Fire Emblem Warriors

Fire Emblem Warriors
7

Fire Emblem Warriors

7.0 /10

Pros

  • Großes Heldenaufgebot
  • Eigenheiten von Fire Emblems gut übernommen
  • Koop-Modus
  • Toller Soundtrack
  • Leicht zu lernen
  • Optisch sehr gelungen
  • Motivierendes Upgrade-System
  • Überdurchschnittlich (für Dynasty-Warriors-Verhältnisse) gut erzählte Geschichte
  • Wahl zwischen 1080p30 und 720p60

Cons

  • Extrem simples Kampfsystem ohne Tiefgang
  • Kein Online-Koop
  • Stark repetitive Missionen
  • Kamera hin und wieder bockig
  • Story für Fire Emblem-Verhältnisse schwach
  • Zu wenige Inhalte abseits Story

Im Test zeigt Fire Emblem Warriors, dass Entwickler Omega Force nicht nur die Zelda-Lizenz bestens umsetzen kann. Das Team setzt voll und ganz auf die Eigenheiten des Strategiespiels und kann diese wohlbehütet und respektierend in das Musou-Spiel implementieren. Doch im Gegensatz zu Hyrule Warriors mangelt es Fire Emblem Warriors an Langzeitmotivation.

Bevor das Spiel losgeht, dürft ihr zwischen Mann und Frau wählen. In diesem Fall sind es Rowan und Lianna, die als Startcharaktere zur Verfügung stehen. Anschließend wählt ihr einen aus drei Schwierigkeitsgraden und wählt, ob Charaktere „permanent“ Tot sind oder nach jeder Schlacht automatisch wiederbelebt werden. Der Permatod, so viel sei verraten, ist aber weniger tragisch als es sich anhört, denn mithilfe des Tempels könnt ihr gefallene Kämpfer wiederbeleben. Eine Trivialisierung eines ansonsten sehr spannenden Konzepts, das große taktische Auswirkungen haben könnte.

Im Rahmen der Story folgt ihr den beiden Geschwistern, die eigentlich einen ganz normalen Alltag haben. Sparring, Anlernen der Fähigkeiten eines echten Königs und so weiter und so fort. Bis eine eigenartige Armee von Dämonen erscheint und alles über den Haufen wirft. Die Geschichte des Spiels hat mich nun wirklich nicht vom Hocker gerissen, da sie zumeist völlig absurd ist und die eigentlichen Stärken der Strategie-Reihe nicht wirklich nutzt. Zwar treten allerhand Charaktere auf, echte Fehden zwischen ihnen lassen sich aber nur anhand kurzer One-Liner erkennen. Eine echte Ausarbeitung bleibt all jenen verschlossen, die mit dem großen Universum nichts anzufangen wissen.

Fire Emblem Warriors

Fire Emblem Warriors – Lizenz mit viel Liebe umgesetzt

Machen wir uns nichts vor: Musou-Spiele sind alle gleich. Das berühmtberüchtigte 3-Button-Gameplay kommt natürlich auch bei Fire Emblem Warriors zu tragen. Leichter & schwerer Angriff sowie Spezialattacke. Das reicht in den meisten Fällen bereits aus. Im Gegenzug zu Hyrule Warriors gibt es aber beim Gameplay eine wichtige und sehr gute Neuheit: Ihr könnt laufende Kombinationen/Animationen einfach mittels Ausweich-Schritt abbrechen. So entsteht eine sehr gute Dynamik, die das Spielgeschehen ungemein flott wirken lässt. Die grundsätzlichen Spielmechaniken, darunter das Sammeln von Materialien zum Erlernen neuer Fähigkeiten oder dem Upgraden von Waffen haben die Entwickler nahtlos aus der ersten Nintendo-Lizenzierung übernommen. Dabei ändern sich nur die Namen, die natürlich allesamt auf Fire Emblem angepasst sind.

Fire Emblem WarriorsViel spannender ist eher, wie sich die Entwickler um die Lizenz gekümmert haben. Schon bei Hyrule Warriors glänzte das Team mit ungemein viel Liebe zum Detail. Und auch bei Fire Emblem könnte man glatt meinen, dass es sich um eine eigene Produktion handelt. Das bekannte und beliebte Waffendreieck hat es nämlich ins Spiel geschafft. Lanze schlägt Schwert schlägt Axt schlägt Lanze. Das hat natürlich auch im Spiel gewisse Auswirkungen, denn nutzt ihr beispielsweise Camilla gegen Marth, dann werdet ihr mehr Probleme haben als beispielsweise andersherum.

Zudem haben es diverse Strategie-Elemente aus der Hauptreihe in das Musou-Spiel geschafft. Dazu gehört allen voran die Strategiekarte, die ihr jederzeit während einer Schlacht aufrufen könnt. Ähnlich wie in den Taktik-Spielen könnt ihr hier eure direkten Mitstreiter auswählen und ihnen Kommandos geben. Sollen sie eine Festung angreifen oder euch zur Seite stehen? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Zudem gibt es Awaken-Skills und die Möglichkeit, eure Helden miteinander zu kombinieren, um sie so mächtiger zu machen. Zudem könnt ihr einen Charakter auf diese Weise retten, wenn er oder sie kurz vor dem sicheren Tod steht.

Fire Emblem Warriors – Viele Helden, wenig Inhalte

Fire Emblem WarriorsInsgesamt gibt es ein Aufgebot von 25 spielbaren Charakteren. Darunter befinden sich auch Fanlieblinge wie Takumi aus Fire Emblem Fates oder Lucina aus Fire Emblem Awakening. Doch auch die Charaktere mit einem fliegenden Reittier, etwa Camilla sind vorhanden. Deren fliegenden Pferde bringen eine nette Neuheit in das Musou-Genre! So könnt ihr nämlich an höher gelegene Orte kommen, die euch sonst nicht zugänglich waren. Das schlägt sich auch auf den Maps nieder, denn manche erwarten spezielle Charaktere. Wenn diese besiegt sind, müsst ihr diese vorher im Tempel wiederbeleben. Natürlich gilt auch bei den berittenen Charakteren: Bogenschützen wie Takumi sind deren Tod. Übrigens: Auf Tastendruck könnt ihr ganz bequem zwischen den aktiven Charakteren in der Party wechseln.

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Der größte Kritikpunkt am Spiel ist aber der sehr geringe Spielumfang. Abseits der Storyline und einigen historischen Schlachten gibt es einfach nichts zu tun. Wenn ihr euch noch an Hyrule Warriors erinnert: Dort gab es diverse Modi, um euch auch abseits der Geschichte zu amüsieren. All das fehlt hier. Stattdessen ist nach rund 8 bis 12 Stunden Sense und ihr habt nichts mehr, was euch noch langfristig an das Spiel binden könnte. Da hilft es auch nicht, dass Fire Emblem Warriors einen Zwei-Spieler-Modus besitzt.

Fire Emblem WarriorsOptisch macht der Titel eine sehr gute Figur. Dabei könnt ihr zwischen 1080p und 30 FPS oder 60 FPS und 720p im TV-Modus wählen. Im Spiel heißen die beiden Optionen „Bildqualität“ (für 1080p30) und „Leistung“ (720p60). Die musikalische Untermalung des Spiels ist durchgehend gelungen und überzeugt mit guten englischen Sprechern. Schade ist, dass es keine japanische Vertonung gibt – jedenfalls nicht in der getesteten Version.


Fazit:

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich irgendwie mehr erwartet von Fire Emblem Warriors. Vor allem nachdem die Entwickler mit Hyrule Warriors (Legends) einen so umfangreichen und starken Titel abgeliefert haben. Spielerisch ist das Spiel natürlich über jeden Zweifel erhaben, wenn ihr auf Musou-Spiele mögt. Die Eigenheiten der Reihe hat das Entwicklerteam bestens integriert und besinnt sich auch auf den erzählerischen Stil in Form von animierten Dialogen. Sobald ihr aber die Story abgeschlossen habt, ist der Spaß vorbei. Die Item-Drops sind nämlich zufällig und wenn ihr nach einem bestimmten Gegenstand für ein Upgrade sucht, dann kann das im Zweifelsfall dauern. Und dann stellt sich derselbe Frustfaktor ein wie auch schon in Hyrule Warriors. Kurzum: Fire Emblem Warriors ist ein sehr gutes Spiel, das aber an zu wenigen Inhalten scheitert.

Kommentar hinterlassen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Spamschutz *