Metal Gear Solid 3: Snake Eater

Metal Gear Solid 3: Snake Eater Testbericht

Hideo Kojima kommt hier seinem Ziel, ein Game wie einen Gamefilm zu inszenieren, so nahe wie nie zuvor. Zahlreiche Cutscenes sind so intensiv und mitreissend, dass man sich danch klar machen muss, dass man ein Game gamet und nicht im Kino sitzt.

Das Warten hat sich gelohnt

1142723432901487597Das lange Warten auf die PAL-Edition wurde durch einige Extras wieder wettgemacht. Neben weiteren Schwierigkeitsgraden und den Nationalfarben als Gesichtbemalung gibt es das Demo Theater, in dem die packenden Cutscenes, die ja nunmal einen grossen Teil des Games ausmachen, noch einmal betrachtet werden koennen. Dies laesst den Gameer darueber hinwegsehen, dass die PAL-Edition keinen 60 Hertz-Modus hat.

Der zweite Teil bot nauerlich vor allem technisch Neues und hatte den Untertitel ‘Sons of Liberty'. Nun ist auch der dritte Teil erhaeltlich, der den Untertitel ‘Snake Eater' traegt, grundlegende Tradtitionen weiterfuehrt, hauptsaechlich im Dschungel angesiedelt ist, vor den anderen Teilen, darum 1964, gamet und den Gameer fast so viel mit dem Ansehen von kinoreifen Zwischensequenzen beschaeftigt wie mit dem Gameen an sich. Ein grosser Teil des Games findet also, wie bereits erwaehnt, nicht mehr in engen Raeumen und Gebaeuden, sondern in einem riesigen Dschungel und allgemein hauptsaechlich im Freien statt. Ob sich der gefaehrliche Ausflug lohnt, erfahrt ihr in jenem Test.

Ich seh' den Wald vor lauter Baeumen nicht!

1142723464266890113 Der wesentliche Unterschied zu den Vorgaengern liegt, wie bereits erwaehnt, in der Umgebung, da sich der Gameer ca. 60-70 % des Games durch den Dschungel fightt, nur der Rest findet in Gebaeuden statt. Die Tatsache, dass man sich chronologisch hier vor de anderen Telen befindet, schlaegt sich in der Ausruestung, wenn auch nicht im Aussehen des Potagonisten wieder. Der wohl auffaelligste Beweis hierfuer ist, dass es kein Radar mehr gibt, was die Survival-Atmosphaere noch verstaerkt und euch das Gefuehl gibt, voellig auf sich allein gestellt zu sein… Man muss also sehr wachsam sein und sich auf die eigenen Augen und vor allem die Ohren verlassen koennen, wenn man unauffaellig und unbemerkt durch die Botanik schleichen will. Die Grafik ist fuer die mittlerweile leicht in die Jahre gekommene PS2 toll: Grashalme wehen, Wasser und andere spiegelnde Oberflaechen oder blendende Sonnenstrahlen werde sehr real dargestellt. Das Team von Konami versteht es wirklich, die PS2-Hardware zu nutzen. Es gibt nicht viele Gamee, die so gut aussehen. Umgebungen, aber auch die Animationen der Charaktere sehen toll aus; letztere wirken dank Motion-Capturing besonders lebensecht. Aber auch Spezialeffekte wie Explosionen sind spektakulaer, Schatten wirken realistisch. Wie bei vielen Gameen laesst jedoch die ab und zu unkomfortable Kamerafuehrung zu wuenschen uebrig. 1142723432901487597Es muss ausserdem erwaehnt werden, dass die Grafik nicht nur gut aussieht, sonder auch mit einer stabilen, fluessigen Framerate laeuft. Aber wo man gerade bei der Technik angelangt ist, verdient auch der Sound grosses Lob. Denn jener macht die Schleicherei oft besonders spannend, wenn man bestimmte Ereignisse, Gefahren, Personen schon hoert, bevor man sie sieht, was zudem sehr hilfreich sein kann. Es wird zudem Dolby Pro Logic II unterstuetzt, was die Lokalisierung der Gegner durch Geraeusche vereinfacht und so, je nach Ausgabegeraet, das ihr fuer den Sound nutzt, einen 3D-Effekt erzeugt. Jeder noch so kleine Grashalm, jeder versteckte Zweig am Boden verursacht Geraeusche, die von den Gegnern wahrgenommen werden koennen. Umgekehrt werdet ihr aber auch oft auf jene Weise auf einen Gegner aufmerksam. Der von Harry Gregson-Williams komponierte Soundtrack macht das Game im Bereich ‘Sound' fast perfekt.
1998 begann eine erfolgreiche Gameeserie, wie so viele, auf Sonys Playstation. ‘Metal Gear Solid' zaehlte sich zum damals noch recht duenn besetzten ‘Stealth-Action'-Genre. Von Anfang an war die Geschichte von massiver Bedeutung und wird seitdem durch Zwischensequenzen und eine kinoreife Gesamtpraesentation weitererzaehlt. Hideo Kojima, Erfinder der Serie, geniesst bis heute grossen Ruhm allein schon wegen jenem Werk. Denn selbstverstaendlich schaffte die Serie den Sprung auf die PS2:
Das Nahfightsystem ‘CQC' (Closed Quarters Combat) wurde voellig erneuert. Auch ohne Feuerwaffe ist Snake nun extrem gefaehrlich und kann Gegner mit derben Schlag- und Trittcombos unschaedlich machen, was zu einem Stealth-Game eigentlich auch dazugehoert (siehe Splinter Cell-Konkurrrenz!). Zu Agenten- bzw. Stealthgameen passend, gibt es natuerlich auch wieder Gadgets, also kleine ‘Helferlein' wie Minensuchgeraet, Bewegungssensor oder Rattenfalle. Snake kann natuerlich wieder auf ein grosses Waffenarsenal zurueckgreifen. Angefangen von Messer, Pistole, ueber automatische Waffen bis hin zum Raketenwerfer ist alles dabei.[]

Selbst ist der Mann

Metal Gear Solid 3 traegt nicht umsonst den Untertitel Snake Eater, denn der Verzehr von Nahrung ist eine der auffaelligsten Neuheiten. Es gibt kaum Rationen aber die Lebensenergie kann indirekt durch Nahrungsaufnahme beeinflusst werden. So lange ihr genug zu essen habt, heilt sich Snakes Koerper von selbst. So findet ihr fast ueberall auf Anhieb Tiere oder essbare Pflanzen als Nahrung. Insgesamt gibt es ueber 60 Arten von verschiedenen Nahrungsmitteln, die sofort, oder im Rucksack verstaut und dann bei Bedarf, verzehrt werden koennen. Lustig hierbei ist, dass Snake zu jeder Mahlzeit einen Kommentar abgibt, wie es ihm geschmeckt hat, was oft fuer Schmunzeln oder gar Lachen sorgt. Bei schwereren Verletzungen erlaubt das Heilungsmenue die Verabreichung von Medizin, das Desinfizieren von Wunden oder das Bandagieren von gebrochenen Knochen.

Kommentar (PH) :

1154866072744749029 ‘Pflichtkauf fuer Fans', nicht oft beginne ich ein Fazit gleich so. Keine Frage, dass wir es hier in Sachen Technik, Praesentation und Geschichte mit einem Meisterwerk zu tun haben! Dennoch muss man sich schon etwas mit dem Stealth-Genre anfreunden koennen, sonst wird man vermutlich auch von jenem Game nicht besonders begeistert sein, wobei sich viele allein schon von den Zwischensequenzen ueberzeugen lassen werden. Das erneuerte, umfangreichere Gameplay, die verbesserte Gegner-KI und natuerlich die spannende Geschichte steigern die Klasse des Games gegenueber den Vorgaengern abermals. Auch die Gamedauer faellt positiv ins Auge: Snakes Abenteuer sorgt je nach Schwierigkeitsgrad und eigener Gameweise fuer ca. 20 bis 25 Stunden Gamespass. Selbst wenn man den Abspann bereits gesehen hat, verliert MGS3 kaum an Reiz, da es dank zahlreicher freigamebarer Extras und dem besonderen Humor hohen Wiedergamewert besitzt.

Kinoreife Praesentation inklusive endloser Cutscenes

Was die MGS-Serie stetig schon auszeichnete war die ansprechende Atmosphaere, eine mitreissende Geschichte, besondere Charaktere und eine gewisse Portion Humor und Surrealismus. Zwar uebertreibt Hideo Kojima zuweilen mit Anzahl und Laenge der Cutscenes, doch auch hier hat Konami zahlreiche Detailverbesserungen vorgenommen. 1142723442265298599 Die komplett in Gamegrafik dargestellten Zwischensequenzen machen das Game zu einem ganz besonderen Titel. Vor allem die Charaktermodelle (Mimik, Gestik, Animationen) sind sowohl realistisch als auch detailliert ausgefallen. Dass die Cutscenes in Gamegrafik sind, gibt hier die Moeglichkeit zur Interaktion: Mittels der Dreieck-Taste kann man die Kamera in den Cutscenes nachjustieren oder – in bestimmten Situationen – per R1-Taste das Geschehen auch aus der Ego-Perspektive betrachten. Haeufig wird bei Boss-Kaempfen das hektische Kampfgeschehen durch Dialoge unterbrochen, was aber selten stoert und meistens noch mehr Spannung erzeugt.

Neuerungen im Gameplay

Gameplay-Neuerungen unterstreichen, dass das Game nicht nur einen Add-On-Preis wert ist. Neu sind der Camouflage-Index, das Nahfightsystem CQC, die Nahrungsversorgung und das Heilungsmenue. Camouflage bezeichnet Blendanstriche, Tarnfarben oder Tarnanzuege, wie sie in erster Linie vom Militaer verwendet werden. Per Menue kann man fuer Snake, je nach Terrain, unterschiedliche Tarnungen fuer Gesicht und Koerper waehlen, was dem Game eine weitere Portion Realismus und Spass verleiht. Eine Prozentzahl, verraet euch, wie (un)sichtbar ihr seid. Ab 90% koennen euch Wachen praktisch nicht mehr entdecken, nur wenn sie euch ganz nahe kommen. Je nach Koerperhaltung aendert sich der Wert. So koennt quasi stetig sehen, wie gut eure Stealth-Technik ist. Hier handelt es sich also eindeutig wieder nicht um ein Game fuer Gameer, die einfach herumschnetzeln wollen. Minutenlange Dauerfeuerorgien gibt es in Metal Gear Solid nicht. 1142723422659638207 Im Laufe des Games findet ihr stetig wieder mehr oder weniger nuetzliche Tarnungen, die ihr eurer Sammlung hinzufuegen koennt. Das Tarnungs-Feature wurde gleich so ‘missbraucht', dass es auch ganz ausgeflippte Gesichtsbemalungen (EU-exklusiv in den Landesfarben) und Tarnanzuege wie etwa den GA-KO, der eine geheimnisvolle, besondere Funktion hat, gibt.

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