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Hunting Simulator (PS4) Test

Die Jagd kann ganz schön an den Kräften zehren. Nasskalte Wälder, stundenlanges Verharren und auf Beute warten. Geduld beweisen und am Ende durch einen vermasselten Schuss alle potentiellen Beutetiere verjagen. Wer sich den Frust ersparen, aber dennoch in den Genuss des Jagens kommen möchte, kann das schon seit Jahren virtuell machen. Mit Jagdsimulationen. Allerdings ist die Auswahl an Spielen sehr gering und auch qualitativ kann man nicht gerade von einem hochwertigen Konkurrenzkampf sprechen. Das wollte nun Bigben ändern und hat den Entwickler Neopica ans Werk geschickt, um mit dem Hunting Simulator frischen Wind ins Genre zu bringen. Wir haben uns bei schönstem Sonnenschein hinter verschlossenen Jalousien ans Werk gemacht und verraten im Test, ob sich die virtuelle Jagd für euch lohnt.

Hunting Simulator – Eins nach dem anderen

Hunting SimulatorIm Spiel stehen euch knapp zehn Jagdgebiete zur Verfügung, die eine große Bandbreite an landschaftlicher Abwechslung und Vielfalt bieten. Von Wüste und Regenwald über die Highlands und die Tundra bis hin zum klassischen Nadelwald ist alles vertreten, so dass die über 30 Tierarten auch ihrem echten Habitat entsprechend präsentiert werden können. Zu Beginn des Spiels heißt es aber erstmal: Klein anfangen und zwar in der Subalpine Mittelwestzone. Nach und nach spielt ihr dann die weiteren Gebiete frei, bis euch irgendwann die freie Auswahl zur Verfügung steht. Ähnlich läuft es mit den Waffen. Während anfangs lediglich eine simple Repetier-Büchse zur Verfügung steht, wird das Arsenal nach und nach aufgestockt und um klassische und auch ungewöhnliche Waffen erweitert. Vom gewöhnlichen Jagdgewehr über Schrotflinten bis hin zu Bögen und Armbrüsten bietet sich euch hier eine breite Auswahl. Durch Gimmicks wie besonderen Zielvorrichtungen lassen sich diese noch erweitern.

Der dritte Part bei dem es aufs Freispielen ankommt sind die Gegenstände, die ihr mitführen könnt. Mit praktischen Helfern könnt ihr so eure Umgebung sondieren, die Windrichtung anzeigen, euren Geruch maskieren oder Tierlaute nachahmen. Mit der Zeit wächst euer Jagdrucksack also an und vor jeder Mission stehen mehr mögliche Gegenstände und Waffen zur Verfügung.

Hunting Simulator – Klare Ziele

Hunting SimulatorDie „Kampagne“ spielt sich dabei an sich wie auch die freie Jagd. Ihr betretet ohne Rahmenhandlung das gewählte Gebiet und beginnt zu jagen. Der einzige Unterschied: Die Kampagne setzt euch Ziele, meist klare Jagdziele. Es gilt also ein bestimmtes Tier binnen eines Zeitlimits zu finden, zu erlegen und zu identifizieren. Dabei wird auch differenziert wie groß das erlegte Exemplar war und wie gut euer Schuss gelungen ist. Große Tiere und saubere Schüssen geben demnach deutlich mehr Punkte. Dadurch könnt ihr euch auch in einer Online-Rangliste mit anderen messen.

Bevor es ans Schießen geht, muss man allerdings erst einmal Geduld beweisen und Spuren suchen, Fährten lesen sowie auf die Lauer gehen. Die Tiere sind schreckhaft und ergreifen die Flucht sobald sie Gefahr wittern. Sie können euch hören, sehen und auch riechen, so dass auf viele Faktoren geachtet werden muss, um erfolgreich zum Ziel zu gelangen. Doch was in der Theorie nach Simulation und Jagdfreude klingt, entpuppt sich im Spiel dann doch ehr als Actionspiel mit kleinen Taktik-Elementen. Die KI der Tiere ist nicht gerade die Beste und das Zielen mit den Waffen deutlich zu einfach. So gelingen selbst auf hohem Schwierigkeitsgrad unvorstellbare Schüsse und es kommt selten eine Faszination auf, die mit einer echten Jagd zu vergleichen wäre.

Hunting Simulator – Kaputte Natur

Wer sich mit der Action-Ausrichtung anfreunden kann wird, spätestens bei der technischen Umsetzung wieder vor eine Hürde gesetzt. Denn der Hunting Simulator strotzt im momentanen Zustand nur so vor Bugs. Mal bleibt mein Charakter in der Luft hängen, ein anderes Mal sind Wege nicht betretbar. Und das alles wird garniert von regelmäßigen Abstürzen und einer grundsätzlich unsteten Framerate. Dass das Spiel darüber hinaus nur mittelmäßig aussieht, macht es nicht gerade besser.

Fazit
Ich kann nicht einschätzen wie groß die potentielle Fangemeinde eines Jagdsimulators ist. Aber ich denke mir, dass die Fans sich auf einen starken Simulations-Fokus freuen. Diesen vermisse ich leider bei Hunting Simulator. Das Spiel bietet mir zu wenig Simulation und zu viel Action. Richtiges Jagd-Flair kommt selten auf und die „Kampagne“ ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung von belanglosen Jagdzielen um die Illusion einer Progression im Spiel zu erschaffen. Die technischen Probleme runden das Gesamtpaket ab, so dass mit Hunting Simulator ein recht durchwachsener und mittelmäßiger Jagd-Shooter erschienen ist, den man nicht wirklich als ernsthafte Jagd-Simulation ansehen kann.
Gut
  • Große Vielfalt an Tieren, Gebieten und Waffen
  • Tiere können hören, riechen und sehen
  • Viele hilfreiche Gegenstände für die Jagd
Weniger Gut
  • Schwache KI
  • Schüsse auf große Distanz zu einfach
  • Kampagne künstlich aufgebauscht
  • Framerate-Einbrüche
  • Viele Bugs und Abstürze
  • Wenig Jagd-Atmosphäre
6
adäquat
Written by
...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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