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Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben? (3DS) Test

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?

8

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?

8.0/10

Pros

  • Fokus auf Aufmerksamkeit gut gewählt
  • Sprachausgabe vollständig lokalisiert
  • Starke Aktivitäten
  • Erobern Minispiel hervorragend
  • Anspruchsvolle Aufgaben mit motivierendem Spielsystem

Cons

  • Login-Restriktionen frustrierend und unnötig
  • Fehlerkennung bei Handschrift

Im Test zeigt Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?, dass es auch 2017 noch durchaus gefallen kann. Warum die europäische Version aber vier Jahre nach der US-Fassung erscheint, ist mir ein Rätsel. Dennoch: Heute, mehr als noch vor vier Jahren, zeigt das Spiel, wie wichtig der tägliche Denksport ist.

Die sozialen Medien haben die Welt seit 2005 maßgeblich verändert und geformt. Früher gab es kein Instagram. Kein Twitter oder Pinterest. Facebook, ja, das gab es. Aber da war es noch in einem sehr frühen Stadium und sogar noch das „The“ in seiner URL. Selbst Youtube war 2005 noch gar nicht live. Und ja, die Welt war sehr viel gelassener und mit weniger Ablenkungen bestückt. Im gleichen Jahr erschien auch der erste Teil von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging. Der Erfolg ließ nicht lange warten, zumal Nintendo seine Zielgruppe um ältere Menschen erweitern konnte, die noch nie zuvor ein Videospiel spielten. Denn auch sie wollten ihr Hirn verjüngen – die Spielchen des Neurowissenschaftlers Dr. Ryuto Kawashima sind dazu auch bestens geeignet.

Fast forward, 2017.

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging – Weg vom Hirnalter und hin zur Konzentration

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging12 Jahre später hat sich die Welt komplett verändert. Heutzutage werden wir 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche mit Informationen beschallt. Und genau das lieferte die Inspiration für den neuesten Ableger. Könnt ihr noch für eine längere Periode wirklich konzentriert arbeiten? Dabei hat Kawashima seine Seele an den Teufel verkauft. Warum? Wüsste ich auch gerne. Vielleicht will man bei Nintendo einfach nur die Moderne verteufeln. Oder so. Wer weiß das schon. In jedem Fall wird das Wort „diabolisch“ überbenutzt. „Diabolisches Training“, „Diabolisches Zusatztraining“, „Diabolisches Zahlenmerken“, „Diabolische Paarsuche“ und … ach, ihr wisst, worauf ich hinauswill.

Abgesehen von der wenig kreativen Namensgebung gibt es einen wirklich fiesen Design-Schnitzer. Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging ist nämlich von Beginn an mit kurzen Spielsessions, im Optimalfall 5 bis 20 Minuten, entwickelt worden. Damit aber nicht genug, denn das Spiel versperrt euch die meisten Minispiele hinter nervigen „Login-Boni“. Wenn ihr das Spiel täglich einschaltet, bekommt ihr mehr und mehr Übungen oder Herausforderungen. Sofern ihr also wirklich Spaß habt, dann bleibt euch am Ende gar nichts anderes übrig als den 3DS auszuschalten und zu warten.

Immerhin: Diesmal greift das Spiel auf eine vollständige deutsche Sprachausgabe zurück. Zwar stimmt die Lippensynchronität nicht ganz mit dem Polygon-Modell überein, aber das trübt den Gesamteindruck nicht. Auch nicht ganz korrekt ist die Erkennung der Handschrift. Vielleicht liegt es auch nur an meiner Sauklaue, dass sie gerne versagt. Dennoch habe ich sehr häufig bemerkt, dass die Erkennung entweder viel zu schnell greift oder viel zu langsam. Ein Beispiel: Beim Zahlenmerken wollte ich eine 7 schreiben (genau wie hier abgebildet und nicht mit dem Strich in der Mitte). Das System hat aber eine 1 daraus gemacht, weil es zu schnell ging. Oder aus einer 4 wird im Spiel eine 9. Wie? Weiß ich auch nicht.

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging – Fehlerkennung zu disruptiv

Vor allem beim Zahlenmerk-Spiel, wo ihr eine Aufgabe bekommt und euch das Ergebnis merken müsst, ist die fehlerhafte Erkennung richtig fies. Denn es gibt höhere Stufen. So müsst ihr euch das erste Ergebnis merken, dürft es aber erst aufschreiben, wenn sechs (!) weitere andere Aufgaben erschienen sind. Als mir das zum ersten Mal passierte, geriet ich total aus der Konzentration und vergaß sofort die nächsten sechs Ergebnisse. Die Runde war für den Eimer. Und je nach Spielerlebnis wertet euch der Dr. auf oder ab. Natürlich ist es gut, wenn mich das Spiel emotional so sehr an sich bindet, denn so schaffe ich die Motivation, besser zu werden oder mir selbst zu beweisen, dass ich es besser kann.

Die Abwechslung bei den Minispielen ist sehr groß. Aufgeteilt in mehrere Unterkategorien dürft ihr euch dann vergleichsweise leichten, aber in Anbetracht der Zeitrestriktion doch schweren, Matheproblemen stellen oder müsst im klassischen Memory-Spiel verschiedene Muster merken. Daneben gibt es noch einige Spielchen aus dem Vorgänger sowie einen Time Attack Modus mit verschiedenen Blöcken, die ihr in der richtigen Anzahl und der korrekten Stelle aufschreiben müsst. In „Entspannung“ gilt es dann eher klassische Spiele zu zocken, die sich mit Dr. Mario am besten vergleichen lassen. Selbst Solitär kehrt zurück!

Mir hat aber am besten das Minispiel von Entwickler Intelligent Systems, die Macher von Fire Emblem, gefallen. In „Erobern“ geht es darum, verschiedene Territorien für sich zu beanspruchen. Die Gegner-KI will dies auch. Je größer ein Block, desto mehr Punkte bringt dieser. Sobald ihr kein eigenes oder unbenutztes Feld mehr anspringen könnt, ist die Runde beendet und der Gegner kriegt die verbleibenden Punkte. Das Ganze ist ungemein herausfordernd und spannend. Ein exzellenter Puzzler.


Fazit:

In der heutigen Welt ist „Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?“ genau das richtige Spiel. Es hilft maßgeblich dabei, sich besser zu konzentrieren und das sogenannte Arbeitsgedächtnis auf Trab zu halten. Mir gefällt auch sehr gut, wie das Spiel es mir vermittelt, warum dieser Teil des Gehirns so ungemein wichtig ist. Schade nur, dass viele der guten Inhalte vor unnötigen Login-Barrieren verschlossen bleiben. Auch die Fehlerkennung meiner – zugegeben grauenvollen – Handschrift sorgte mithin für Frust. „Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?“ ist wunderbar für Jung und Alt geeignet. Haltet euer Hirn auf Trab und macht in jeder Lebenslage eine bessere Figur.

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... ist seit 2013 Redakteur bei Spieletester.de. Inzwischen leitet er die News-Redaktion und kümmert sich um die täglichen Nachrichten aus der Spielewelt. Er gehört zu den wenigen Spielern, die keine richtige Präferenz haben und das zocken, was ihnen gerade Spaß macht.

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2 Comments

  1. „Diesmal greift das Spiel auf eine vollständige deutsche Sprachausgabe zurück.“

    Ich hab den ersten Teil für den DS und der ist auf deutsch.

    Reply
    • Aber ohne gesprochenen Text von Kawashima. Lokalisiert war es immer. Aber diesmal gibt es eine Sprachausgabe, also Sprecher. Gabs in Teil 1 eben nicht.

      Reply

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