First Strike: Final Hour (PC) Test


Wie fühlt es sich wohl an, einer Nation den Krieg zu erklären? Und sie kurz darauf mit einer atomaren Interkontinentalrakete dem Erdboden gleich zu machen? Wie viele Megatonnen Sprengstoff setzt ihr mit einer Trident-Rakete frei? Und wie viele Menschenleben kostet eigentlich ein bis zum theoretischen Ende geführter Atomkrieg? All diese Fragen konnten Mobile-Spieler schon mit First Strike beantworten, dem Spiel in dem ihr einen Atomkrieg über den gesamten Erdball nachspielt. Nun ist der Titel als Umsetzung auch für den PC erschienen, was uns natürlich an den Test-Rechner ruft. Wie sich die Atom-Simulation aus Schweizer Hause auf dem PC schlägt, verrät der Test zu First Strike: Final Hour.

First Strike: Final Hour – Kein fairer Start

First Strike: Final Hour ist recht kurz zu erklären. Ihr spielt einen globalen Atomkrieg aus der Sicht einer Nation eurer Wahl. Ziel ist es alle gegnerischen Nationen dem Erdboden gleich zu machen beziehungsweise sie zu annektieren. Anfangs müsst ihr euch dementsprechend für eine Start-Nation entscheiden, was Einfluss auf die Schwierigkeit des Spieles nimmt. Wer mit den USA startet, hat die besten Karten. Mit Nordkorea wird es am heftigsten. Einmal im Spiel seht ihr wie die Welt, inklusive eurer Nation, in einzelne Sektoren unterteilt ist. Unbesiedelte Sektoren könnt ihr besetzen, um zu expandieren und besetzte Sektoren, nun ja, könnt ihr mit Atomschlägen angreifen. Ihr könnt nicht nur, ihr müsst sogar, denn Angriff ist in First Strike: Final Hour die einzige und beste Variante, um voran zu kommen. Dafür stehen euch Mittelstrecken– und Interkontinentalraketen zur Verfügung, sowie einige Superwaffen, die im späteren Spielverlauf entwickelt werden können.

First Strike: Final Hour

Damit euch nicht das Schicksal widerfährt, das ihr für eure Gegner geplant habt, gilt es sich gut zu verteidigen. Ihr könnt beispielsweise ein Satellitenwarnsystem erforschen, das euch vor ankommenden Angriffen warnt. Diese könnt ihr dann mit euren Marschflugkörpern vom Himmel pflücken, damit euch nichts geschieht. Vom Umfang her recht übersichtlich bieten die spielerischen Optionen dennoch viel Tempo und fordern euch Einspielzeit ab. Denn jeder Sektor bekommt (im Idealfall) eigene Aufgaben zugeteilt, wie beispielsweise Waffen zu produzieren, zu forschen oder benachbarte Sektoren einzunehmen. So müsst ihr ziemlich fleißig auf dem Globus herumklicken, um gleichzeitig Angriff, Abwehr, Forschung und Expansion unter einen Hut zu bringen.

First Strike: Final Hour – Ein beschwerlicher Weg

Ob ihr eure Gegner durch aggressive und schnelle Expansion bezwingt oder durch die absolute Zerstörung bleibt letztlich euch überlassen. Letzteres gelingt vor allem durch den Einsatz der First Strike: Final HourSuperwaffen, die am Ende des Technologiebaumes stehen und eine verheerende Wirkung entfalten. Waffen wie die Trident-Rakete (Quasi drei Atomraketen gemeinsam) oder die Radium-Bombe sorgen für eine immense Zerstörung und bringen euch ein gutes Stück weiter an euer Ziel – effektvolle Explosionen mit inbegriffen. Sehr zynisch dabei: Sobald ihr eine Nation dem Erdboden gleich macht und auch am Ende des Spieles gibt es aufschlussreiche Statistiken über eure Zerstörungswut. Wie viele Megatonnen Sprengstoff wurden eingesetzt im Krieg? Wie viele Menschen starben dabei? Dass die Zahlen in irrsinnige Höhen geraten kann man sich denken. Und dennoch: Auch wenn First Strike: Final Hour ein kurzweiliges actionreiches Spiel ist, verweile ich zwischendurch und frage mich ob die Entwickler hier nicht tatsächlich den Irrsinn eines solchen Szenarios anprangern wollten.

First Strike: Final Hour – PC-Umsetzung light

First Strike: Final HourIm Vergleich zur Mobile-Version wurden ein paar Kleinigkeiten geändert. Nun könnt ihr beispielsweise diplomatische Beziehungen pflegen. Da diese sich aber auf ein Bündnis beschränken, was meist keine zehn Minuten anhält, hätte man eigentlich auch drauf verzichten können. Abgesehen davon ist das Spiel solide umgesetzt und auf den PC angepasst worden, so dass die Steuerung flott von der Hand geht und ein paar schnellen Feierabend-Runden Atomkrieg nichts im Wege stehen – außer vielleicht dem eigenen Gewissen.


Fazit:

Philipp Kleidt First Strike: Final HourFirst Strike konnte bereits mobil überzeugen, First Strike: Final Hour tut es nun auf dem PC. Ob man wirklich virtuell einen Atomkrieg führen möchte bleibt jedem selbst überlassen, aber die nüchterne Darstellung und die zynische Auswertung geben genug Hinweise darauf, dass die Entwickler sich der Problematik des Themas durchaus bewusst sind. Wer sich nicht daran stört ein solches Szenario in Kauf zu nehmen, bekommt lockere Echtzeit-Kost mit einer geringen Einstiegshürde, kurzen Rundenzeiten und schnellen, unkomplizierten Spaß.

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...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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