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Life is Strange – Episode 2: Out of Time

Ich hatte schon mit der ersten Episode meinen Spaß und freute mich daher sehr auf Episode 2. Vor allem aber war ich gespannt, wie sich meine Entscheidungen im Spielverlauf auswirken würden, denn das wurde nur ganz kurz angerissen, als ich vor wenigen Monaten in Hamburg war, um Episode 1 zu spielen. Jetzt aber hat Entwickler Dontnod endlich Episode 2: Out of Time veröffentlicht und ich bin wieder in die Rolle von Max geschlüpft.

Wer Life is Strange als typisches Teenie-Drama abstempelt, macht einen großen Fehler, denn trotz der jugendlichen Charaktere werden hier sehr erwachsene Themen aufgegriffen, die so nur sehr selten bis gar nicht in Videospielen zum Ausdruck gebracht werden. Mobbing, Depressionen, sozialer Ausschluss und so weiter und so fort spielen eine ganz erhebliche Rolle. Ja, sogar Selbstmordgedanken werden hier besprochen. Life is Strange versteht sich vielmehr als waschechtes Drama, das in Episode 2 zudem noch gut eingestreute Mystery-Elemente besitzt.

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Life is Strange – Auf der Suche nach Rachel Amber

Episode 2 setzt natürlich genau da an, wo Episode 1 aufhört. Max hat eine Vision dessen, was mit der idyllischen Stadt passieren wird, doch das ist nicht ihre einzige Sorge, denn Rachel Amber ist nach wie vor verschwunden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Chloe versuchen sie Rachel in bester Detektivarbeit aufzuspüren. Popkulturelle Anspielungen in den zahlreichen und mitunter sehr guten Dialogen dürfen natürlich nicht fehlen. Mir gefällt vor allem die Dynamik der beiden Mädchen unglaublich gut. Entwickler Dontnod schafft es nämlich, jederzeit sehr gut zu vermitteln, dass sie langjährige Freunde sind und auf den jeweils anderen bauen können.

Auf dem Weg zum Ziel müsst ihr natürlich wieder diverse Entscheidungen treffen, die wiederum gewaltige Auswirkungen auf die nachfolgenden Episoden haben. Bereits in Episode 2 gibt es die Konsequenzen mancher Ereignisse aus Episode 1 zu sehen und ich war durchaus verblüfft, in welchem Umfang die Entwickler solche Dinge stattfinden lassen. Ganze Menschenleben können durch unscheinbare Dinge beendet werden! Der „Butterfly Effect“ schlägt zu. Sicher ist: Bei den Story-relevanten Entscheidungen handelt es sich keineswegs um vorgegaukelte Interaktivität, sondern um eure Wahl, die Storyline maßgeblich zu bestimmen. Weiter so, Dontnod!

Optisch wie auch akustisch gibt es im Grunde genommen nichts zu meckern. Das in Episode 1 beklagte unpersönliche Verhalten von Max besteht auch in Episode 2, sodass sich nicht immer eindeutig sagen lässt, wie ernst sie eine Situation gerade sieht. Die von mir getestete Xbox-One-Version des Spiels litt darüber hinaus unter kleinen Einbrüchen in der Framerate, sodass die 30 Bilder pro Sekunde nicht immer gehalten wurden. Doch das soll dem ansonsten tadellosen Art-Design nicht im Wege stehen.

Life is Strange – Bisherige Tests im Überblick:

 

Fazit
Life is Strange – Episode 2: Out of Time ist eine gelungene Fortsetzung eines bereits starken Auftakts. Zu schade, dass nun wieder mehrere Wochen ins Land einhergehen, bis ich endlich erfahren kann, wie es denn nun weitergeht. Die Charaktere bekommen noch mehr Farbe, die Geschichte wird atmosphärisch und sehr detailliert erzählt und die Auswirkungen meiner Entscheidungen zeigen bereits erste Konsequenzen. Zum Teil sogar schockierende! Entwickler Dontnod ist auf einem sehr guten Weg. Vielleicht erwarten mich ja in Episode 3 auch endlich mal etwas komplexere Rätsel. Wünschenswert wäre es zumindest!
8
Gut
Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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