Inazuma Eleven Strikers

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Nachdem durchaus bahnbrechenden Erfolg von Inazuma Eleven für den Nintendo DS (2011; in Japan bereits 2008), wurde nicht nur eine Anime-Serie produziert, die einige Erinnerungen an Kickers oder auch „Die tollen Fußballstars“, sondern auch ein Wii-Spiel, dessen Ursprung sehr schnell sehr deutlich wird. Lohnt sich denn die Wii-Version, die leider stark kastriert wurde im Vergleich zur DS-Fassung?

Ähnlich wie das Spiel Mario Strikers: Charged Football geht es in Inazuma Eleven Strikers sehr actionreich zur Sache. Leider aber wirft der Titel sämtliche RPG-Elemente des DS-Titels über Bord und bleibt im Grunde genommen ein seelenloser Kick mit viel Action und Charakteren sowie Charme, den die Serie ausgemacht hat. Immerhin sind die rund 200 Spezialfähigkeiten und 150 unterschiedliche Kicker geblieben. Im Kern geblieben ist der Clubhaus-Modus, quasi die Karriere des Spiels, wo ihr um Sieg oder Niederlage spielt. Hört sich plump an, ist es leider auch. Freies Spiel, Turnier und Minispiele dominieren im Übrigen das restliche Aufgebot an Spielvariationen, wobei das Wort „Variation“ sehr weit gegriffen ist, da es sich im Prinzip immer um dasselbe dreht.

Im Clubhaus-Modus trainiert ihr eure Mannschaft, spielt im Pokale, ändert diverse Aufstellungen sowie die taktische Spielweise und, man lese und staune, führt Spielertransfers durch. Leider aber hat sichs dann auch schon mit den Rollenspiel-Elementen des Spiels, denn wirklich tiefgründig wird der Titel nicht. Könnte man die Spezialfähigkeiten mancher Spieler erst freischalten, indem sie häufig gesetzt werden, hätte ich dem Titel noch etwas Tiefe zugesprochen – so aber bleibt der ganze Spaß unglaublich oberflächlich.

Wenn Charme das Alleinstellungsmerkmal ist

Wie die Überschrift inzwischen vermuten lässt, hat man es beim Gameplay offenbar auch nicht ganz auf die Reihe bekommen, einen ordentlichen Kicker auf die Beine zu stellen. Das Design ist hierbei noch so der größte Pluspunkt, denn man erkennt sehr schnell viele bekannte Gesichter aus dem Anime bzw. dem DS-Spiel und grundsätzlich wirkt die Atmosphäre durchaus charmant. Viele der abgefahrenen Spezialfähigkeiten erinnern auch an die Inazuma-Kicker aus der Serie – etwa der fliegende Kaiserpinguin. Ein echter Spielfluss kommt während des Matches aber leider nicht zusammen.

Das liegt nämlich an den viel zu häufig eingeblendeten Sequenzen, die das Spielgeschehen unterbrechen. Fast jeder zweite oder dritte Angriff wurde mit einem Defensiv-Konter der Gegner gestoppt – irgendwie frustrierend. Die Laufanimationen der Kicker wirken darüber hinaus unglaublich holprig und wenig elegant – das hat man schon bei Mario Strikers besser hinbekommen. Generell leidet das Spiel am üblichen Wii-Kantenflimmern. Das andere große Problem stellt die Steuerung dar, denn diese gibt sich allzu oft sehr ungünstig. Spielerwechsel funktionieren nur selten in der Hitze des Gefechts, wodurch eure Spieler häufiger mal nicht dort stehen, wo ihr sie gerne hättet.

Und so kommt das sehr zweischneidige Spielerlebnis auch zustande: Einerseits wissen der Charme und das durchaus gelungene Design des Spiels zu gefallen, andererseits mangelt es doch massiv am Spielgefühl und vor allem an Spieltiefe. Der Charme des Animes wird gut eingefangen, zweifelsohne, doch die ganzen Unterbrechungen stören den Spielverlauf ungemein, wodurch zu keiner Zeit ein flüssiges Spielerlebnis geboten wird.

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