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Life is Strange: Before the Storm Episode 1 (PS4) Test

Life is Strange gehört zweifelsfrei zu meinen Lieblingsspielen dieser Generation. Es ist vielmehr als nur irgendein Teenie-Drama oder Zeitreisen-Klimbim. Es behandelt schwere Themen wie den Verlust der Geliebten und wie man mit diesem Schmerz umgehen kann. In der Rolle von Max, mit der die Identifikation sehr einfach fiel, hatte Dontnod einen Volltreffer gelandet. Für Life is Strange: Before the Storm aber setzt das externe Studio, Deck Nine Games, auf die Punker-Dame Chloe. Wer das Original kennt weiß bereits, dass auch sie eine verdammt schwere Vorgeschichte hat. Und wie diese aussieht, erfahren wir in „Before the Storm“. Wie sich die erste Episode spielt, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Person gesprochen. Was sich zunächst nach einer kitschigen Liebesgeschichte anhört, passierte vor Zeiten der Smartphones sogar noch halbwegs regelmäßig. Und auch in Life is Strange: Before the Storm trifft Chloe Price auf die – im Original – mysteriöse Rachel Amber. Im ersten Teil galt sie bereits als vermisst, sodass es umso spannender sein wird herauszufinden, was ihr widerfahren ist. Rachel ist, wie man im englischsprachigen Volksmund sagt, „Down to earth“ und extrem liebenswert. Sie ist quasi das Popsternchen in der Schule. Der Unterschied zu Chloe könnte also kaum größer ausfallen.

Life is Strange: Before the Storm

Life is Strange: Before the Storm – Stille Wasser sind tief

Doch schon früh in der ersten Episode wird klar: Da steckt noch viel mehr dahinter. Warum befindet sie sich in einem dubiosen Pub? Und wieso lässt sie sich alsbald auf eine Schlägerei ein? Da ist definitiv sehr viel mehr im Busch und das gute, alte Sprichwort „Stille Wasser sind tief“ trifft hier voll zu. Mehr als das will ich aber auch gar nicht zur Story des Spiels verraten. Deck Nine Games hat nämlich einen fabelhaften Job abgeliefert und erzählt eine wahnsinnig spannende Geschichte. Zudem lerne ich endlich mehr über Rachel kennen – all meine Wünsche sind daher bereits in Erfüllung gegangen.

Life is Strange: Before the StormWenn ihr meine Vorschau gelesen habt, dann wisst ihr auch bereits, dass Deck Nine Games sich das „Backtalk“-Feature ausgedacht hat. Das ist kein lahmer Ersatz für die fehlende Zeitreise, sondern eine natürliche Weiterentwicklung der Dialoge aus dem Original. Dennoch muss ich Before the Storm merklich ankreiden, dass es viel weniger Komplexität hat. Liegt es vielleicht daran, dass das Original sämtliche Ausgänge vorgibt und die Entwickler gar nicht so viel Spielraum hatten? Deswegen fehlt es mitunter auch an Überraschungen. Lediglich das Schicksal von Rachel dürfte die einzige echte Überraschung sein.

Dennoch schafft es Life is Strange: Before the Storm ein authentisches Drama zu sein. Keine der gezeigten Szenen hat auf mich den Eindruck der Unglaubwürdigkeit gemacht. Ich fühlte mich daher sehr schnell in die Welt von Chloe und Rachel hineingesogen. Ich selbst war früher – als ich noch jung war™ – eher rebellischer Natur. Umso leichter fiel mir also die Identifikation mit Chloe und ihren Motiven. Nichtsdestoweniger bin ich überzeugt davon, dass Deck Nine Games einen fantastischen Job darin geleistet hat, die beiden Hauptcharaktere so liebenswürdig wie möglich zu machen.


 

Fazit
Wenn man böse sein will, dann könnte man sagen, dass Life is Strange: Before the Storm eigentlich nur noch ein Teenie-Drama ohne irgendwelche Spezialitäten ist. Doch damit verschließt ihr gleichermaßen die Augen vor der Wirklichkeit. Before the Storm befasst sich mit sehr wichtigen Themen, genau wie das Hauptspiel. Die Entwicklung der noch jungen Chloe könnte sich innerhalb der folgenden zwei Episoden (plus Bonus-Episode) zum eigentlichen Star mausern. Und dann ist da noch Rachel, der ich ungemein viel Potenzial zuspreche. Ihr merkt: Ein echtes Fazit zu ziehen nach nur einer drei Stunden kurzen Episode ist verdammt schwer. Hat mir die Rückkehr nach Arcadia Bay gefallen? Definitiv! Und ich kann den Release von Episode 2 gar nicht abwarten. Daher vergebe ich auch zunächst eine vorsichtige 8.
Gut
  • Spannendes Drama
  • Gut gemachte und subtile übernatürliche Mini-Ereignisse
  • Starker Soundtrack
  • Authentische Charaktere und Darstellung derer
  • Backtalk als natürliche Erweiterung der Dialoge …
  • Knifflige Entscheidungen …
Weniger Gut
  • … wobei einige Dialoge nicht sonderlich durchdacht wirken
  • Animationen gelegentlich sehr steif
  • … die aber noch keine Auswirkungen auf den Spielverlauf haben
8
Gut
Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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