Hearthstone: Knights of the Frozen Throne (PC) Test

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Hearthstone: Knights of the Frozen Throne

Hearthstone: Knights of the Frozen Throne
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Hearthstone: Knights of the Frozen Throne

7/10

Pros

  • Sehr gute Kartenkonzepte
  • Direkte Interaktion mit gegnerischer Hand/Deck
  • Todesritter-Klassen mit zumeist guten Synergie-Effekten
  • Abenteuer kostenlos integriert

Cons

  • Spielerisch keine Neuheiten
  • Arena für den Moment extrem frustrierend wegen fehlender Synergie-Karten
  • Gute Karten hinter Epics und Legendaries versteckt
  • Grafik-Glitch bei Todesritter Anduins Heldenfähigkeit

Mit Hearthstone: Knights of the Frozen Throne beweist Blizzard, dass sie die Eier dazu haben, frühere Konzepte über den Haufen zu werfen. Wenn die Entwickler früher sagten „Wir wollen nicht, dass Spieler mit dem Deck des Gegenübers spielen“, so gilt dies nicht mehr. Zerstört gegnerische Karten, klaut sie regelrecht permanent aus deren Deck oder vernichtet sämtliche 1-Mana-Karten. Die neue Erweiterung verspricht anders zu sein als alles zuvor. Doch ist sie das wirklich? Das und ein wenig mehr erfahrt ihr im Test!

Während Quests als Aushängeschild die vorherige Erweiterung, Journey to Un’Goro, dienten, so sind es diesmal die Heldenkarten für alle neun Klassen des Spiels. Dabei könnt ihr euch die Todesritter-Karten als Abwandlung von Jaraxxus und Ragnaros (via Majordomo) vorstellen – nur ohne Malus. Spielt ihr eine der Todesritter Heldenkarten, dürft ihr euch nicht nur über 5 Rüstung, sondern auch einen zumeist extrem mächtigen Battlecry sowie eine starke Heropower freuen. Druiden beispielsweise bekommen die Wahl aus zwei 1/2 Spinnen mit dem „Poisonous“-Tag oder 1/5 Skarabäen. Wenn ihr Fandral Staghelm auf dem Board habt, gibt es beide Versionen. Die neue Heldenfähigkeit der Druiden liest fortan: Erhaltet +3 Angriff oder +3 Rüstung. Mit Fandral gibt es natürlich beides.

Während Druiden so ziemlich im Mittelfeld der Todesritter-Karten stehen, haben Magier oder Schamanen richtig gelitten. Thralls Todesritter-Karte ist maximal nutzlos, wenn ihr das Board nicht besitzt, da der Battlecry alle eigenen auf dem Board befindlichen Minions um 2 Mana-Kosten (wie Evolve) verbessert. Die neue Heldenfähigkeit ist Evolve auf eine Karte auf dem Board. Magier dagegen bekommen Water Elementals mit Lifesteal (nun ein eigenes Stichwort).

Hearthstone

Die vermutlich beste Todesritter-Karte befindet sich dagegen in den Händen der Warlocks. Für 10 Mana beschwört ihr sämtliche gestorbenen Dämonen. Als neue Heldenfähigkeit gibt es drei Schaden auf ein beliebiges Ziel plus Lifesteal. Und damit kommen wir auch zu einem der größten Design-Entscheidungen seitens Blizzard: Forcierte Synergien.

Hearthstone – Wer x spielt, muss y zwangsläufig wählen

Mit Ausnahme von Druiden und vielleicht noch Magiern sind alle Klassen auf einen bestimmten Deck-Typ festgelegt, wenn sie ihre Todesritter-Karte verwenden. Warlocks müssen Dämonen spielen, selbst wenn sie nicht sonderlich effektiv sind. Ansonsten ist die 10-Mana-Karte de facto nutzlos. Krieger müssen Rotface oder andere Karten spielen, die davon profitieren, wenn sie Schaden nehmen oder andere Minions jenen erhalten. Gut, im Falle von Execute oder Frothing Berserker tun sie das zumeist ohnehin. Es gibt aber viele neue, relativ ineffiziente Karten, die aber genau diesen Typ fördern.

HearthstoneUnd dieses Synergie-Spielchen führt vor allem in der Arena zu massiven Balancing-Problemen. Wer eine Synergie-Karte wählt, hat keinerlei Garantie, die jeweils dazu passende zu erhalten. Nun mag man argumentieren, dass das zum Teil schon immer so war. Nun aber ist die Sache aber noch viel deutlicher als je zuvor. Und da hilft es nicht, dass zahlreiche Synergie-Karten in der Arena schlichtweg deaktiviert sind (Stand: 15. August 2017).

Nichtsdestoweniger gibt es auch allerhand sehr interessante Kartenkonzepte mit Knights of the Frozen Throne. Dazu zählen unter anderem Gnomeferatu für Warlocks (zerstört die oberste Karte im Deck) oder beispielsweise Corpsetaker. Letztere prüft, ob sich in eurem Deck Karten mit Taunt, Divine Shield, Lifesteal und Windfury befinden. Trifft eines, mehreres oder alles davon zu, erhält diese 4-Mana-Karte all diese Attribute. Paladine freuen sich also, wenn sie Wickerflame Burnbristle nicht erhalten, da Corpsetaker dann Taunt, Lifesteal und Divine Shield erhält. Ebenso freuen sich Schamanen über Windfury, Divine Shield und Taunt, wenn sie Al’Akir vorher nicht ziehen. Skulking Geist hingegen zerstört einfach alle 1-Mana-Karten in der Hand und im Deck – beider Spieler. Die perfekte Karte gegen Jade Druiden, wenn sie denn rechtzeitig gespielt wird.

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Hearthstone – Adventures nun kostenlos

HearthstoneEs gibt noch viele weitere Beispiele von Karten, die das Designspektrum des Spiels erweitern. Sie alle zu behandeln würde aber den Rahmen des Artikels sprengen. Deswegen will ich zum nächsten Punkt kommen – den Adventures. Mussten Spieler diese früher noch mit Gold oder Geld kaufen, gibt es sie nun kostenlos. Passend zum Lich King Thema dürft ihr diesmal in die Eiskronenzitadelle und dort gegen bekannte Feinde aus dem Warcraft’schen Universum antreten. In der ersten Woche gab es einen Encounter gegen den Lich King selbst sowie gegen Uther als Todesritter Jaina. Der erste Flügel umfasst Marrowgar, Deathbringer Saurfang sowie Lady Dwathwhisper. In allen Fällen hat Blizzard sich selbst auf die Schippe genommen und viel Humor reingebracht.

Die Bosskämpfe selbst sind durchaus kreativ gestaltet und lassen nichts an der Qualität früherer Abenteuer vermissen. Umso besser, dass diese nun kostenlos sind. Als Belohnung winkt für den Einstiegskampf gegen Arthas bzw. Uther eine kostenlose Todesritter-Karte. Im Folgenden gibt es für den ersten Flügel eine Kartenpackung des neuen Sets.


Fazit:

Einerseits finde ich es gut, dass Blizzard mehr Mut zu gewagten Kartenkonzepten zeigt. Dass ich nun direkt mit dem Deck meines Gegners interagieren kann, ist gut. Wenn jetzt noch weitere Ideen aus anderen Kartenspielen ihren Weg in Hearthstone finden, etwa die Prophecy-Mechanik aus The Elder Scrolls Legend, dann wäre ich doch sehr zufrieden. Ebenfalls toll ist, dass die Abenteuer nunmehr kostenlos sind. Enttäuscht dagegen bin ich von den fehlenden echten neuen Mechaniken. Lifesteal? Gab es schon immer (siehe Drain Life). Heldenkarten? Gab es auch schon in Classic mit Jaraxxus. Richtige Neuheiten wie Quests oder früher Discover sind diesmal nicht dabei. Insofern entwickelt sich Hearthstone nicht weiter, sondern tritt auf der Stelle.

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