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Jagged Alliance: Rage! (PC) Test

Erneut versuchen sich die Entwickler und Publisher an einem neuen Spiel aus der Jagged-Alliance-Reihe. Seit den glorreichen Tagen von Jagged 2 (1999), konnten seine Nachfolger ihm nicht das Wasser reichen,trotz genialer Vorlage. Sei es Back in Action, Crossfire oder Flashback. Im folgenden Test werdet ihr nun lesen können, wie sich das neue Jagged Alliance: Rage! geschlagen hat.

Jagged Alliance: Rage! – Vom Versuchskaninchen zum Inselretter

Jagged Alliance: Rage!Die zwei wohlbekannten Söldner (Dr. Q und Grunty), werden für Designerdrogen als Versuchskaninchen auf einer Tropeninsel gefangen gehalten. Doch sie konnten diesem Schicksal ein Schnippchen schlagen, da ein weichherziger namenloser Wissenschaftler dieses elend nicht mehr länger mit ansehen konnte und somit den zwei Söldnern ihre Freiheit schenkt. Dazu beschafft er ihnen außerdem noch Ausrüstung. Gut ausgestattet beginnt ohne weiteres der Inselbefreiungskampf, wir sagen: vive la resistance!

In Jagged Alliance: Rage! richtet sich der erbitterte Kampf gegen einen Drogenbaron, der sich seine Söldner zu willenlosen Marionetten geformt hat. So genannter Baron ist Elliot, welcher im zweiten Teil der Reihe “Geschenke” an Deidranna Reitman überbringen durfte und jede menge Bestrafungen dafür kassiert hat. Anschließend an dieses geschehen lernt man noch einige Rebellen und Einwohner kennen, welche die Unterdrückung durch den Drogenbaron und seine Soldaten leid sind. Viel mehr Geschichte und Handlung kann man leider in diesem Teil leider auch nicht erwarten, trotz des guten Ansatzes. Die Inszenierung des Ganzen ist ebenfalls nicht gut gelungen, denn die Dialoge aus der Standard-Perspektive, die Kamerafahrten und on top die spärlichen Charakterporträts wollen einfach nicht begeistern.

Allerdings , ist immerhin eine deutsche Sprachausgabe vorhanden, die zwar nicht durchweg perfekt ist, aber im guten Mittelfeld seinen Anteil hat. Leider hat man auch bei den Figuren die Liebe zum Detail vergessen und die versuchten Überzeichnungen im comicstil wirken sehr billig. Darüber hinaus fühlt es sich so an, als ob die Entwickler an den falschen Stellen gespart haben.

Jagged Alliance: Rage!

Jagged Alliance: Rage! – Die gute alte A.I.M.-Truppe

Jagged Alliance: Rage!Die zwei Söldner, die am Anfang aus dem Drogenversuchslabor befreit werden, darf man sich vorher aussuchen. Aus den A.I.M.-Archiven stehen sechs bekannte Figuren zur Verfügung: Dr. Q Huaong, Iwan, Shadow, Raven, Vicki und Grunty. Weitere Figuren aus dem Jagged-Alliance-Universum kehren leider nicht zurück. Einen eigenen designbaren Charakter vermisse ich ebenfalls. Im späteren Spielverlauf des Guerilla-Befreiungskampfes vergrößert sich das Zweier-Team; alle Figuren kann man jedoch nicht auf einmal mitnehmen.

Jeder Söldner verfügt über individuelle Stärken und Schwächen: Iwan ist zum Beispiel ein Alkoholiker mit Schrumpfkopf. Deshalb muss man ihn regelmäßig mit Fusel versorgen – dafür richtet dieser Gigant höheren Nahkampfschaden an und dient für seine Kollegen als lebende Deckung. Grunty ist ein Experte für Feuerstöße, hat jedoch weniger Lebenspunkte und leidet unter hohem Blutdruck (Herzanfallrisiko bei hoher Wut). Shadow kann Wurfmesser für Stealth-Kills nutzen und seine „getarnten Kills“ sind definitiv lautlos, dafür ist er Bluter und anfällig für Entzündungen bei Verletzungen.

Durch die Unterschiede ergeben sich keine Vor- und Nachteile bei den taktischen Gefechten und manche Söldner-Kombinationen sind sinnvoller als andere, was wirklich ein guter und lobenswerter Ansatz ist. Allerdings fehlt es dafür an der Interaktion zwischen den Söldnern im eigentlichen Spielgeschehen, welche irgendeine Verbundenheit und tiefe zu den verschiedenen Charakteren aufbauen sollte.
Der Runden- Modus ist leider auch eher nervig, als spaßig gestaltet. Die Feuergefechte finden ausschließlich im Runden-Modus statt, selbst Kampflose Szenen, wo nur miteinander gesprochen wird, muss auf Kosten des jeweiligen Söldners agiert werden. Daher wird hier wirklich schmerzlich die Echzeit-Fortbewegung vermisst.

Ein System was bei Mutant Year Zero: Road to Eden wunderbar funktioniert hat. Selbst die Laufwege des Feindes müssen auf nervige weise in diesem Modi beobachtet werden. Alles in diesem Dauer Runden- Modus ist schlichtweg nervig, wo einfach alles eine enorme menge an Geduld fordert, wie das in Stellung bringen der Söldner oder das Looten. Eher langeweile wie Spielspaß.

Fazit
Alles in einem ist es ein eher ein enttäuschender Titel, welcher sich eher wie ein Handyspiel spielt. Trotz guter Ansätze, sollte man diese Reihe endgültig abhaken, da eine Rückkehr zu den Wurzeln schier unmöglich ist und wieder absolut falsch angegangen wurde. Es wäre wirklich schön gewesen wenn dieser Titel ein gelungener Nachfolger wäre, aber dieser bringt eher unzufriedenheit und frust bringt wie alles andere. Daher lieber Finger weg von diesem Teil der Reihe.
Gut
  • Neue spannende Handlung
  • Zurück zu den Wurzeln
  • Neue Charaktere
Weniger Gut
  • Oberflächen fühlen sich unfertig an
  • Runden-Modus nervt
  • Grafiken wirken billig
  • Geschichte hat Potenzial geht aber nicht in die Tiefe
4
Spielbar

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