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Die Sims 4 (PS4) Test

Die Sims 4 bieten eine Flucht vor dem Alltag… direkt in den fiktiven Alltag der selbsterstellen Charaktere, ganz gleich ob das nun große Filmstars oder Freunde und Familienmitglieder sind. Seit über zehn Jahren ist die Sims-Reihe von Maxis und Schöpfer Will Wright quasi das perfekte Videospiel für alle, die früher gerne mit Puppen oder anderen Figuren gespielt und dabei ihrer Fantasie freien Lauf gelassen haben. Nach drei Teilen und unendlich vielen Erweiterungspaketen und DLCs scheint der Weg nun geebnet für den vierten Ableger der Reihe – ob dieser seinem gewaltigen Erbe alle Ehre macht, erfahrt ihr in diesem Test!

Die Sims 4 – Altbewährt und nach wie vor großartig

Das Spielprinzip hat sich seit dem ersten Teil wenig verändert und auch in Die Sims 4 erfindet man das Rad nicht neu. Wozu auch? So eigen Die Sims auch ist, es kann verdammt viel Spaß machen und unheimlich viel Zeit fressen, die man letztendlich damit verbringt, Gott zu spielen – wenn das mal nichts ist! Einen oder mehrere Sims erstellen, ein Grundstück kaufen, in das bereits bestehende Haus einziehen oder das eigene Traumhaus errichten, und dann ganz einfach virtuell leben und leben lassen, mitsamt Beziehungsdramen, Arbeitsstress, Kindern und dem hoffentlich etwas ruhigeren Lebensabend. Dass Maxis nicht einfach nur eine neue Engine (dazu später mehr) auf Die Sims 3 gepackt hat, merkt man schon in der Charaktererstellung.

In einem wesentlich intuitiveren und übersichtlicheren Prozess lassen sich mit extremer Penibilität Sims erstellen, die selbst manchen realen Vorbildern zum Verwechseln ähneln. Dabei hat man auf die technisch-anmutenden Schieberegler verzichtet, stattdessen wird jetzt am Hüftspeck gezerrt und gepresst, bis die richtige Form erreicht ist. Auch verschiedene Gesichtspartien und andere Körperregionen lassen sich so den eigenen Vorstellungen anpassen. Ebenfalls neu: Nicht nur könnt ihr die Stimme eures Sims leicht anpassen, nun dürft ihr auch zwischen verschiedenen Laufstilen wählen.

Die Sims 4 – Errichtet eure Traumunterkunft

So stolziert euer virtuelles Ebenbild etwa etwas hochnäsig durch die Gegend oder trampelt wie ein Wahnsinniger um sich her. Ein kleines Manko fällt aber leider bei der Kleiderwahl auf, denn zwar ist die Auswahl hier recht groß, allerdings können wir lediglich ausgewählte Kleidungsstücke und Kombinationen auswählen und nur die Farbe ändern. Ein wirklich eigenes Design wie im dritten Teil können wir ohne ersichtlichen Grund nicht mehr erstellen.

Habt ihr dann das Aussehen eures Charakters perfektioniert, stehen noch der Lebenswunsch sowie drei Charakterzüge auswählen, die einen mehr oder minder großen Einfluss auf das Verhalten eures Sims und damit euer Spielerlebnis haben. So kann euer Sims beispielsweise Kinder hassen, ein Geek sein und Kunst lieben. Oder aber ihr erstellt einen koketten Frauenhelden, der nebenbei noch viel Sport treibt und ein klassischer „Bro“ ist.

Auch das Bauen bzw. Einrichten euer Traumunterkunft hat man an entscheidenden Stellen verbessert, etwa lassen sich nun Fundamente problemlos anpassen. Ebenfalls übernommen und überarbeitet: Das Platzieren von fixen Räumen. Diese können nun ganz einfach gezerrt und gestaucht werden – die Möbel passen sich dabei automatisch an die neuen Maße an.

Auch hier fehlen allerdings wieder die eigenen Designs, sodass auch bei den Möbeln die Variantenwahl doch etwas eingeschränkter ist. Ohnehin fehlen Haushaltsgeräte (Geschirrspüler? Wer braucht die schon!), und wer sich auf eine Erfrischung im Swimmingpool gefreut hat, wird sich erstmal mit der Badewanne zufriedengeben müssen. Erneut ein gestrichenes Feature, dessen Verschwinden nicht wirklich Sinn macht.

Die Sims 4 – Emotionen über Emotionen

Statt kleiner Stimmungsschwankungen empfinden eure Sims nun echte Gefühle, die je nach Situation eure Interaktionsmöglichkeiten sowie eure Leistung beeinflussen. Konzentrierte Sims lernen schneller, und wer sich vor der Arbeit etwas aufbrezelt, stolziert nicht nur wie ein König durch seine eigenen vier Wände, sondern hinterlässt auch am Arbeitsplatz einen bleibenden Eindruck, der meist eine Beförderung mit sich bringt.

Genauso bieten sich einem verspielten Sims mehr spaßige Interaktionsmöglichkeiten mit seinen Gesprächspartnern, und für einen romantischen Kuss muss nun auch die richtige Emotion her. Selbstverständlich müsst ihr nach wie vor auch die Bedürfnisse eurer Sims erfüllen (Komfort ist übrigens gestrichen worden), wobei diese allerdings auch dank der wesentlich schlankeren Benutzeroberfläche nun nicht mehr ganz so im Vordergrund stehen. Trotzdem gilt: Mit drückender Blase und Schlafmangel unterhält man sich nur ungern länger auf einer Party.

Generell scheint Maxis einen noch stärkeren Fokus auf die sozialen Interkationen mit anderen Sims gelegt zu haben, denn die Gesprächsoptionen sind nun noch einen Tick vielfältiger. Darüber hinaus sind eure Sims nun auch wahre Multitasking-Talente und können normale Gespräche führen, während sie am Herd stehen oder am Rechner ein Spielchen spielen – und wer schon mal versucht hat, beim Zocken zu reden, der weiß, welche Leistung die Sims hier darbringen! Parties, Dates, Ausflüge in den Park oder ein Besuch im Museum sind natürlich ebenfalls wieder mit dabei, sodass ihr euer ganzes Simleben nicht nur auf eurem eigenen Grundstück verbringen müsst.

Die Sims 4 – Ein Schritt vorwärts, und zwei Schritte zurück…

Soweit so gut: Die Sims 4 ist nämlich wirklich kein schlechtes Spiel, denn all die bisher beschriebenen Verbesserungen und Neuerungen machen das Spielerlebnis im vierten Teil noch mal ein ganzes Stück angenehmer und spaßiger zugleich. Auch grafisch hat sich einiges geändert, und so sieht Die Sims 4 zwar nicht realistischer, doch dafür einfach ansehnlicher aus. Animationen, kleine Details wie Rosenbüsche, an vielen Stellen wirkt der vierte Teil einfach schlichtweg hübscher und runder.

Doch leider Gottes kommt an dieser Stelle ein dickes, fettes ABER, das vor allem Fans der Reihe umstimmen könnte und das aus vielen unterschiedlich großen Makeln besteht…

Das größere Problem: Die Spielwelt ist nicht mehr offen und frei zugänglich. Während wir noch in Sims 3 problemlos in den Park spazieren konnten, müssen wir jetzt über das Handy die Reisefunktion auswählen und dann für mehrere Sekunden auf einen Ladebildschirm starren. „Halb so wild“, denkt ihr euch? Noch nicht einmal eure Nachbarn könnt ihr ohne einen Ladebildschirm besuchen! Und was, wenn diese gar nicht zu Hause sind?

Nun, dann geht’s via Ladebildschirm wieder 20 Meter weiter auf das eigene Grundstück. Die ohnehin schon kleineren Nachbarschaften von vier bis fünf Häusern wirken so noch viel kleiner, und auch Ausflüge in die Stadt verlieren durch das ständige Laden ein wenig ihren Reiz.

Dieses Problem überträgt sich aber auch auf ganz alltägliche Dinge wie die Arbeit. Da euer Sim nicht mehr auf eurem Grundstück, sondern irgendeinem anderen Ladegebiet ist, können wir nicht einmal auf seine Bedürfnisse zugreifen oder andere wichtige Bestandteile der Benutzeroberfläche nutzen – etwa, um zu schauen, wie lange die Schicht heute geht oder ob morgen ein freier Tag ist. Immerhin können wir nach wie vor bestimmen, wie intensiv der Sim arbeiten und ob er sich mit Kollegen unterhalten soll. Doch gerade der Sprung in die Arbeitsumgebung wäre doch ein sinnvoller nächster Schritt gewesen!

Fazit
Die Sims 4 ist kein schlechtes Spiel, zuweilen sogar ein ganz gutes, doch vielmehr als das ist es vor allem eines: Ein schlechter und unwürdiger Nachfolger, der die 4 im Namen nicht verdient! Zwar wurde an vielen Stellen poliert und verbessert und vor allem das ganz normale Interagieren mit anderen Sims ist jetzt noch angenehmer und interessanter, doch eine erschlagende Liste an unerklärlichen Mängeln und gestrichenen Features bricht dem Titel – zumindest für Serienfans – das Genick.Führt man sich dann noch die (grundsätzlich nicht verkehrte) DLC/Addon-Politik der vergangenen Teile vor Augen und malt sich aus, wie die fehlenden Features Stück für Stück nachgereicht werden, obwohl diese einfach schon im Hauptspiel hätten enthalten sein müssen… ich ahne schlimmes, doch das beeinflusst die Wertung an dieser Stelle natürlich nicht. Nichtsdestotrotz: Für komplette Neulinge ist Die Sims 4 vielleicht ein netter Einstiegspunkt, Serienkenner werden aber an zu vielen Stellen enttäuscht werden und sind mit einem Sims 3 mitsamt Addons wesentlich besser bedient.
8
Gut
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