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Hakuoki: Kyoto Winds (PS Vita) Test

Hakuoki: Kyoto Winds

7

Hakuoki: Kyoto Winds

7.0/10

Pros

  • Überraschend wendungsreiche, unterhaltsame Haupthandlung
  • Famos gezeichneter Anime-Stil
  • Einige Charaktere heben sich positiv vom Genre-Standard ab…
  • Viele unterschiedliche Handlungsstränge…

Cons

  • …die meisten der 12 sind aber typisch überzeichneter Anime-Einheitsbrei
  • …die aber oft genug Verwirrung stiften können
  • Komplettes Fehlen des zweiten Akts deutlich spürbar

Bereits zig Umsetzungen und Remakes der Hakuoki-Spiele haben über die Jahre hinweg ihren Weg auf die unterschiedlichsten Systeme gefunden. In diesem Fall heißt das Motto klar „Romance sells“. Zumindest wenn es nach der großen japanischen Fangemeinde geht. Denn mit dieser Otomo-Reihe oder auch Maiden-Games wagt sich Idea Factory nun auch mal wieder in den europäischen Markt vor und möchte zumindest die Frauenherzen der Spielerschaft höher schlagen lassen. Schließlich geht es in eben jenen Spielen vorrangig um die romantische Beziehungen eines weiblichen Protagonisten zu überaus reizvollen Jünglingen im typisch überzeichneten Anime-Stil. Ob auch hierzulande Spielerinnen und mögliche Spieler ob der dargebotenen Liebschaften aus Fernost dahinschmelzen werden, erfahrt ihr in unserem Test zu Hakuoki: Kyoto Winds.

Hakuoki: Kyoto Winds – Feudaler Herzschmerz

Hakuoki: Kyoto WindsAnders als viele Vertreter dieses Visual Novel Sub-Genres bringt ihr nicht das Blut neuzeitiger Junggesellen in Wallung, sondern müsst euch im historischen Japan zu Zeiten des Shogun und der Shinsengumi mit altertümlichen Anschauungen und mysteriösen Erscheinungen herumschlagen. Speziell die Elitegarde des Shogun, die Shinsengumi, steht hier im Mittelpunkt. Eine Truppe bestehend aus über alle Maßen talentierten Schwertkämpfern die mit ihrem überdurchschnittlich guten Aussehen und der vollen Ladung fernöstlichen Testosterons erst einmal umgarnt werden wollen. So ein Saumrai-Herz öffnet sich nicht einfach mit ein wenig Augenklimpern. Generell spielen die romantischen Annäherungsversuche zwischen eurem alter Ego, einer jungen Schönheit aus der Provinz und den 12 Recken unüblicherweise nicht immer die erste Geige. Typisch für die Hakuoki-Reihe und in diesem Fall auch „Hakuoki: Kyoto Winds“ wird das Liebensgeplänkel von einer übergeordneten Haupthandlung umspannt, die überraschenderweise auch recht wendungsreich und somit unterhaltsam daherkommt.

Auf der Suche nach ihrem Vater gerät unsere Heldin eher notgedrungen in die Arme dieses wilden Samurai-Haufens. Als Retter in der Not wollen sie die junge Blume nicht aus dem Anwesen gehen lassen und so obliegt es nun euch, die Hintergründe der eigenen Vergangenheit, sowie jedes einzelnen Schwertschwingers im Haus zu erforschen. Dabei solltet ihr euch am besten direkt einer möglichen Beziehung zu genau einem Schönling widmen. Nur so könnt ihr gezielt einem der unterschiedlichen Handlungsstränge klar folgen und an dessen Ende das ganze Mysterium rund um euch, den Samurai und der Geschehnisse bezüglich eures verschollenen Vaters aufklären.

Hakuoki: Kyoto Winds – Nur der halbe Beziehungsstress

Hakuoki: Kyoto WindsDa es sich wie eingangs erwähnt, um ein Graphic Novel handelt, werdet ihr die Romanzen in Form von halb animierten, dafür aber eindrucksvoll gezeichneten Bildern und Textblöcken verfolgen. Lesefaule Naturen wird die rosarote Brille hier also schon früh heruntergerissen. Wer aber mit dem Genre vertraut ist, der kann sich voll und ganz den hübschen, teils aber auch arg stigmatisierten Jünglingen widmen. Es gilt dabei an vorgegebenen Stellen die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Beziehung zusehends zu festigen und neben dem „normalen“ Ende auch das für den jeweiligen Charakter  „wahre“ Ende freizuschalten. Indikatoren findet ihr dafür anhand eines Blütensymbols bzw. eines Annäherungsmeters, welche Ausschlag darüber giben, wie nahe euch der Angebetete wirklich steht. Erwartet indes keinen Sprint in die Kiste, was bei einem Otome-Spiel generell nie wirklich geschieht, sondern eher vorsichtiges Herantasten. Das mag zwar etwas näher der Realität erscheinen, streckt aber manche Handlungsstränge zu sehr.

Handlungsstränge sind auch das richtige Stichwort, denn jeder der Auserwählten hat seinen eigenen samt unterschiedlicher Ausgänge und Szenen. Manche sind dabei offensichtlicher, während andere deutlich schwerer zu finden sind. Nur wer aber die gesamte Geschichte verstehen möchte, für den gilt es sich nach dem ersten, rund zehn Stunden langen Durchgang, allen weiteren Szenarien zu widmen. Dabei ist es hilfreich frei entscheiden zu können, an welchem Punkt der Geschichte ihr erneut einsteigen wollt, um womöglich andere Entscheidungen zu treffen und anderen Junggesellen zu begegnen. Aufgrund der Vielzahl an Überschneidungen, Charakteren, Namen und teilweise nur leicht abweichenden Dialogen, kann das aber zu einer echten Geduldsprobe werden. Leider entschädigen nicht alle Samurai aus „Hakuoki: Kyoto Winds“ diesen Aufwand.

Zumal, und das ist noch viel wichtiger, nur die Hälfte der eigentlichen Haupthandlung erzählt wird. Die gesamte zweite Hälfte der Geschichte wurde auf ein nachfolgendes Spiel ausgegliedert, was letzten Endes für viele offene Fragen und lose Enden sorgt.


Fazit:

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich durchaus Einstiegsschwierigkeiten hatte. Das lag aber nicht wirklich am für dieses Genre doch untypisch feudalen Setting, sondern an dem Maiden-Sub-Genre an sich. Sich selbst in eine junge Dame auf der Suche nach der wahren Liebe hinein zu versetzen, ist für einen Mann in den frühen 30ern schon eine echte Herausforderung. Umso überraschter war ich, dass die Geschichte glücklicherweise weit mehr zu bieten hat, als das reine Daten von typisch überzeichneten Anime-Jungspunden mit Schwert unterm Arm. Viele Wendungen, interessante Charakterausprägungen einzelner Shinsengumi-Mitglieder und der famos gezeichnete Anime-Stil haben es mir dann doch genug angetan, um über den Dating-Charakter des Spiels oft genug hinwegsehen zu können. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass sich gerade Spielerinnen mit einem Faible für eben jenes Genre absolut in ihrem Element fühlen werden und dazu auch noch deutlich mehr geboten bekommen als seichte Flirterei mit heißen Anime-Boys. Nur das recht auffällige Fehlen des zweiten Aktes dürfte allen gleichermaßen sauer aufstoßen. Wollen wir also hoffen, dass der Nachfolger möglichst zügig erscheint.

... ist seit Februar 2011 freier Redakteur bei Spieletester.de. Er liebt Nintendo-Produkte und besitzt auch privat eine Wii U sowie einen 3DS. Vor allem Donkey Kong, Kirby und Co haben es ihm so richtig angetan.

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