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Ghost Recon Wildlands (PS4/PC/Xbox One) Test

Ghost Recon Wildlands

7

Ghost Recon Wildlands (PS4)

7.0/10

Ghost Recon Wildlands (PC)

7.0/10

Ghost Recon Wildlands (Xbox One)

7.0/10

Pros

  • Bildhübsche Spielwelt
  • Viel zu entdecken
  • Gelungener Koop für vier Spieler
  • Starke KI…
  • Knackige Missionen…
  • PC mit zahlreichen Grafik-Optionen
  • 1440p auf PS4 Pro

Cons

  • Server-Probleme frustrieren
  • Spielwelt bietet viele Wiederholungen
  • Story schwach inszeniert
  • …wenn sie gerade keine Aussetzer hat
  • … insbesondere wenn man mit KI-Mitspielern unterwegs ist

Man nehme eine Open World in einem schönen Gebiet dieser Welt, fülle sie mit unzähligen Gegnern, Missionen, Nebenmissionen, Collectibles und ein bisschen oberflächlicher Handlung und heraus kommt: Ein großartiges Ubisoft-Open-World-Spiel. Oft wurde in der Vergangenheit die „Ubisoft-Formel“ für Open World-Spiele kritisiert und doch findet sie immer wieder Anwendung und auch Zustimmung seitens der Käufer. Auch mit dem neuen Ghost Recon Wildlands weicht Ubisoft etwas vom taktischeren Stil der älteren Teile ab und driftet in Richtung Open World-Actionspiel. Mit an Bord ist der essentielle Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Wir haben uns für euch nach Bolivien begeben und berichten von vorderster Front über den Spezialeinsatz gegen die Drogenbarone.

Ghost Recon Wildlands – Ein netter Aufhänger

Ghost Recon WildlandsDie Rahmengeschichte von Ghost Recon Wildlands ist schnell zusammengefasst: In Bolivien hat sich der herrschende Drogenbaron zum quasi-Monarchen hochgearbeitet und tyrannisiert nun mithilfe seiner Unterbosse das gemeine Volk. Für das Spezialteam der Ghost Recon-Einheit gilt es also, den Bösewicht mitsamt seiner Untertanen auszuschalten. Passend zum Open World-Prinzip regiert jeder der Unterbosse ein bestimmtes Gebiet auf der Karte. Im Laufe des Spiels nehmt ihr also immer mehr der Spielwelt ein und erweitert eure Möglichkeiten, gegen die Bösewichte vorzugehen. Mehr muss zu der Handlung eigentlich nicht gesagt werden, denn weder ihr eigentlicher Verlauf, noch die halbherzige Inszenierung bleiben lange in Erinnerung. Man kann hier erwähnen, dass Ubisoft bereits im Vorfeld davon sprach die Handlung weniger in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen wolle man mehr auf Spieler-Momente alá GTA V Online setzen. Dennoch wird klar: Hier wurde geknausert.

Ghost Recon Wildlands – Das KI-Problem

Ghost Recon Wildlands ist nicht so taktisch wie seine Vorgänger ausgefallen. Und schon die waren nicht so taktisch wie Rainbow Six. Dennoch hebt sich auch Wildlands klar vom gewöhnlichen Shooter-Einerlei ab. Rambo-mäßig in Gegnergruppen zu rennen ist auch hier nicht sonderlich smart. So werden gerade Neulinge in den ersten Spielstunden oftmals große Augen machen, wie schnell die Gegner ihnen doch den Garaus machen können.

Ghost Recon WildlandsEin Grund dafür ist neben der taktischen Komponente auch die meist gelungene KI der Soldaten. Abgesehen von gelegentlichen Aussetzern können sich die Bösewichte ziemlich gut zur Wehr setzen und sind – sobald ihr sie erst einmal alarmiert – nur schwer in den Griff zu bekommen. Doch der wahre Grund für den Schwierigkeitsgrad steckt im Koop-Modus. Wer hier einmal mit einem kommunizierenden Team unterwegs war, merkt sofort: Ghost Recon Wildlands ist ganz klar auf Teams ausgelegt. Ihr solltet also idealerweise mit ein paar Freunden unterwegs sein und per Headset kommunizieren. Tut man das erst einmal, fallen auch die Kämpfe nicht mehr so schwer und die vorher noch kaum beherrschbaren Gegner erscheinen plötzlich ganz menschlich und fehlerbehaftet.

Natürlich kann man sich die Frage stellen, wie es im Koop mit dem Spielinhalt und möglichen Überschneidungen aussieht. Aber da Ghost Recon Wildlands dermaßen riesig ist und Unmengen an Inhalten bietet, findet sich an sich immer etwas zu tun. Doch gerade diese Größe und dieser spielerische Umfang sind auch ein Problem des Spiels. Denn wie schon in einigen vergleichbaren Titeln hat man schnell das Gefühl, in einer generisch gefüllten Spielwelt unterwegs zu sein. Ja, es gibt immer etwas zu tun, aber es fühlt sich auch oft gleich an. Entweder ihr knallt alle Gegner ab, haltet einen Posten oder infiltriert eine Basis. Habt ihr als Team einmal den Dreh raus, spult ihr Mission um Mission ab. Unterbrochen werdet ihr nur von kleinen Ausflügen zu Collectibles oder ähnlichem. Tatsächlich ist die häufigste Unterbrechung der Missions-Routine ein Server-Ausfall seitens Uplay, der gehört nämlich auch gefühlt routinemäßig hinzu.

Ghost Recon Wildlands – Optischer Leckerbissen mit hohem Hardware-Hunger

Grafisch macht Ghost Recon Wildlands einen sehr guten Eindruck. Vor allem auf dem PC bekommt ihr zahlreiche Optionen, um alles aus eurer Hardware zu holen. Dabei setzen die Entwickler auf eine praktische VRAM-Angabe, die euch deren Auslastung angibt. Wenn ihr beispielsweise mit einer GTX 970 unterwegs seid, dürft ihr fast alles auf Ultra stellen. Zumindest bis die 4 GB an VRAM ausgelastet sind. Sofern ihr mehr als 4 GB VRAM euer Eigen nennt, ist sogar alles auf „Ultra“ drin. Dann brilliert das Spiel mit einer ausgezeichneten Weitsicht und vielen optischen Spielereien. Für 4K und Ultra darf es dann aber schon mindestens eine GTX 1080 (TI) sein.

Auf Konsolen macht der Titel ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Die PS4 (Base) und Xbox One sehen gut aus, wenngleich die Microsoft’sche Konsole das Nachsehen hat. In 900p und mit Biegen und Brechen erreicht sie die 30 FPS. Auf einer PS4 bleibt es hingegen bei fast durchgehend stabilen 30 Bildern und 1080p. Indes schafft die PS4 Pro durchweg konstante 30 Bilder pro Sekunde und skaliert bis zu 1440p hoch. Wenn ihr keinen 4K TV habt, kommt ihr in den Genuss von Supersampling und einem ruhigeren Bild. Auf technischer Seite hat Ubisoft also eine gute Arbeit geleistet.

Fazit:

Es ist wirklich schwer Ghost Recon Wildlands mit einer definitiven Zahl zu bewerten, noch schwerer als bei anderen Titeln. Die Gründe dafür habe ich versucht im Test zu umreißen: Auf der einen Seite bietet das Spiel eine fantastische Spielwelt, in der es bei schönster Aussicht viel zu entdecken gibt. Das Ganze kann man auch noch im gut funktionierenden Koop zu viert erledigen, so dass die knackigen Missionen wirklich Spaß machen. Auf der anderen Seite stehen Bugs, Server-Ausfälle, einfallslose Wiederholungs-Elemente im Gameplay und eine uninspirierte und schwach inszenierte Story. Somit ist Ghost Recon Wildlands für einige Spieler vielleicht ein absoluter Kracher, für andere wiederum gar nicht zu gebrauchen.

Für mich persönlich ist Ghost Recon Wildlands ein großartiges Spiel. Gerne übersehe ich die Macken und erfreue mich stattdessen mit meinen Freunden an der bildhübschen Spielwelt, den gemeinsam gelösten Missionen und dem langsamen Einnehmen der Karte. Dennoch sehe ich die Fehler, auch wenn ich sie subjektiv ignorieren kann. Ghost Recon Wildlands leidet an einigen bekannten Kinderkrankheiten des Genres und schwächelt auch noch was die Serverstabilität angeht. Insbesondere letzteres, aber auch die allgemein etwas dünne Präsentation verwehren dem Titel eine höhere Wertung, auch wenn viele Spieler sicherlich große Freude an dem Spiel haben werden.

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Ist seit 2014 Redakteur bei Spieletester.de

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