen gefordert werden wollt: Wählt einfach gleich den höchsten Schwierigkeitsgrad. Wenn nämlich selbst die bewaffneten Soldaten genauso dämlich sind wie hirnlose Zombies, dann läuft etwas gehörig schief. Die neuen Evos sind zwar etwas schwerer zu besiegen, doch aus meinen rund 20.000 abgeschlachteten Zombies waren nur 100 besagte Evos. Zu wenig.

Dead Rising 4 – Probieren geht über Studieren

Während also das Kampfsystem und generelle Gameplay seit Teil 2 keine Fortschritte gemacht haben, gibt es bei der Erschaffung von Waffen viele neue Späße. Mehr als 50 absolut absurde Kombo-Waffen stehen zur Verfügung. Sobald die Blaupausen und benötigten Materialien gefunden sind, könnt ihr sprichwörtlich jeden Mist damit erschaffen, um die Untoten zu besiegen. Sehr schön: Im Vergleich zu Dead Rising 2 müsst ihr keine Werkbank mehr aufsuchen, sondern dürft die Gadgets „on the fly“ erstellen.

Dead Rising 4Egal ob Spielzeug-Santa, der Säure ausspuckt oder Laserschwert – die ganzen Kombo-Waffen sorgen stets für kurze Schübe an Spaß. Auch wenn der neue Exo-Suit keine Kombo-Waffe per se ist, so macht die Action mit dem Ding am meisten Spaß. Dadurch ist es Frank nämlich erlaubt, übermenschliche Kräfte zu erlangen, mit denen die Zombies effektvoll über den Jordan geschickt werden. Die Anzüge sind über die Map verteilt und verlieren sehr schnell an Energie.

Abseits des ganzen Schabernacks gibt es aber noch die Kampagne. Im Vergleich zu den Vorgängern gibt es keinerlei Timer mehr, der euch im Rücken sitzt! Während das irgendwie die Identität des Spiels beraubt, so erlaubt es zugleich, die Spielwelt als Ganzes zu erleben und eben nicht nur Häppchen. Die Mall und Umgebung strotzen nur so voller Geheimnisse, interessanter Waffen und Collectibles. Die Puzzles für die Blaupausen mögen mitunter frustrierend sein, doch an Abwechslung mangelt es dahingehend nicht. Zudem gibt es mit „Maniacs“ ein neues Äquivalent zu den „Psychopaths“ aus den Vorgängern, wenngleich die Maniacs nicht ganz so erinnerungswürdig sind. Natürlich dürfen auch die Menschen in Not nicht fehlen, die es zu retten gilt.

Dead Rising 4 – Kein Koop mehr

Zusammen mit Frank West kehrt auch die Fotografie zurück. Dadurch ist es euch erlaubt, zusätzliche Erfahrungspunkte oder Achievements zu erhalten. Zudem spielt seine Kamera eine entscheidende Rolle in den Arkham-esque Investigations-Missionen, die hin und wieder im Rahmen der Kampagne auftauchen. Leider aber ist das Speichern von Fotos nicht sonderlich gut erklärt, sodass nicht jede zufällige Entdeckung bestmöglich eingefangen wird.

Nun aber kommen wir zum größten Kritikpunkt des Spiels: Der Koop-Modus ist nicht mehr in der Kampagne spielbar. Stattdessen haben sich die Entwickler – warum auch immer – dazu entschieden, einen speziellen Modus dafür zu entwickeln. Und dieser ist nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ eine reine Enttäuschung. Ihr und euer Kumpel spawnen in einem kleinen Ausschnitt der Welt und müsst verschiedene Aufgaben bewältigen. Sobald diese erledigt sind, gilt es einen Saferoom aufzusuchen. Das Ganze wirkt unspektakulär, uninspiriert und macht bereits nach wenigen Partien einfach keinen Spaß mehr.

Optisch wirkt Dead Rising 4 schlicht veraltet. Egal ob auf PC oder Xbox One – wirklich stark sieht das Spiel nicht aus. Auf technischer Seite gab es aber keine Probleme, denn die Bildrate ist sowohl auf einem Mittelklasse-PC als auch auf High-End-Rechnern sehr gut.


Fazit:

Dead Rising 4 macht Spaß, aber eben nur dann, wenn das Gehirn auf Durchzug geschaltet wird. Mehr als absurde Waffen und Kostüme sind halt nicht drin. Frank West mag zwar ein abgefuckter Typ sein, der durchaus mit Charme punkten kann, doch sein neuer Sprecher ist schlichtweg schlecht. Das Gameplay ist mir persönlich einfach zu wenig, denn mehr als eine reine Zerstörungsorgie ist das hier nicht. Auch wenn es begrüße, dass das Zeitlimit weg ist, so wünsche ich es mir doch wieder zurück. Es gab der ganzen Sache die nötige Brisanz, mit der Entscheidungen Gewicht erhalten haben. Jetzt ist alles irgendwie egal. Hauptsache Blut und mehr tote Zombies. Dead Rising 4 ist nicht innovativ, nicht spannend und erst recht nicht schwer, aber immerhin belohnt es eure Kuriosität mit absurden Waffenkombinationen und Erlebnissen.

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