El Matador Testbericht

bildbeschreibungEr ist endlich da, der Matador steht in den Regalen der deutschen Haendler und wartet darauf, von euch gekauft zu werden. Zwar leidet die deutsche Edition unter einigen Kuerzungen, auf die ich nachher eingehen werde, aber dennoch hat sich der Titel unseren Award mehr als verdient. Warum der Matador den Stieren der Drogendealer den roten Umhang zeigt, lest ihr in den folgenden Zeilen, viel Spass!

Action gibt`s im Titel uebrigens satt, denn um jede Ecke erwarten euch die boesen Handlanger der Drogendealer, die euch an den Kragen wollen. Das werden sie auch zu Genuege tun, denn die Gegner-KI ist stellenweise baerenstark, obwohl sie eigentlich eher weniger das Heil in der Flucht bzw. Deckung suchen, aber sie treffen so ungewoehnlich gut, dass man schon gut und gerne ein ‚Verdammte …‘ schreit. Stellenweise ist das Game so unfair, dass ihr mit nur einem Treffer sterbt, obwohl ihr 100 Leben und 100 Schild habt – wo ist da bitte der Sinn drin, dass mich ein Treffer einer laecherlichen SMG sofort killt?! Dem Game fehlt es teilweise wirklich an Balancing, denn auch eine normale Pistole reicht stellenweise aus, um euch zu killen – trotz voller Lebensenergie versteht sich. Aber das geht natuerlich auch andersherum, was stetighin ein dezenter Wermutstropfen ist, denn ein Treffer ist genug, um den Gegner zu toeten. Es reicht nicht aus, wenn ihr blind in die Menge stuermt, schon allein wegen des oben genannten Aspekts nicht, aber es sind einfach zu viele Gegner (und das oben beschriebene Problem greift zum Glueck nicht stetig!), die sich euch in den Weg stellen.
Der DEA-Agent Victor Corbet, alias El Matador, muss sich einem gefaehrlichen Drogensyndikat stellen, das in Kolumbien krumme Dinger dreht und zahlreiche Morde, Deals etc. zu verantworten hat, die keineswegs legal gewesen sind. In der recht schick in Szene gesetzten Geschichte erlebt ihr also den Weg Victors, wie er das Syndikat zur Strecke bringt und dabei Opfer einiger Intrigen wird. Da die Geschichte entgegen meiner Erwartung doch recht spannend geworden ist, will ich an jener Stelle auch gar nichts vorwegnehmen.

Gaming ala Max Payne

Dass El Matador zahlreiche Dinge von Kollege Max geklaut hat, ist seit meiner Preview-Edition ein offenes Geheimnis. Wie weit die Entwickler aber letztendlich gehen wuerden, hat sich in der Vollversion gezeigt, die ich seit wenigen Tagen habe. Nicht nur der Bullet-Time und die Moves wurden komplett uebernommen, sondern grosse Teile der Geschichte-Erzaehlung. Der einzige Unterschied zwischen Max Payne und El Matador ist, dass El Matador keine Comic-Sequenzen hat, die die Geschichte vorantreiben, sondern alles in sehr netten Zwischensequenzen dargestellt wird. Aber die Einfuehrung neuer Charaktere wird genau so gemacht wie in Max Payne – kurze Nahaufnahme der Figur mit links bzw. rechts nebenstehenden Namen der Person, danach geht die Action auch weiter.
Ein Key-Feature von El Matador ist sicherlich der Bullet-Time-Effekt, der euch bei den zahlreichen Kaempfen helfen soll. Diesen koennt ihr exakt wie in Max Payne direkt ueber TAB einschalten oder ihr lasst Victor genau so elegant zur Seite, nach vorne oder hinten springen wie den guten Max. Dass ihr waehrend der Zeitlupenspruenge auch schiessen koennt und euch so einen gewaltigen Vorteil gegenueber eurer Gegner verschafft, muss ich wohl nicht erwaehnen. Dass das obendrein noch cool ausschaut, ist dann nur noch reine Formsache. Generell muss ich sagen, dass die Gamebarkeit von El Matador im Vergleich zur Preview-Edition deutlich verbessert worden ist. So bemaengelte ich in meiner Vorschau, dass die Steuerung noch etwas schwammig und die Bullet-Time-Spruenge noch nicht ganz funktionieren wuerden – alles das ist ausgemerzt worden!

Vielseitiger Einsatz
Die Missionen sind zwar nicht wirklich abwechslungsreich, stetig gilt es irgendwen zu killen, aber die Levels bzw. die Missionen an sich strotzen nur so vor Abwechslung. Mal gilt es sich in irgendwelchen Untergruenden von Hotels oder Kanalisationen zu einem Drogenboss durchzuschmuggeln oder ihr durchstreift einige tropische Areale, dessen Flora und Fauna locker an die Schoenheit von FarCry herankommt. Zwar gestaltet sich das Game extrem linear, aber ich denke, dass gerade jener Punkt mittlerweile niemanden mehr bei einem 3rd-Person-Shooter interessiert. Die Action steht im Vordergrund, daher mussten alternative Wege floeten gehen. Das macht aber nichts, denn auch die gebotenen Wege hinterlassen einen bleibenden Eindruck: Wunderschoene Levels, die sogar sehr idyllisch wirken, wenn da nur nicht jene boesen Gegner waeren. []

Nicht stetig werdet ihr alleine gegen die fiesen Gegner fighten, sondern manchmal, eigentlich sehr oft sogar, mit Freunden an eurer Seite in den Kampf ziehen. Prinzipiell ist es eine recht gute Idee, Kollegen an der Seite zu haben, denn sie fighten recht ordentlich mit, sind schnell am Abzug und vor allem treffsicher (trifft wohl auf alle NPCs zu), was natuerlich irgendwie schon gut ist, aber manchmal sind sie ein wenig zu zoegerlich oder schiessen in der Hitze des Gefechts euch ab. Deshalb sollte man im Game sehr viel speichern, und wenn wir schon bei der Speicherfunktion sind, so muss ich doch gleich erst ein wenig Kritik ueben. Zwar kann man stetig und ueberall speichern, aber warum gibt es nur so wenige Slots zum Speichern? Gerade mal 10 freie Slots kann man benutzen und wenn alle voll sind, muss man sie stetig und stetig wieder ueberschreiben. Dadurch kann man sich bei groesseren Levels schon freuen, wenn man fuer jeden Abschnitt ein Gamestand von vorher ueberschreiben muss. Ausserdem kann man keine Profile benutzen, auch nicht gerade eine befriedigende Loesung – zeitgemaess ist das leider nicht.

Technisch auf der Hoehe, aber nicht ohne Fehler
Schon in meiner Preview-Edition sagte ich, dass die Grafik sehr gut aussieht, aber noch kleine Fehler bot – alle wurden ausgemerzt! Das Feuer sieht richtig schick aus, die Rauchwolken machen einen herrlichen, dichten Eindruck, das Wasser sieht fotorealistisch aus und die Kaempfe werden durch eine generell sehr saubere Optik in Szene gesetzt. Lediglich die NPCs sehen im Vergleich zu heutigen Shooter-Kronen ein wenig schwach aus, aber insgesamt kann sich die Grafik, vor allem die Darstellung von Flora und Fauna, mehr als sehen lassen – FarCry hat hier einen starken Konkurrenten bekommen!

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Auch der Sound macht eine generell gute Leistung. Zwar doedelt ein recht nerviger Hintergrund-Sound waehrend ihr gegen die Schergen der Drogendealer fightt durch die Boxen, aber das kann man bei der Action eigentlich auch wieder verschmerzen. Die deutsche Synchronisation ist prinzipiell sehr gut geworden, wobei mir die englischen Sprecher einen Tick besser gefallen haben. Alles in allem aber kann man ueber den Sound nicht meckern.

Worueber ich aber meckern kann und auch muss, sind die Bugs im Game. Anfangs ging alles noch gut, aber als ich das Game wieder starten wollte, nachdem ich jenen Test eigentlich schon fertig hatte, wollte El Matador nicht mehr anspringen. Es ging nicht, eine Fehlermeldung erschien jedes Mal nachdem das Logo des Games aufkam. Neuinstallation half da auch nicht; unwichtige Programme schliessen ist sowieso nie hilfreich; Treiber sind aktuell – nichts ging. Selbst auf dem zweiten PC tauchte derselbe Fehler auf. Ausserdem gibt es noch kleine Fehler im Game selbst. In der Dschungelmission ist mir eine Zwischensequenz nicht angezeigt worden (warum?) und gelegentlich schmierte das Game ohne Vorwarnung ab. Sowas muss nicht sein und ich hoffe, dass das gepatched wird. Leider leidet das Game unter einigen Kuerzungen, die nur gemacht wurden, damit es in Deutschland auch erscheinen durfte. Blut, herumfliegende Koerperteile o.ae. gibt es leider nicht mehr. Ich finde sowas ein wenig schwach, zumal ich in meiner Preview keinerlei derartig ueble Gewalt bemerkt habe.

Kommentar (AS) :

Vergebe ich den Award oder nicht? Das war eine der Fragen, die ich mir gestellt habe, als ich jenen gravierenden Bug festgestellt habe. Eigentlich hat sich El Matador – trotz der Kuerzungen in der deutschen Edition – den Award verdient. Es sieht gut aus, macht ziemlich viel Spass, bietet viel Action und an sich ueberzeugt das Leveldesign durch schoene Aussen- und Innenareale. Zudem ist die Geschichte ganz nett in Szene gesetzt, aber jene Bugs nerven einfach! Ausserdem finde ich es ziemlich seltsam, dass mich eine laecherliche SMG mit einem Treffer toeten kann, obwohl ich volle Lebensenergie hab und noch viel lachhafter finde ich, dass ich meine Gamestaende stetig zu ueberschreiben muss, weil es nicht unendlich Slots zum Speichern gibt. Schlussendlich gebe ich El Matador doch noch einen Award, ich drueck beide Augen zu und hoffe, dass der naechste Patch – sofern es auch einen fuer die deutsche Edition gibt – einfach solche Lappalien ausmerzt.

UPDATE:
Wie ich heute mitgeteilt bekam, gibt es schon den ersten Patch fuer die deutsche Edition, den wir auch ab sofort zum Download anbieten! Nur mit jenem Patch laeuft ‚El Matador‘ nahezu fehlerfrei! Die Wertung wird von jenem Patch aber nicht beeinflusst, weil ich das Game OHNE den Patch getestet habe und eine Korrektur der Wertung nicht in Frage kommt, da ich das Ausgangsprodukt testen muss


ZUM DOWNLOAD DES PATCHES

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