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Little Witch Academia: Chamber of Time (PS4) Test

Im Test macht Little Witch Academia: Chamber of Time für PlayStation 4 sehr deutlich, dass es sich vor allem an Fans des Anime richtet. Das fängt bei der japanischen Sprachausgabe an, geht über den charmanten Look des Spiels bis hin zu den ausgefallenen Dialogen und Eigenheiten des riesigen Charakter-Rosters. Und wenn ihr euch fragt, ob auch diejenigen etwas mit dem Action-RPG anfangen können, die sich mit Little Witch Academia gar nicht auskennen, so rate ich euch, den Artikel zu lesen!

Die Geschichte des Spiels lehnt sich an den Anime an. Ihr übernehmt die Rolle von Atsuko (im Spiel der Einfachheit „Akko“ genannt). Sie ist Schülerin der Luna Nova Magical Academy und aufgrund ihres fehlenden magischen Hintergrunds des Öfteren gegenüber anderen Schülern benachteiligt. In Little Witch Academia: Chamber of Time muss sie sich aber einem ganz speziellen Problem stellen, das viele Film-Fans bereits aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und „Edge of Tomorrow“ kennen. Sie erlebt nämlich ein und denselben Tag immer und immer wieder. Grund dafür ist die titelgebende „Chamber of Time“. Nachdem Akko mutwillig – oder unwissend – ein Siegel brach, muss sie alle Ereignisse andauernd in einer Endlosschleife wiederholen.

Was sich storytechnisch banal anhört, ist aber eine ganz nette Aufmachung für ein durchaus netten Plot, der jedoch verhältnismäßig lang braucht, um wirklich in Fahrt zu kommen. Mit magischen Schlüsseln können Akko und ihre Freundinnen verschiedene Dungeons betreten, in denen sie auf Monster treffen und weitere Hinweise auf die Reparatur der Zeitkammer erlangen. Euch dämmert es vielleicht schon – Little Witch Academia: Chamber of Time wirkt mit der Zeit arg repetitiv.

Little Witch Academia: Chamber of Time

Little Witch Academia: Chamber of Time – Déjà-vu

Spielerisch bietet Little Witch Academia: Chamber of Time allerhand zu tun, schließlich gilt es extrem viele verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Eigenheiten zu managen. Zu Beginn wählt ihr schon aus fast einem Dutzend Heroinnen. Alle haben aber eines gemeinsam: Das Horoskop für Magie-Angriffe teilen sie sich. Sobald ihr also einen Zauberspruch ein Mal gelernt habt, könnt ihr diesen jeder Heldin zuweisen. Die Zuweisung erfolgt auf sechs Slots, wobei ihr im Kampf via L1 bzw. L1+R1 auf jene zugreift.

Und hier muss ich auch sogleich meckern: Die Steuerung wirkt oftmals völlig überladen. Selbst nach 20 Spielstunden ist es mir des Öfteren passiert, dass ich eine Ausweichrolle (L1) gemacht habe anstatt meinen Magieangriff (L1+Dreick/Kreis/Viereck). Die Dungeons funktionieren übrigens in bester klassischer Street Rage-Art – ihr lauft von links nach rechts und müsst in jedem Teilgebiet alle Monster besiegen, um voranschreiten zu dürfen. Gelegentlich gibt es Abzweigungen, die zu „geheimen“ Räumen führen, wo zusätzliche Schätze auf ihren Entdecker warten. Und am Ende eines Dungeon steht ein zumeist cooler und bildschirmfüllender Bosskampf auf dem Plan.

Little Witch Academia: Chamber of TimeWährend die Kämpfe gegen das „Fußvolk“ sehr einfach ausfallen, weil ihr neben der Magie auch starke, mittlere und schwache Standard-Attacken einsetzen könnt, die ohne Verbrauch der Magie-Punkte einhergehen, so stellen euch die Bosse später im Spiel vor eine gehobene Herausforderung. Sobald ihr nämlich ein größeres Repertoire an Magie besitzt, müsst ihr die Schwächen eines Bosses erkennen, denn nur so nehmen sie dann auch tatsächlich Schaden. Das Dungeon-Layout ist je nach eingesetztem Zugangsschlüssel immer gleich, die Bosse selbst aber zumeist unterschiedlich. Wiederholte Spaziergänge können sich also für besondere Gegenstände durchaus lohnen.

Little Witch Academia: Chamber of Time – Zeiteinteilung erforderlich

Abseits der Dungeons steht euch der gesamte Campus zur Verfügung. Dabei gilt es im Verlauf des Spiels zwangsläufig die zahlreichen Nebenmissionen anzunehmen, um so an wichtige Infos zu kommen. Wenn ihr etwa zu Beginn nach einem magischen Schlüssel sucht, müsst ihr mehrere Aufgaben absolvieren. Sobald ihr einige erledigt habt, bekommt ihr das gesuchte Objekt. Dabei rangieren die Aufgaben von simplen „Finde Person X“ oder „Gib mir Gegenstand Y“. So richtig spannend sind die ganzen Mini-Events nicht.

Dafür aber lernt ihr mehr und mehr über die Charaktere kennen. Little Witch Academia: Chamber of Time lebt nämlich von den zahllosen Interaktionen mit den Protagonistinnen. Wenn ihr zu Beginn des Spiels die wichtigsten Heroinnen kennenlernt, könnt ihr eine kurze Rückblende aktivieren. Dann zeigt euch das Spiel Szenen aus dem Anime, die euch als Stütze dienen sollen, warum Akko etwa Lotte kennt. Auf diese Art und Weise können auch komplette Neulinge einen guten Einstieg ins Spiel erhalten.

Little Witch Academia: Chamber of TimeUnendlich viel Zeit habt ihr aber nicht für die meisten kleinen Quests, denn täglich sitzt euch ein Zeitlimit im Rücken. Der Alltag der Schülerinnen an der Luna Nova Magical Academy ist nämlich fest verplant – trotz der Ferienzeit, in der das Spiel spielt. Um 12 Uhr trefft ihr also auf andere Kids als etwa um 14 oder 16 Uhr. Wenn ihr etwas verpasst, ist es aber nicht sonderlich tragisch. Da die Zeit sowieso zurückgedreht wird, könnt ihr am nächsten dasselbe nochmal erledigen. Doch Obacht! Je mehr Schülerinnen sich eurem Chamber of Time Kreis anschließen, desto mehr entkommen dem ewigen Zeitlooping. Aufgrund der Simplizität der Aufgaben solltet ihr aber keine Probleme haben, alle davon rechtzeitig abzuschließen.

Little Witch Academia: Chamber of Time – Optisch zeitlos gut

Grafisch macht Little Witch Academia: Chamber of Time einen fabelhaften Eindruck. Wenn euch der Anime-Look des Spiels zusagt, dann werdet ihr zwischen dem Anime selbst und dem Spiel allerhand Ähnlichkeiten entdecken. Seien es die Animationen von Akko und ihren Freundinnen, die Räumlichkeiten bis hin zu verschiedenen Effekten. Die Entwickler haben sich ins Zeug gelegt, das Spiel genauso toll aussehen zu lassen wie den Anime. Und gelungen ist das allemal!

Little Witch Academia: Chamber of TimeBei der Sprachausgabe gibt es lediglich die japanische Tonspur zu hören, wobei die Sprecherinnen einen sehr guten Job leisten. Bei den Untertiteln stehen euch unter anderem Englisch, Deutsch, Spanisch und mehr zur Verfügung. Ein nettes Detail am Rande: Sämtliche Gespräche im Spiel sind vertont. Wenn ihr also der japanischen Sprache mächtig seid, könnt ihr auf die Untertitel gänzlich verzichten. Abstellen lassen sie sich allerdings nicht.

Little Witch Academia: Chamber of Time erhält zum Release am 15. Mai auch einen Mehrspieler-Modus. Diesen konnte ich während meiner Testzeit leider nicht spielen. Grundsätzlich aber soll es möglich sein, offline sowie online in einer Party mit bis zu drei Spielern durch die Dungeons zu streifen. Im Online-Modus könnt ihr jedoch nur den Infinite Dungeon spielen. Zudem stehen euch diverse PvP-Kämpfe zur Verfügung, die ihr im 1vs1 spielt. Insgesamt stehen euch fünf verschiedene Modi zur Verfügung (Höchster Punktestand, meister Schaden, die meiste Beute und so weiter und so fort).

Fazit
Little Witch Academia: Chamber of Time ist ein gutes Spiel, in dem es sehr viele Möglichkeiten gibt, seine Charaktere unterschiedlich auszulegen. Wenn ihr Akko als magische Glaskanone bauen wollt, könnt ihr das genauso tun wie sie als Tank zu spielen. Doch am Ende vom Tag muss ich sagen: Das Spiel ist vielmehr eine Liebeserklärung an Fans. Seien es die liebevoll gestalteten Anime-Sequenzen, die zahlreichen und mitunter ausschweifenden Gespräche mit den Protagonistinnen oder aber die Story. Alles richtet sich vornehmlich an Fans. Unwissende Action-RPG-Fans werden sich definitiv am geringen Schwierigkeitsgrad, der repetitiven Art und allen voran an der überladenen Kampfsteuerung stören. Kurzum: Spielerischer Tiefgang wird hier eher klein geschrieben.
Gut
  • Alle Charaktere voll vertont
  • Superbe Anime-Sequenzen
  • Schicke Effekte
  • Zahlreiche Collectibles
  • Charaktere lassen sich stark individualisieren
  • Bosskämpfe opulent in Szene gesetzt
  • Rückblicke helfen Neulingen ins Spiel zu finden
Weniger Gut
  • Steuerung zu überladen
  • Dungeons zu einfach
  • Zu wenig Abwechslung bei Dungeons
  • Quests wenig kreativ
  • Arg repetitiver Spielverlauf
7
solide
Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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