Life is Strange – Episode 5: Polarized

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Endlich ist das Finale von Life is Strange da und ich konnte den Release kaum abwarten. Ich zählte die Stunden und machte mich sofort nach Freischaltung auf, um die Reise von Max und Chloe endlich zu einem – hoffentlich – guten Ende zu führen. Doch wie es das Leben oftmals so will: Am Ende verlieren eben doch alle. Die fünfte Episode ist der Höhepunkt, auf den Entwickler Dontnod in den vergangenen Monaten so akribisch hingearbeitet hat und ich für meinen Teil lehne mich zurück und denke mir: Eigentlich haben sie mir als Spieler einen Spiegel vorgesetzt. Und nun sitze ich hier und reflektiere meine Taten. Gedanken. Das Leben ist für wahr seltsam.

An dieser Stelle will ich klipp und klar sagen, dass ich nicht ohne Spoiler bezüglich Episode 4 auskomme. Wenn ihr Life is Strange bisher also gar nicht gespielt habt, solltet ihr vielleicht bis zum Fazit springen.

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Mit Zeit spielt man nicht

Das Abenteuer von Chloe setzt natürlich das aus den vorherigen Episoden fort und so findet ihr euch in der Gewalt von Mr. Jefferson in seinem Dark Room. Es gilt, zu entkommen und ihn zu überführen. Das schafft ihr mithilfe von Fotos, die der psychisch kranke Lehrer von euch macht. Durch Zeitreisen gelangt ihr zu wichtigen Ereignissen und könnt die Realität einmal mehr manipulieren. Das ist wiederum die große Stärke des Spiels, dessen Gewicht am Ende so richtig auf euch fallen wird. Ihr springt zwischen verschiedenen alternativen Zeitlinien und sorgt für ein massives Chaos im Universum.

Entscheidungen trefft ihr allerdings keine mehr, denn der Fokus von Polarized liegt vielmehr auf Max, die ihre übernatürliche Kraft kennenlernt und ihre Beziehung zu Chloe. Sämtliche Entscheidungen, die ihr in den ersten vier Episoden getroffen habt, ziehen spätestens jetzt ihre Konsequenzen nach sich. Euch werden die Taten vorgehalten und die Effekte, die das zur Folge hatte. Es ist dabei unglaublich fantastisch zu sehen, wie viel Liebe ins Detail die Entwickler reingesteckt haben. Selbst kleinste Dinge wirken sich auf den Verlauf dieses Flashbacks aus und regen natürlich dazu an, das Spiel erneut durchzuspielen und ein weiteres „Was wäre wenn“-Szenario aufzubauen. Und als ich am Ende eine allerletzte Entscheidung treffen musste, war ich emotional am Boden. Es spricht Bände, wenn mich ein Spiel so sehr mitreißt und mitfühlen lässt – Entwickler Dontnod hat eine fabelhafte Arbeit abgeliefert.

Was mir darüber hinaus auch sehr gut gefallen hat an der fünften Episode, waren die stilistischen Mittel. Optisch war Life is Strange „früher“ noch sehr bunt, farbenfroh. Alles wirkte irgendwie sorglos, doch irgendwo da draußen schlummerte das Ungewisse. Nun aber wirkt alles grau, trist, ja gar traurig. Welt und Handlung verschmelzen und auf dem Bildschirm wird das Ausmaß der Achterbahn der Gefühle richtig gut wiedergegeben.

Technisch und spielmechanisch gibt es keine Neuerungen in Episode 5. Die PS4-Version leidet nach wie vor unter kleinen Framerate-Problemen, die das Gesamtbild aber nicht stören. Spielerisch arbeitet ihr natürlich vermehrt mit der Rückspulfunktion, wobei alle anderen Features außen vor gelassen werden.

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[blockquote cite=”Adam Smieja”]Life is Strange gehört für mich zu den besten Spielen dieses Jahres. Es passiert sehr selten, dass mich Videospiele so mitreißen und mir einen Spiegel vorhalten, der mich dazu bringt, Erlebnisse zu reflektieren. Was wäre, wenn ich mich anders verhalten hätte? Lassen sich Taten überhaupt rückgängig machen und was ist der Preis dafür, wenn ich es tun könnte? Life is Strange liefert eine Antwort darauf, die niemandem gefallen dürfte. Sie wird aber absolut logisch präsentiert. Es gibt kein richtig. Kein falsch. Und am Ende frage ich mich: Ist wirklich alles Geschehene endgültig? [/blockquote]

Wertung:

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