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Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen (3DS) Test

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

8

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

8.0/10

Pros

  • Charmante Geschichte mit witzigen Charakteren
  • Abwechslungsreiches Leveldesign
  • Optisch frisch, aber nah an Vorlage
  • Verbessertes Handling für die Navigation in der Spielwelt
  • Schergen-Saga: Findet Bowser!

Cons

  • 3D-Effekt des 3DS nicht genutzt
  • Starke Vereinfachung des Kampfgameplays

Die berühmten Klempner-Brüder von Nintendo sind vielbeschäftigte Burschen. Wenn man alle Soloauftritte, Sportspektakel und andere Ableger des großen Mario-Universums abzieht, bringen es auch die gemeinsamen Rollenspielauftritte auf mittlerweile fünf Iterationen. Der Erstling kommt nun als Remake Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen für den Nintendo 3DS in den deutschen Handel. Welche Herausforderungen nun auf Mario und Luigi warten und welche Abenteuer die Diener von König Bowser erleben, verrate ich euch in meinem Test!

Mario & Luigi: Superstar Saga – Rückkehr ins Bohnenland

Bildmaterial aus dem Intro von Mario & Luigi: Superstar Saga für Nintendo 3DSKernstück von Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen stellt selbstverständlich das Remake des 2003 für den Gameboy Advance erschienenen Mario & Luigi: Superstar Saga dar. Nach abenteuerlichen Reisen durch die Zeit, in den Körper ihres größten Widersachers oder in die Traumwelt von Luigi sowie einer Begegnung der zweidimensionalen Art kehrt Nintendo nun also in Bohnenland zurück. Prinzessin Peach empfängt eine royale Delegation aus dem Nachbarkönigreich, doch anstelle von Kaffee und Kuchen gibt es wieder einmal nur Zwietracht. Die Besucher entpuppen sich als Hexe Lugmilla sowie ihr Diener, der stotternde Krankfried, die Peach ihre liebliche Stimme stehlen. Vor allem Bowser ist sehr erbost über diesen fremden Frevel an seiner Herzensdame und schleift Mario sowie dessen Bruder Luigi mit sich nach Bohnenland.

Statt der diebischen Hexe ihre verdiente Abreibung zu verpassen, stürzt das Klempnerduo mitsamt des Bowser-Flugschiffs über Bohnenland ab, welches unter dem Terror von Lugmilla leidet. Mario und Luigi reisen im 17 bis 20-stündigen Rollenspiel durch das benachbarte Königreich, um nicht nur Peachs Stimme wiederzubekommen, sondern auch das Land aus den knorrigen Fingern der Hexe zu befreien. Dabei folgt die Handlung des Remakes im Großen und Ganzen dem Original, weswegen der Spieler auch wieder auf zahlreiche verrückte Charaktere, ein in der Wüste gesunkenes Schiff oder eine Weihnachtskrabbe treffen wird. Mario & Luigi: Superstar Saga zeigt sich davon wie alle Teile der Reihe von seiner sympathischen Seite und garniert manche Szene mit der typischen Situationskomik. Denn als wäre der Schrecken Lugmillas nicht genug, sorgt zusätzlich die Anwesenheit der beiden Berühmtheiten aus dem Pilzkönigreich für den ein oder anderen skurrilen Moment.

Mario & Luigi: Superstar Saga – Nintendo nimmt uns an die Hand

Bildmaterial aus Mario & Luigi: Superstar Saga für den Gameboy Advance

Bildmaterial aus dem GBA-Klassiker

Während die Handlung und die Spielwelt weitestgehend dem Advance-Klassiker entliehen sind, findet sich im Rest von Mario & Luigi: Superstar Saga auf dem Nintendo 3DS eine ganze Reihe von Änderungen wieder. Wie bereits aus den Ankündigungstrailern bekannt war, verbesserte Nintendo die Optik des Spiels und ergänzte sie mit zusätzlichem 3D-Lighting, wodurch die Figuren im Spiel weitaus plastischer wirken. Auch die Oberwelt wirkt nun farbenfroher und weitaus detaillierter als auf dem Gameboy Advance. Zwar wäre der Nintendo 3DS sicherlich zu grafisch höherer Leistung fähig, der verwendete Artstyle bildet allerdings durch seine Nähe zum Original eine Brücke zwischen der Vergangenheit des Originals und der Gegenwart der Mario & Luigi-Reihe.

Bildmaterial aus Mario & Luigi: Superstar Saga für Nintendo 3DS

Vergleichsbild aus dem 3DS-Remake

Durch den zweiten Bildschirm des Nintendo 3DS lässt sich Mario & Luigi: Superstar Saga weitaus komfortabler steuern, als im Original. Während der Reise durch das Bohnenland erlernen die beiden Klempner verschiedene Sprung-, Hammer- und mystische Fähigkeiten, die sich nun nicht nur mit den Schultertasten wechseln, sondern auch über den zweiten Bildschirm direkt auswählen lassen. Auch ein Doppelsprung – also ein Hüpfer von Mario und Luigi gleichzeitig – war im Original nur durch einen gleichzeitigen Druck von A und B möglich. Im Remake gibt es diese Option nun mit der X-Taste. Allerdings steigert nicht nur die Tastenbelegung den Komfort von Mario & Luigi: Superstar Saga.

Alternativ zu den Bewegungsfähigkeiten lässt sich auf dem unteren Bildschirm auch eine Karte von Bohnenland einblenden, die sich nach und nach einblendet. Diese Karte markiert dabei auch den nächsten Zielort mit einem gelben Pfeil und der Spieler kann eigenständig Pins auf der Karte verteilen, die ihn an eventuelle Ereignisse oder Orte erinnern. Dies können Gebiete sein, die erst mit anderen Fähigkeiten erreichbar sind und an denen sich ein sammelbares Musikstück oder eine Bohne versteckt hat.

Mario & Luigi: Superstar Saga – Mehr als eine Erleichterung im Kampf

Diese Änderungen helfen bei der Navigation und bügeln Fehler des Klassikers aus. Andere Änderungen hingegen sorgen dafür, dass Mario & Luigi: Superstar Saga für den Nintendo 3DS weitaus einfacher geworden ist. So steht dem Spieler jederzeit frei, vom normalen Modus auf den einfachen Modus zu schalten. In diesem werden Mario und Luigi stärker, während gleichzeitig die Gegner weitaus schwächer werden. Diesen einfachen Modus braucht der Spieler allerdings unter normalen Umständen nicht, weil auch ohne Grinding das Rollenspiel keine große Herausforderung bietet.

Bildmaterial aus Mario & Luigi: Superstar Saga für Nintendo 3DSDie Gründe lassen sich in den zahlreichen Veränderungen innerhalb des Kampfsystems finden. Mario und Luigi haben einerseits ihre Standardangriffe wie den Sprung, den Hammer oder die Hand (Feuer bei Mario, Blitz bei Luigi). Andererseits interagieren sie anhand von Brüderangriffen miteinander, bei denen optimales Timing das A und O darstellt. Als visuelles Feedback erscheinen bei einem solchen Angriff klare, sich schließende Kreise. Dies war im Gameboy Advance-Klassiker noch nicht der Fall. Ebenfalls neu hinzugekommen sind die Demos, die jederzeit innerhalb eines Kampfes zu einem Brüderangriff verfügbar sind. Der Spieler kann so die Brüderangriffe so lange trainieren, wie er will.

Spieler, die es noch leichter haben möchten, können jederzeit die Brüderangriffe in einen optionalen, leichten Modus wechseln. Die einzusetzenden Brüderpunkte werden dann zwar höher, das getimte Drücken von A oder B fällt dann allerdings komplett weg. Das Ausweichen funktioniert zwar weiterhin durch das Lernen der Bewegungsmuster des Feindes. Allerdings hat der Spieler nun zusätzlich die Wahl die X-Taste drücken. Dann gehen Mario und Luigi in eine geduckte Haltung, kassieren einen Treffer und erleiden weitaus weniger Schaden.

Mario & Luigi: Superstar Saga – Geld und Items im Überfluss

Optisch ebenfalls sehr hilfreich im neuen Mario & Luigi: Superstar Saga sind auch die leicht veränderten Details der Bosskämpfe, wodurch sich bereits auf den ersten Blick Resistenzen entdecken oder der jeweilige Zustand des Bosses erahnen lassen. Auch die Item-Vergabe im Anschluss an die Kämpfe scheint sich weitaus spendabler zu zeigen als im Original, denn Heilpilze, Sirupe oder ähnliche Gegenstände brauchte ich über die gesamte Spielzeit nicht kaufen. Stattdessen sammelte ich mir schon früh einen großen Berg Münzen an, für die ich keinerlei Verwendung fand. Auch die optionale amiibo-Unterstützung hilft unter Umständen mit neuen, teilweise mächtigen Gegenständen aus. Bereits früh im Spiel bekam ich mit meinem Woll-Yoshi-amiibo für Luigi eine Hose spendiert, die seine Geschwindigkeit so in die Höhe trieb, dass ich sie nie mehr entfernt habe. Die zusätzlichen Stempel, die ein amiibo freischaltet, haben keinen spielerischen, sondern lediglich einen Sammlerreiz.

Bowsers Schergen – Klein, aber oho!

Seid ihr eine Weile mit Mario und Luigi durch das Bohnenland spaziert, schaltet sich eine kurze Sequenz und damit einhergehend das zusätzliche Spiel Schergen-Saga: Findet Bowser! frei. Und soweit vorab: Ich würde mir sehr wünschen, wenn das kleine Strategiespiel ähnlich wie Captain Toad: Treasure Tracker groß herauskommen darf. Während Mario & Luigi: Superstar Saga “nur” das Remake eines knapp 14 Jahre alten Spiels darstellt, bekommen wir mit dem zusätzlichen Modus ein simples, aber dafür sehr spaßiges Spiel geboten. Dieser Modus alleine rechtfertigt den Kauf!

Bildmaterial aus Schergen-Saga: Findet Bowser! für Nintendo 3DSDer zusätzliche Modus Bowsers Schergen ist ein Strategie-Spiel, welches eine parallele Geschichte zu den Abenteuern der Brüder erzählt. Der Absturz, der auch den Brüdern Kummer bereitete, trennte auch die Diener Bowsers voneinander. Ein einzelner Gumba, welcher sich doch sehr einsam fühlt, entdeckt auf der Suche nach seinen Kumpanen, dass sein König in höchster Gefahr schwebt. Darum versammelt er mit jeder Mission weitere Schergen um sich, die in Form von Achtergruppen in offenen Gefechten gegen Feinde antreten. Die einzelnen Truppenmitglieder gehören dabei einer von drei Fraktionen an: den Stürmern, den Schützen und den Fliegern. In typischer Schere-Stein-Papier-Methodik haben dabei die einzelnen Fraktionen Vorteile gegenüber anderen. Bildlich gesprochen: Stürmer überrumpeln Schützen, Schützen nehmen Flieger besser aufs Korn und Flieger überfallen Stürmer.

Bowsers Schergen – Auf die Mischung kommt es an

Das Spiel ist unterteilt in mehrere Kapitel, in denen ihr einzelne Missionen mit steigender Herausforderung auswählen könnt. Am Ende jedes Kapitels wartet ein Bosskampf mit einzigartigen Truppenanführern auf euch. Euer eigener Trupp besteht dabei aus einem Kommandanten, der mit Zwischenrufen das Geschehen auf dem Schlachtfeld beeinflusst, sowie sieben frei aus eurer Armee gewählten Schergen. Jeder Scherge hat dabei ein eigenes Level und eventuell auch Sonderfähigkeiten, die sich im Kampf bezahlt machen. Bowsers Schergen sind allerdings nur in einer festen Einheit stark. Habt ihr für die jeweilige Mission ein falsches oder zu schwaches Team zusammengestellt, könntet ihr im Grunde vorab die weiße Flagge hissen.

Bildmaterial aus Schergen-Saga: Findet Bowser! für Nintendo 3DS

Jede Mission besteht aus mehreren Wellen, die euch jeweils durch einen individuell zusammengestellten Trupp dargestellt werden. Deren Zusammenstellung und Truppenstärke erfahrt ihr bereits im Vorfeld, um euch gut vorbereiten zu können. Ihr gewinnt eine Mission allerdings nur, wenn eure Schergen jede einzelne Welle überstehen. Glücklicherweise werden auf dem Schlachtfeld gefallene Kameraden nach jeder Welle wiederbelebt, um erneut an eurer Seite zu stehen und zu kämpfen. Die Interaktion des Spielers wird dabei lediglich auf die optionalen Zwischenrufe des Kommandanten, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, sowie vereinzelte und gut getimte Attacken eurer Kämpfer beschränkt. Euer Schergentrupp kämpft ansonsten komplett selbstständig. Gewinnt ihr eine Mission, erhalten die am Kampf beteiligten Schergen Erfahrungspunkte und eventuell fallen Bohnen für einen zusätzlichen Erfahrungsboost ab. Zudem gewinnt der Spieler zusätzliche Mitglieder vom Wegesrand für den Trupp und schaltet weitere Missionen frei.


Fazit:

Eigentlich bin ich kein Fan von Remakes und unter normalen Umständen gäbe es trotz der sehr sympathischen Geschichte, die Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen bietet, und des tiefgründigen Rollenspiels als Grundlage für Kenner des Originals keine nachhaltigen Gründe für den Kauf. Die integrierten Erleichterungen öffnen das Spiel zwar für eine neue Spielerschaft, gelernte Mario & Luigi-Spieler allerdings werden sich streckenweise unterfordert fühlen.

Ja, wenn da nicht der Nachschub hinter dem Pluszeichen wäre. Bowsers Schergen reißt spielerisch sicherlich keine Bäume aus, punktet allerdings mit demselben Charme wie das Hauptspiel. Dazu stellt es im Strategie-Portfolio von Nintendo neben Schwergewichten wie Fire Emblem eine angenehme Ergänzung dar. Alleine Bowsers Schergen rechtfertigt den Kauf für die 3DS-Version von Mario & Luigi: Superstar Saga.

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....ist Kopf des ganzen (Sklaventreiber, Geldeintreiber) und Chef für alle Angelegenheiten was nicht die Redaktion betrifft :)

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