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Hyrule Warriors: Definitive Edition Test (Switch/Wii U)

Koei Tecmo hat ein weiteres Spin-Off zu Dynasty Warriors im Gepäck. Und es könnte sogar das Beste seiner Art sein. Die Zelda-Lizenz hat eben einige sehr interessante Charaktere, Storylines und vor allem coole Örtlichkeiten zu bieten. Doch kann das funktionieren? So ein Zelda-Spiel mit Dynasty-Warriors-Mechaniken, die bekanntlich alles andere als tiefgründig sind? Die Antwort lautet: Ja! Aber auch Hyrule Warriors muss sich den typischen Problemen der Dynasty-Warriors-Reihe stellen.

Die Geschichte des Spiels dreht sich dabei natürlich um Zelda und Link, wie sollte es anders sein, die sich den Gefahren einer dunklen Macht stellen müssen. Ganondorf droht aus seinem Gefängnis zu entkommen und die Welt ins Chaos zu stürzen. Aus Spoilergründen will ich nicht zu viel verraten. Doch im Gegensatz zu Dynasty Warriors und Konsorten bekommt ihr eine durchaus nett erzählte Geschichte. Diese wird zwischen den Missionen durchaus befriedigend in Standbildern erzählt.

Simpel, aber effektiv

Die Kampagne des Spiels, genannt „Legend Mode“ bietet euch 18 Szenarien und dürfte rund sieben bis 15 Stunden lang unterhalten – je nachdem, wie lange ihr euch in den verschiedenen Missionen aufhalten wollt. Die Gebiete sind dabei sehr abwechslungsreich: Vom Hyrule Field direkt vorm Schloss Zeldas über die Faron Woods, The Valley of Seers bis hin zur Gerudo Wüste gibt es zahlreiche Örtlichkeiten aus vergangenen Zelda-Spielen. Darunter fallen Szenarien in der Geschichte von Twilight Princess, Ocarina of Time sowie Skyward Sword. Schade nur, dass Koei Tecmo im späteren Spielverlauf zu viele Gebiete einfach erneut als Schauplatz benutzt.

Falls ihr mit der Dynasty-Warriors-Reihe nicht ganz vertraut seid, will ich euch das Gameplay kurzerhand erklären: Es gilt verschiedene Basen einzunehmen, sodass ihr die gegnerischen Truppen in Schach halten könnt. Verschiedene Außenposten lassen zudem weitere Gegner erscheinen bis ihr diese schlussendlich einnehmt. Am Ende gilt es dann den Boss eines Szenarios zu besiegen – und das wird umso leichter, wenn euch sämtliche Posten sowie Basen gehören, weil ihr euch nicht um eure Hauptbasis kümmern müsst, die es immer zu verteidigen gilt.

Letzteres wird aber erst auf dem heroischen Schwierigkeitsgrad wichtig, ansonsten aber stellt keine der Missionen eine echte Herausforderung dar. Meistens reicht es auch einfach nur die vorgegebenen Ziele zu erfüllen. Dann aber wiederum verpasst ihr die Zelda-typischen Gimmicks wie Herzcontainer für mehr Leben, zahlreiche Items und so weiter und so fort.

Die Auswahl an Charakteren kann dabei natürlich nicht mit der aus Dynasty Warriors mithalten. Lediglich 13 Charaktere stehen euch zur Verfügung, doch allesamt sind Fanlieblinge. Link, Zelda, Sheik, Impa, Lana, Ganondorf (ja, den dürft ihr spielen!) und so weiter und so fort stehen euch zur Verfügung. Das Spielerlebnis ist trotz des stumpfen Kampfsystems, das auf einer Zwei-Button-Smash-Technik beruht, durchaus unterschiedlich. Allen voran Zelda trumpft durch eine zusätzliche Ressource auf, die alle anderen Charaktere nicht besitzen. Sie ist ohnehin mein Lieblingscharakter, wenngleich Link der stärkste im Spiel ist, da er das Master Schwert trägt, dessen Werte deutlich über denen aller anderen Waffen liegen.

Ihr levelt eure Charaktere auf und bekommt so mehr Angriffskraft, Lebenspunkte und lernt nach und nach weitere Fähigkeiten. Dafür braucht ihr spezielle Items, die von den Tausenden Gegnern fallengelassen werden. Die besten gibt es natürlich von Spezialbossen, diversen Minibossen und Außenposten-Wächtern. Gelegentlich findet ihr auch einige Waffen, die bestehende ersetzen. Im Basar könnt ihr danach beim Schmied verschiedene Klingen miteinander verschmelzen, sodass sich nicht nur deren Werte verbessern, sondern auch etwaige Waffen-Boni auf eine bessere übertragen werden.

Außerdem könnt ihr für eine ganze Menge an Rupees (die Währung des Spiels) zurückliegende Charaktere aufwerten, damit diese nicht zu stark im Level hinterherhinken. Beim Badge-Markt lernt ihr indes ein ganzes Repertoire an Angriffen, organisiert euch passive Verteidigungsboni und so weiter und so fort. Hyrule Warriors gewinnt seinen Reiz nicht etwa aus einem tiefgründigen Gameplay, sondern aus der Motivation, mehr und bessere Gegenstände zu finden. Und das funktioniert sehr gut!

Ein typsches Dynasty-Warriors?

Bisher wirkt alles nach einem ganz typischen Dynasty-Warriors-Spiel, das einfach nur Zelda-Skins aufgetragen bekommen hat. Und während das im großen Ganzen stimmt, so scheint hin und wieder auch die bekannte Zelda-Formel durch. Ihr bekommt nämlich einige der Schlüsselitems im Legend Mode zugesteckt (Pfeil und Bogen, Bumerang, Enterhaken, etc.). Mit denen könnt ihr nicht nur einige neue Passagen freischalten. Auch gegen die Zelda-typischen Bosse wie Gohma (eine Spinne aus dem Ur-Zelda), damit ihr eine bessere Chance habt.

Sehr nett ist übrigens auch eine Hommage an A Link to the Past und Link’s Adventure – der Adventure-Modus! Die Musik hierbei entstammt direkt aus dem zuerst genannten Klassiker. Die gesamte Oberfläche sieht so richtig nach Gameboy (Color) aus. Herrlich! Zwar könnt ihr kein waschechtes A Link to the Past spielen, da ihr nach Bestimmen einer Mission in den verschiedenen Feldern direkt wieder ins Hyrule-Warriors-Geschehen einsteigt. Jedoch sorgt dieser Modus sorgt für ein wenig Abwechslung und frischen Wind im ansonsten recht monotonen Gameplay. Außerdem könnt ihr hier zahlreiche Goodies und einige Charaktere freischalten. Es lohnt sich also!

Zu zweit macht es mehr Spaß?

Hyrule Warriors lässt sich übrigens auch zu zweit spielen, wenngleich nur im lokalen Koop-Modus. Einen Online-Bereich gibt es hingegen nicht. Spieler 1 nutzt dabei das Gamepad und muss auch auf diesen gucken. Während Spieler 2 den TV für sich alleine hat und entweder die WiiMote (nicht zu empfehlen) oder den Pro Controller verwendet. Der Koop offenbart allerdings auch ein Dilemma. Die Auflösung wird heruntergefahren und die Framerate bricht häufiger ein als noch im Solospiel. Ob dies an der frühen Version liegt, die wir erhalten haben, lässt sich derzeit nicht sagen.

Technisch dagegen macht Hyrule Warriors einen ganz guten Eindruck. Eine Grafikbombe ist nicht zu erwarten. Jedoch doch wirkt das Spiel in vielerlei Hinsicht besser als so mancher Dynasty-Warrior-Ableger auf der PlayStation 4 bzw. Xbox One. Während nämlich Warriors Orochi 3 Ultimate (Test kommende Woche) mit Pop-Ups und etwaigen Slowdowns zu kämpfen hat, gibt es solche Probleme im Solospiel bei Hyrule Warriors nicht. Akustisch bekommt ihr die volle Packung The Legend of Zelda geboten – eine Sprachausgabe fehlt, was euch nicht weiter wundern sollte.

Definitiv wieder spielenswert

Einige Jahre ist es her, dass Hyrule Warriors für die Wii U und dann als Legends auf dem 3DS erschienen ist. Mit der Switch Version gibt es nun den dritten Auftritt in einer frischen Auflage. Mit der Definitive Edition gibt es einmal alles aus den beiden Versionen vereint. Das bedeutet insgesamt 29 spielbare Charaktere sowie jede bekannte Karte und Mission. On top gibt es sogar neue Kostüme für Link und Zelda im Stil von The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Das ist noch nicht alles, denn die Neuauflage ist dank der Switch schneller als die Wii U Version. Zusätzlich wurde die Grafik noch einmal aufpoliert, damit es dem neuesten Standard gerecht wird.
Wer also die Mischung aus Zelda und Dynasty Warrior im neuen Gewand ausprobieren will sollte schnellstens zu seiner Switch greifen. Natürlich lässt sich das Spiel auch mit einem Freund/in spielen. Also ran an die Controller!

Fazit
Ich habe mich während der rund 20 Stunden, die ich mit Hyrule Warriors verbracht habe, des Öfteren gefragt, warum ich so viel Spaß habe. Am Gameplay kann es definitiv nicht liegen, denn stumpfer als das geht es kaum. Zwei Buttons sowie einer für meinen Spezialangriff. Gelegentlich (eigentlich nur gegen Volga) ausweichen und schon ist der Drops gelutscht. Es ist vielmehr das The-Legend-of-Zelda-Flair, was hier nebst der zahllosen Items die Motivation vorantreibt. Wenn zur Action die berühmte Hyrule-Melodie erklingt, werdet ihr quasi mitgetrieben und versinkt in einem Meer von Gegnern, die binnen Sekunden in Rubinen aufgehen. Der Adventure-Modus sowie das gute, aber zugegeben kleine, Repertoire an Helden machen Hyrule Warriors am Ende zu einem der besseren Spin-Offs von Dynasty Warriors. Und trotzdem gilt auch hier das altbekannte Sprichwort, das ich eigentlich nie benutzen will, es aber wie die Faust aufs Auge passt: Genre-Fans greifen zu, alle anderen spielen Probe.Switch Fazit: Der Titel ist in seinem neuen Gewand genau das, was ihr erwartet und vereint das Beste aus "zwei" Spielen für die Switch. Falls ihr es noch nicht getestet habt, ist jetzt eure Chance.
Gut
  • Gelungene Mischung aus Zelda und Dynasty-Warriors...
  • Ladezeiten wurden verbessert
  • Grafik sieht deutlich besser aus
  • Umfasst alle Inhalte aus der WIi U und 3DS Verion
Weniger Gut
  • Recht simples Gameplay
  • Sprachausgabe nicht vorhanden
7
solide
Written by
Sina ist Redakteur und Social Media Manager bei Spieletester.de seit 2015.

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